Bildqualität
Bildformat: 4:3
Flimmern, etwas Schnee im grauen Bild - nicht ansehnlich, aber typisch für einen Film der 30er.
Tonbewertung
Der Ton knistert, dennoch ist die Aussprache deutlich und verständlich.
Extras-/Bonusmaterial
Als Bonus gibt es einen Audiokommentar von Dr. Ralf Giesen, ein Filmprogramm, Bildergalerie, Remakes und Trailer. Das sind zwar alles nicht gerade innovative Extras, runden die technisch mangelhafte DVD aber auf und dürften bei Liebhabern auf Interesse stoßen.
Gesamteindruck
Hinter dem unscheinbaren Titel »The Most Dangerous Game« verbirgt sich eine Perle der Filmgeschichte: »Graf Zaroff - Genie des Bösen«. Heute würden wir solcherart Streifen verhöhnen und lächerlich finden. 1932 aber war die von Ernest B. Schoedsack und Irving Pichel inszenierte Geschichte um den Menschenjäger Zaroff einer jener neuen Werke, die vertont wurden. Die Besonderheit: Er entstand als Nebenprojekt während der Dreharbeiten von »King Kong und die weiße Frau« und das sieht man ihm auch an. Trotzdem fand er ein großes Publikum, zahlreiche Fans und beeinflusste mutmaßlich mindestens einen Serienkiller, der später zur Vorlage für den Film »Zodiac« wurde.
Dabei geht es in »The Most Dangerous Game« nur sekundär um die Mordlust. Im Vordergrund steht Robert Rainsford (Joel McCrea), der als Schiffbrüchiger bei Graf Zaroff (Leslie Banks) Unterschlupf findet. Zaroff, anfangs noch freundlich und mehr oder minder harmlos wirkend, nimmt seinen Gast auf und stellt ihn Eve (Fay Wray) und ihrem Bruder Martin (Robert Armstrong) Trowbridge vor, die ebenfalls schiffsbrüchig geworden sind. Rasch verrät Eve, dass es noch zwei weitere Brüchige auf der Burg gab – die aber unter mysteriösen Umständen verschwunden sind. Die drei übriggebliebenen müssen allerdings nicht lange rätseln, was mit ihnen geschehen ist. Zaroff eröffnet ihnen ein Spiel: Er gibt ihnen Vorsprung und möchte sie danach jagen. Wer bis zum Morgengrauen überlebt, darf gehen. Wer nicht – ist tot. Logisch, oder? Es ist eine ganz einfache, simple Handlung, die heute niemanden mehr schockieren würde. Wir sind es hinlänglich gewohnt, an Verfolgungsjagten teilzunehmen, Unfälle zu sehen und mitzuerleben, wie Menschen ihr Leben lassen – zumindest auf der Leinwand. Dennoch ist die vorliegende DVD etwas völlig anderes – immerhin ist sie mehr als 60 Jahre alt und damit vor allem etwas für Liebhaber. Die Locations sind oft handbemalt, die Dialoge weit zurückhaltender als heutzutage, die Bildqualität natürlich äußerst schlecht im Vergleich zur heutigen. Lasst ihr euch trotzdem darauf ein, werdet ihr sicherlich vom Charme der 30er Jahre übermannt, dürft die Konversationen interpretieren – die zum Teil den Eindruck erwecken, die Menschenjagt sei eine Perversion des Grafen – und euch an der Umgebung erfreuen, die nicht selten an »King Kong« erinnert.
Fazit:
Nach über einem halben Jahrhundert erscheint Graf Zaroff endlich auf DVD – und ist technisch selbstverständlich nicht auf dem neuesten Stand. An Liebhaber gewandt, bietet er das typische 30er Jahre-Flair (Knisterton inklusive), ist etwas zurückhaltend, aber durchweg unterhaltsam. Aufgerundet wird die Scheibe durch zahlreiche Extras, von denen sich manch Produzent noch eine Scheibe abschneiden könnte.