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1 Kritik   2 Kommentare

Das Leben ist Schön

DEINE MEINUNG?


1997

Genre: Krieg, Drama, Romanze

Spieldauer: ~ 121 Minuten

Regie: Roberto Benigni

Cast: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giorgio Cantarini, Giustino Durano, Sergio Bini Bustric, Marisa Paredes, Horst Buchholz, Lidia Alfonsi, Giuliana Lojodice, Amerigo Fontani, Pietro De Silva, Francesco Guzzo, Raffaella Lebboroni, Claudio Alfonsi, Gil Baroni

Kurzbeschreibung: Ende der dreißiger Jahre in einer idyllischen Kleinstadt in der Toskana: Guido verliebt sich in die schöne Lehrerin Dora, mit der er eine wunderbare Romanze voller komischer Missgeschicke und zufälliger Begegnungen erlebt. Jahre später zerstören die Nazis ihr gemeinsames Glück mit dem Sohn Giosué, als Vater und Sohn deportiert werden. Aus Liebe folgt Dora, die nicht jüdisch ist, den beiden ins Konzentrationslager. Guido ist entschlossen, seinen Sohn vor dem Schrecken zu schützen. Unter unmenschlichsten Bedingungen behält er seinen Witz, seine Fröhlichkeit und seine phantasievoll spielerischen Fähigkeiten, denn Giosué soll weiter daran glauben, dass das Leben schön ist.


Filmkommentare (2)


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8martin
19.04.14 - 17:29
Eigentlich sind es zwei eigenständige Filme (jeweils 60 Minuten), die unabhängig von einander sind und die nur durch die beiden Hauptfiguren Roberto Benigni und Nicoletta Braschi zusammengehalten werden. Daneben gibt es im ersten Teil noch unbedeutende Anspielungen auf die ‘Herrenrasse‘, ein jüdisches Pferd und eine Matheaufgabe, die die Euthanasie problematisiert. Der erste Teil ist eine warmherzige, italienische Liebeskomödie im besten Sinne des Wortes mit Gags, die vom Slapstick über gekonnt leichtfüßige Situationskomik bis zur zauberhaften Wanderung eines Hutes reichen.
Der Übergang zum 2. Teil ist gekonnt gemacht.
Aber alle Welt redet nur von diesem Teil und dem KZ. Das liegt wohl daran, dass seit Chaplins ‘Diktator‘ niemand mehr dem Nationalsozialismus mit Komik begegnet ist. Hier ist die Diskrepanz zwischen der grausamen Realität und dem Mannschaftspiel wie es Vater Guido seinem kleinen Sohn Giosue vorgaukelt der Grund für makabre Komik die teils tragisch endet. Ein verbales Highlight sind die Untertitel bei Guidos Übersetzung der Lagerregeln. Manches wirkt realitätsfern, wird aber teilweise durch Andeutungen abgefedert, die in nebulöse Traumwelten hinweisen (Kleiderberge, Leichenberge). Horst Buchholz als deutscher Hauptmann zeigt den Wahnsinn aus Hilflosigkeit und menschlicher Schwäche eindrucksvoll.
Konsequent fast schon störrisch unbeirrt bleibt Regisseur Benigni bei der Betonung des Titels. Ein Meisterwerk bei dem selbst die Musik der Wirklichkeit nur dann schmeichelt, wenn es sich um eine angenehme, emotionsgeladene Szene handelt. Oscars sind verdient.

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kurenschaub
19.10.10 - 21:08
Das ist einer der besten Filme meines ganzen langen Lebens. Dabei ist die erste Hälfte eher nur flockig lockig,kommt gemächlich in Schwung, zeigt in den dreißiger Jahren den unkomplizierten, leicht tollpatschigen Halbjuden Guido (Benigni) in seiner schrullig kauzigen Art, stets gut gelaunt, wie er in mehrere Fettnäpfchen tritt, aus diesen stets lächelnd wieder herauskommt und einer Lehrerin, die er charmant Prinzessin nennt(Nicoletta Braschi) schöne Augen macht.
Ein echter Lebenskünstler, der die Frau auch bekommt, auch im wirklichen Leben.
Im zweiten Weltkrieg wird er mit seinen kleinen Sohn
in`s KZ deportiert und ab da wird der Film unheimlich dramatisch,
und ohne sichtbare Brutalitäten erdrückend packend und durch die grandiose Schauspielkunst Benignis zusätzlich erschütternd komisch.
Er redet seinen Buben (Giorgio Cantarini -auch super)) ein, das sie gerade bei einem gefinkelten Unterhaltungsspiel in dieser Kaserne mitmachen und wer als erstes 1000 Punkte macht, gewinnt einen Panzer.
Die rumbrüllenden Nazi Schergen tun nur so, denn hier
ist alles nur Show, selbst das "Probeliegen" auf den Lagerpritschen neben den Todgeweihten, in der uns allen längst bekannten Gefangenenkleidung mit Juden Kennzeichnung.
Da Vater Guido in fast beängstigender Präzision und faszinierender Verstellkunst bei jeder noch so bedrohlichen Lage dem Kind eine heil heitere (irreale) Welt vorgaukeln kann ,vermeint sich der Sprößling tatsächlich in einem spannenden Wettbewerb, wo jeder danach trachtet, den Hauptpreis an sich zu reißen und wo einem eben nichts geschenkt wird.
Doch die allerletzten Stunden "vor der Siegerehrung "sind bereits angebrochen.
Wie das hier aufbereitet wurde, ist heiter und erwürgend gleichzeitig, tränentreibend und ganz zum Schluss auch hoffnungsvoll.
Ein Meisterwerk von unglaublicher Intensität, das sich anzusehen lohnt und nicht umsonst mit 3 Oscars ausgezeichnet wurde.
Der Film ist der nackte Wahnsinn und ich verneige mich zutiefst
vor der blendenden Regie und dem ungeheuren Darstellerpotential des Robert Benignis.
Hier wurde der KZ Horror und die zutiefst von mir verachteten Nazi Greuel mit feinsten, bis tief unter die Haut berührenden Humor ausgetrickst (der Film basiert auf einen mehr als zweijährigen KZ Aufenthalt von Benignis Vater in Bergen - Belsen), und eine Tragikkomödie mit größter Herzenswärme, Bitterkeit und unvergleichlichen Anspruch geschaffen.
SO GUT KANN FILM SEIN!

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