-
Manchmal scheint es, als sei die Erde ein riesiger Kampfplatz. Überall wird geschossen, gemordet und gekämpft. Was für den Normalmenschen bedauernswert ist, erweist sich für Yuri aus Brooklyn als wahre Goldgrube - denn er ist Waffenhändler. Und der beste.
Er kauft Waffen von nahezu jedem, der sie loswerden will und verkauft sie jedem, der sie haben will. Was die Käufer mit ihnen anstellen interessiert ihn nicht besonders. Er mag es nur nicht, nicht bezahlt zu werden. So reist er durch Afrika, die USA, Russland und macht seine Geschäfte, während es ihm nach einer schier unerreichbaren Schönheit sehnt. Doch das erweist sich schnell als Kleinigkeit, als er Bekanntschaft mit einem jungen Agenten namens Jack Valentine machen muss, der ihm gewaltig ins Handwerk pfuschen will.
Die Handlung klingt spannend und das ist sie auch. Mit Yuri wird uns ein Protagonist vor die Linse gesetzt, der vollkommen kalt ist und den keine Leiche und kein Krieg aus der Ruhe bringt - außer, die Leiche wurde zur Leiche mit einer Kugel, die aus keiner seiner Waffen abgefeuert wurde und die Kriege hören auf. Leider dauert es etwas, bis Valentine effektiv in die Geschichte eingreift und so wird die Darstellung der von Yuri gepflegten Geschäftsbeziehungen zeitweise etwas langatmig.
Die wirkliche Stärke von Lord Of War ist nicht die Inszenierung des Geschehens, sondern die Kritik, die er übt. Dadurch, dass er aufzeigt, was passieren kann oder könnte, schlägt er seinem Publikum ins Gesicht. Er findet gekonnt den Spagat zwischen korrupten Politikern, Gesetzeslücken und der Kaltblütigkeit der Menschen. Das macht ihn interessant.