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2 Kommentare

GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia

DEINE MEINUNG?


1990

Genre: Biographie, Drama, Thriller, Krimi

Spieldauer: ~ 139 Minuten

Regie: Martin Scorsese

Cast: Robert De Niro, Joe Pesci, Samuel L. Jackson, Ray Liotta, Lorraine Bracco, Paul Sorvino, Frank Sivero, Gina Mastrogiacomo, Debi Mazar, Julie Garfield, Kevin Corrigan, Michael Imperioli, Tony Sirico, Illeana Douglas, Vincent Pastore, James Quattrochi, Vincent Gallo, Garry Pastore, Fran McGee

Kurzbeschreibung: Schon mit 11 Jahren beschließt Henry Hill, sich seinen Platz in der Welt des Verbrechens zu suchen. Mit 13 begibt er sich unter die Fittiche des eiskalten Nadelstreifen Killers Jimmy "The Gent" Conway und lernt die Regeln des Todes. Er steigt durch zahllose Gewalttaten vom Laufburschen zum gefürchteten Profi-Gangster auf. Regisseur Martin Scorcese verfilmte sein Meisterwerk mit dem zweifachen Oscarpreisträger Robert De Niro, Ray Liotta und Oscarpreisträger Joe Pesci. Die US-Kritiker feierten "GoodFellas" als besten Film des Jahres, und er verbuchte sechs Oscar-Nominierungen, darunter Bester Film und Bester Regisseur.


Filmkommentare (2)


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8martin
19.10.15 - 12:17
Kaum einer hat so oft die Mafia in seinen Filmen thematisiert wie Martin Scorsese. Der Mann aus ‘Little Italy‘ ist ein Insider, der sich auskennt. Er begegnet seinen Figuren mit viel Empathie und sogar Verständnis. Hier hat er das Familienleben eines sizilianischen Clans (die ‘Mobster‘) in den Mittelpunkt gestellt, der im Umfeld der Cosa Nostra agiert. Wir sehen, wie schwierig es ist, in den inneren Kreis der ‘ehrenwerten Gesellschaft‘ aufgenommen zu werden. Bei den Mobsters gibt es Iren und Juden, was den Zugang zur astreinen italienischen Gruppe erheblich erschwert.
Vier Köpfe arbeiten hier zusammen: blutig brüderlich. Henry (Ray Liotta) hat Probleme mit seiner Frau Karen (Lorraine Bracco) und versucht mit Drogen zu dealen. Das erste Problem können die beiden Großen Pauly (Paul Sorvino) und Jimmy (Robert De Niro) lösen. Das zweite nicht. Außerdem lehnen sie Drogen ab. Der vierte im Bunde ist Tommy (Joe Pesci). Er ist der jähzornige Heißsporn der Truppe.

Henry hat sich hochgearbeitet und wird am Ende in seiner Not alle verraten, indem er aussteigt. Dabei schadet er sich aber auch selber.

Der Leben der vier verläuft zwischen Freundschaft und Gewalt, zwischen Loyalität und Misstrauen ab. Dabei kommt es zu Morden der Ehre wegen. Und die Mörder kommen mit einem Lächeln. Bei der Figurengestaltung achtet Scorsese auf Kleinigkeiten, wie z.B. dass Tommy völlig humorlos ist. Der Freundeskreis hilft und schlichtet innerhalb der Familie, aber man kann sich nie ganz sicher sein. Fast ein Psychogramm einer Parallelwelt. Und hinter der Kamera steht natürlich die Legende Michael Ballhaus.

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Filmfreak
27.10.09 - 14:38
Hier haben die Cineasten die Antwort von Martin Scorsese zu Francis Ford Coppolas Der Pate vorliegen aus dem Jahre 1990. Ein mehrfach preisgekröntes Mafia Drama mit Ray Liotta, Robert De Niro und Joe Pesci in den Hauptrollen. Schaut man ganz genau hin, so kann man sehr kurz "Jigsaw" aka Tobin Bell (aus der Saw-Filmreihe) sehen als Bewährungshelfer und sogar ein Samuel L. Jackson spielt in diesem Mafiafilm mit.
Fangen wir einmal mit dem Titel an, was bedeutet eigentlich Good Fellas?
Folgt man der englischen Übersetzung dann würde es Gute Kerle heißen. Dieser Titel bezieht sich auf die verschworene Gemeinschaft der Mobster (Personen die der Mafia, Cosa Nostra bzw. La Cosa Nostra angehören) in und im Umfeld der amerikanischen Cosa Nostra, diese beschriebene verschworene Gemeinschaft wird in diesem Film sehr beispielhaft und anschaulich dem Zuschauer näher gebracht.
Die Geschichte basiert auf einem Roman nach Nicholas Pileggi und beruht auf eine wahre Begebenheit sowie den rücksichtslosen Aufstieg des Gangsters Henry Hill (von einem überragenden Ray Liotta dargestellt) in den fünfziger Jahren aus den USA bis zu seinem Fall in den 80iger Jahren. Dieser Aufstieg, dann der Fall, dann der erneute Wiederaufstieg, sowie die alles entscheidende Kronzeugenaussage (und der damit wieder verbundene Fall dieser Person) um sein Leben zu schützen wird über drei Jahrzehnte gezeigt, daher auch den deutschen Titel Drei Jahrzehnte in der Mafia.
Zu der damaligen Zeit waren Scorseses Stammschauspieler Robert De Niro sowie Joe Pesci auf die er eben wieder setzte (heute würde da noch ein Leonardo DiCaprio dazu zählen), andererseits setzte er aber auch auf Newcomer wie den damaligen Fernsehdarsteller Ray Liotta (was sich als ein Glücksgriff für seine Rolle im nachhinein erweisen sollte) und Lorraine Bracco.
In diesem Film haben auch Scorseses Eltern kleinere Auftritte. Seine Mutter spielt die Mutter von Tommy DeVito (Joe Pesci) und Scorseses Vater spielt den Gefangenen Vinnie.
Während der Dreharbeiten kam es häufig zu Improvisationen. Auf genau diese Weise entstand eine der bekanntesten Szenen des Films, in der Henry von Tommy wegen einer Bemerkung über dessen Witzigkeit zur Rede gestellt wird.
Ebenso die Unterhaltung in der Küche mit Tommys Mutter war improvisiert und nicht einstudiert.
Wegen seiner schonungslosen Gewaltdarstellung sowie den zahlreichen Kraftausdrücken (im englischen O-Ton wurde das Wort Fuck ganze 246 mal gesagt) stand das Studio Warner Bros. dieser Verfilmung sehr skeptisch gegenüber, diese dann aber doch in seiner ursprünglichen Schnittfassung in die Kinos kam.
Ich hatte es zu Beginn des letzten Abschnittes schon kurz erwähnt, dieser Film geht nicht gerade zimperlich um was den Gewaltgrad angeht und schon nach einer kurzen Laufzeit wünschte ich mir nichts sehnlicher das Pesci & De Niro entweder erschossen oder selbst eines auf die Mütze bekommen, dies steigerte sich dann mit zunehmender Handlung bei mir, da ich mir dachte dass es doch nicht sein kann, das gewisse Leute tun und lassen können was sie wollen bzw. nach belieben alles dominieren und sich an keine Regeln halten müssen und dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden bzw. dass diesen Leuten niemand Einhalt gebietet. Liotta hatte zwar auch ein paar solche Szenen, diese hielten sich aber in Grenzen für meinen Geschmack. Aber so war es eben wenn man ein Mitglied der Mafia war. Ich habe noch nie einen solch fiesen Joe Pesci bis zu diesem Zeitpunkt in einem Film gesehen, der seine Rolle so glaubhaft und überzeugend darstellte. Großes Kino an dieser Stelle!

Dieser Film wurde 1991 ganze sechs mal für den Oscar nominiert, er musste sich jedoch Kevin Costners Westernepos Der mit dem Wolf tanzt schließlich geschlagen geben und so heimste dann leider nur Joe Pesci den Oscar ab in der Kategorie bester Nebendarsteller (den er sich nach meiner Sichtung mehr als verdient hatte, mich vor dieser Leistung nochmals verbeug!).

Good Fellas gilt heute neben Der Pate als eine der besten Darstellungen der italoamerikanischen Mafia wehrte Filmfreunde, wer sehr gute Mafiafilme mag muss hier unbedingt zugreifen und diesen seiner Sammlung hinzufügen! Im Gegensatz zu Coppolas Pendant zeichnet er jedoch ein weitaus weniger romantisierendes Bild einer solch italienischen Familienbande, die Charaktere sind folglich sadistische, unberechenbare, mitunter sehr unsympathische Personen deren Leben mit dem beschaulichen und aristokratischen "Familienbetrieb" der Corleones nicht mehr viel gemein hat, daher könnte es auch sehr gut sein, dass einige Filmfreunde diesen hier eine kleine Stufe höher Stellen als Der Pate.

Da dieser Film auf eine wahre Begebenheit beruht waren Berater am Set während der Dreharbeiten, die die Darsteller persönlich kannten. So hatte der "echte" Henry Hill einen kurzen Auftritt als Koch in der sog. Copacabana-Szene. Edward McDonald, sein früherer Rechtsanwalt, spielte sich in diesem Film selbst.
Annährend alle Ereignisse die im Film gezeigt wurden, sind wirklich passiert, was diesem Werk natürlich eine dementsprechende Authentizität verleiht. So gilt bis heute der Lufthansa-Raub aus dem Jahre 1978 als einer der spektakulärsten Kriminalfälle in der amerikanischen Geschichte.
Zu den größten Unterschieden zwischen den tatsächlichen Geschehnissen und eben Scorseses Interpretation zählen die Darstellungen von Jimmy Conway & Paul Cicero. In Wirklichkeit sollen sie bei der Ausführung ihrer Arbeit viel skrupelloser und brutaler vorgegangen sein, dies sieht man in diesem Film vor allem an Paul, der eher einen sanftmütigen, überlegten und ruhigen Eindruck darstellt. Die Darstellung des Tommy DeVito sei hingegen sehr akkurat lt. dem echten Henry Hill wenn nicht gar verharmlosend, denn eine versuchte Vergewaltigung Karen Hills durch jenen Tommy wird in diesem Werk nicht gezeigt.
In der Realität war Hill ebenso nicht der Kronzeuge im Prozess gegen Jimmy Conway & Paul Sorvino.
Bei dieser Verfilmung finden sich wieder einige bekannte Stilmittel von Martin Scorsese.
So wird beispielsweise die gesamte Handlung von Henry Hill aus seiner Sicht erzählt und von diesem aus dem "Off" kommentiert, mit Ausnahme der Frauenrunden, die aus der Sicht seiner Frau dem Zuschauer näher gebracht wird.
Des Weiteren spielt auch in diesem Werk die Musik eine zentrale Rolle, wie schon in Scorseses vorherigen Werken Hexenkessel und Wie ein wilder Stier. Die Verwendung bekannter zeitgenössischer Popsongs trägt wesentlich zur Stimmung bzw. zu deren Authentizität bei und dient zugleich der zeitlichen Orientierung. So stellt machmal Sorsese durch den Einsatz eines Musikstückes einen bewussten Kontrast zum Geschehen auf der Leinwand her, was man des öfteren bei diesem Film ebenfalls akkustisch "bewundern" darf. Ein weiteres Merkmal von Scorsese-Filmen ist schon weiter oben mehrfach erwähnte teilweise exzessive Darstellung von Gewalt bzw. zu deren Ausbrüche in einigen Szenen.
Selbst im visuellen Bereich wurden einige denkwürdige Bilder inszeniert. So beispielsweise in der Szene in der Henry und Karen den Copacabana-Club besuchen. Diese wurde in einer einzigen langen Einstellung gedreht und stellt eine der längsten Steadicam-Fahrten der Filmgeschichte dar.
In einer weiteren visuellen Sequenz wird ein typischer Tag Henry Hills geschildert. Mithilfe zahlreicher Schnitte und Jump-Cuts sowie ungewöhnliche Kameraeinstellungen versuchte Regisseur Scorsese hierbei, dessen Paranoia und die Auswirkungen seines Kokainkonsums auf seine Wahrnehmung zu visualisieren.
Diese waren nur ein paar die sich Scorsese bei diesem Werk wieder einmal sehr gekonnt bediente.

Im Jahre 95 kam Scorseses Casino die "inoffizielle" Fortsetzung in die Kinos. Zwar hat dieser Film hier mit Casino von der Handlung her nichts gemein, doch von dem Stil ähneln sich beide Filme sehr stark.
Die erfolgreiche Fernsehserie Die Sopranos hatte diesen Film hier als Inspiration, die ihm thematisch und stilisch sehr ähnlich ist. Darüber hinaus sind zahlreiche Schauspieler aus diesem Werk hier in Nebenrollen und Gastauftritten bei der TV-Variante zu sehen.
Scorseses erste Wahl für die Darstellung des Jimmy Conway fiel auf Al Pacino, dieser lehnte jeodch ab, um seinem Image als Gangster-Darsteller entgegenzuwirken.

Fazit:
Durch einen präzisen Einsatz der filmischen Mittel ergibt sich eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Thema, gleichermaßen emotional packend und distanziert reflektierend; bisweilen drastisch in der realistischen Darstellung!

Dieses Werk wurde im Jahre 2000 in das National Film Registry aufgenommen.
Im Jahre 2008 wählte das American Film Institute diesen auf Platz 2 der 10 besten Gangsterfilme aller Zeiten!
In der Liste der besten Filme aller Zeiten schaffte es dieser hier im Jahre 2007 auf Platz 92.

Noch Fragen wehrte Filmfreunde?

Wieder einmal vergebe ich volle 5 Sterne für einen Filmtitel und ein weiterer Favorit stößt zu meiner persönlichen Favoritenliste.

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