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Watchmen
Ein Film, bei dem die Erwartungshaltung doch sehr groß war. Wenn man bedenkt, dass damals schon Terry Gilliam diesen Comic verfilmen wollte (und leider scheiterte – aber anders als bei The Man Who Killed Don Quichotte), dann ist man natürlich doppelt gespannt, wie er endlich in das Kino kam.
Ein Manko meinerseits ist, dass ich nur minimale Informationen über den Comic habe. Allerdings habe ich eben minimale Informationen: Und zwar haben wir mit Dr. Manhattan den einzigen »Superhelden mit Superkräften«. Alle anderen sind sozusagen »Normalsterbliche« – und genau mit solch einer Irritation beginnt der Film: Mit dem Kampf eines Unbekannten und dem Comedian. Und hier werden mehr als nur »menschliche« Geschütze ausgefahren (der Comedian schlägt durch die Wand). »Das Gesicht« scheint auch nicht ganz menschlich zu sein – es gibt hierfür noch viele weitere Beispiele im Laufe des Films.
Natürlich - der Soundtrack ist Weltklasse: Der Film beginnt mit Dylan, auch Desolation Row kommt mal vor. Die Umschreibung der Geschichte ist auch gut dargestellt, auch wenn sie manchmal seltsam anmutet.
Zack Snyder stellt mit diesem Film ganz sicher einen monumentalen Anspruch. Wenn man den Kritiken glauben kann, ist die erste Hälfte des Films auch recht nah am Comic. Aber ich fand das ganze etwas überladen: Es scheint mir, Snyder hat zu viel gewollt. Dies kann man in zweierlei Hinsicht sehen: (1) Der Film ist zu lang, es wurde zu viel mit rein gepackt, daher ergibt auch einiges keinen Sinn, bzw. wird relativ isoliert gezeigt. (2) Der Film ist zu kurz – man denke an Königreich der Himmel, wo der Film erst in der Langfassung Sinn machte. Glaube ich den Kritiken, ist Möglichkeit 2 der Fall. Der Film in der vorliegenden Fassung macht hingegen wenig Sinn, es gibt logische Fehler und einige übermäßig brutale Szenen, die eigentlich unreflektiert bleiben und durchaus auch geschnitten hätten werden können (Die Szenen mit dem Mädchen und den Hunden z. B. – für was bitte?)
Die Handlung ist meines Erachtens zu wenig fokussiert – auch wenn der Film durchaus eine Message vorweisen kann, so ist der Weg dorthin steinig, und teils über zu große Umwege, als das die Geschichte den Zuseher noch erreichen könnte. Der Aufwand war riesig, der Film weist durchaus einige gute Szenen auf, auch die »Gewaltästhetik« ist »gelungen« (wie ich dieses Wort hasse) und der Film ist monumental angelegt. Leider krankt der Film an einfachen filmtechnischen Kriterien: Der Film fesselt nicht, da es zu viele Handlungsstränge gibt, die teils im Sand verlaufen, teils doch relevant sind; somit war der Film – trotz vieler interessanter Gedanken (Zukunftsvision über Nixon etwa) – für mich enttäuschend, langweilig, nicht emotional berührend. Kurz er hat mich nicht erreicht.