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Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass Regisseur Tim Burton Alice im Wunderland neu verfilmen möchte, wurde ich hellhörig, als ich dann noch vernahm dass man Schauspieler Johnny Depp für diese Produktion verpflichten konnte wurde es für mich immer interessanter. Richtig da war doch etwas?
Burton + Depp = Erfolgsduo wenn man auf außergewöhnliche, teilweise düstere Verfilmungen steht die so ganz ihr eigenständiges Aussehen haben. Wir Filmfans sprechen dann von dem typischen Tim Burton-Look, den auch dieser Film hier sehr gekonnt mit sich bringt.
Natürlich kennt im Prinzip jeder Filmfan, egal ob Groß oder Klein die Geschichte von Alice und dem Wunderland, dieser Tatsache war sich auch Tim Burton bewusst und so wollte er einen fesselnden Film mit einer Seele erschaffen, der trotz seines Schwungs dem klassischen Stoff doch noch treu bleibt, zwar nicht über die gesamte Laufzeit, aber doch in gewissem Maße. Mit all den vorherigen Verfilmungen dieser Geschichte konnte sich Burton nie verbunden fühlen, da Alice für ihn immer nur ein Mädchen gewesen ist, das von einer verrückten Figur zur nächsten läuft. Burton sprach daher, er wolle dieser Verfilmung einen Rahmen mit emotionaler Tiefe geben, um aus dem Film Alice eine Geschichte zu machen und nicht eine Aneinanderreihung seltsamer Ereignisse und dies schaffte er auch voll und ganz, dies kann ich nach meiner Sichtung nur attestieren.
Die Geschichte setzt sich bei der literarischen bekannten Rahmenhandlung fort, als sie im viktorianischen England, also im späten 19. Jahrhundert sich abspielt. Der Übergang von der Geschichte zur Wunderlandwelt entspricht auch sehr stark der des Buches:
Alice erblickt das Weiße Kanninchen, verfolgt es bis zu seinem Loch, bis Alice in das Loch fällt und sich nach einem langen Sturz in einem Raum voller verschlossener Türen wiederfindet. Erst nachdem Alice sich zum eigentlichen Wunderland mittels Schlüssel und Schrumpftrank Zugang verschafft hat, setzt die eigentliche Geschichte dieses Films ein. Es dauert nicht lange und der Zuschauer befindet sich mit der Haupthandlung inmitten eines Fantasy-Epos, ich glaube diese Wortwahl trifft diesen Film dann am ehesten. Die Geschichte wird dann auch in einem Abstand von 13 Jahren fortgeführt, so ist Alice hier kein kleines Mädchen mehr, sondern aus ihr wurde eine junge Frau. Der Film zeigt dann im Prinzip eine Heldin, die verschiedene Aufgaben meistern muss, ehe sie zum großen Finale antritt, das Finale erinnert dann ein wenig an die Herr der Ringe-Filme wie ich finde.
Diese Verfilmung von Tim Burton erfüllte all meine Erwartungen welchen ich an diesen Film durch die schon im Vorfeld gezeigten Trailer und Ausschnitte bereits gewonnen hatte. Der düstere Mix aus Realelementen und Animationen machten auf mich einen sehr guten Eindruck. Die etwas anders geartete Fantasy-Geschichte gefiel mir zudem sehr gut, auf so etwas stellte ich mich im Vorfeld aber schon ein bei einem Tim Burton-Film. Die Australierin Mia Wasikowska sowie Johnny Depp konnten mich in ihren jeweiligen Rollen sehr gut unterhalten. Vermisst hatte ich bei dieser Verfilmung so rein gar nichts, da ich mir schon dachte dass Burton diese Geschichte ganz nach seiner Art aufziehen würde.
Wer also einmal eine etwas anders geartete Alice-Verfilmung sehen möchte, dabei keine Angst vor dem typischen Burton-Look hat dem kann ich dieses Werk wärmstens empfehlen.
Tip: Auf BD macht diese Variante dann nochmals doppelt so viel Spaß!
Infos:
Diese Verfilmung zählt zu den fünfterfolgreichsten Filmen weltweit (Stand: 14. Juni 2010)!
Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden zeichnete dieses Werk mit dem Prädikat "besonders wertvoll" aus.
Tim Burton verwendete bei dieser Produktion der aus einem Mix von Realaufnahmen und Animationen kein Motion Capture an seinen Darstellern. Außerdem war es für Burton das erste Mal, dass er nur mit Greenscreen arbeitete.
Beinahe alle Figuren welche in dieser Produktion im Wunderland auftreten, entstammen der literarischen Vorlage ihres Schöpfers Lewis Carroll, mit Ausnahme des Hundes Bayard, diesem Tier lag keine direkte Vorlage zu Grunde. Insgesamt gesehen sind die Figuren aus dem Wunderland bei dieser Alice- Variante nach Tim Burton gegenüber der literarischen Vorlage stark dezimiert wie einem bei der Sichtung auffallen müsste.
Bei der im Film vorkommenden Roten Königin handelt es sich um eine Vermischung von der Königin der Herzen sowie der Roten Schachkönigin. Ihre Schweine und Affen wurden als Kammerdiener bzw. als Möbel hinzuerfunden. Ihr Hofstaat besteht aus der bekannten Vorlage wie das der Herzkönigin.
Die Armee der Weißen Königin besteht aus den bekannten Schachfiguren der Buchvorlage.
Aus der Buchvorlage fehlt ebenso Alice Katze.
Anmerkung:
Ich spreche in meiner Rezension nur über die 2D-Fassung!