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Ich bin müde, Boss. Müde immer unterwegs zu sein, einsam und verlassen. Müde niemals einen Freund zu haben, der mir sagt, wohin wir gehen, woher wir kommen und warum. Am meisten müde bin ich, Menschen zu sehen, die hässlich zueinander sind. Der Schmerz auf der Welt und das viele Leid, das macht mich sehr müde. Es gibt zuviel davon. Es ist als wären in meinem Kopf lauter Glasscherben.
Kritik von ( 93 ) am 02. 04. 2016 3 Kommentare
Michael Clarke Duncan - ruhe in Frieden ! Besonders mit deiner ausdrucksstarken Rolle als John Coffey im Film "The Green Mile" hast du dich in unsere Herzen gespielt und damit unsterblich gemacht.

Wissenswertes zum Film vorab

• "The Green Mile" ist eine Literaturverfilmung der gleichnamigen Romanreihe vom Thriller-Autor Stephen King
• Weil der Fußboden des Todestraktes, den ein Gefangener zur Hinrichtung entlang gehen muss , aus grünem Linoleum bestand, nannte man ihn "The Green Mile". Green eben aufgrund der Farbe und Mile, weil der Weg dem Todeskandidaten endlos lang erschien.
• Die Altersfreigaben sind bei diesem Film von Land zu Land sehr verschieden. So ist er in Deutschland ab 12 Jahren, in den USA ab 17 und in Großbritannien beispielsweise erst ab 18 Jahren freigegeben.
• The Green Mile wurde für 4 Oscars nominiert. Unter anderem als bester Film und als bester Nebendarsteller. Er erhielt jedoch keinen einzigen. Stattdessen gewann als bester Film "American Beauty" und als bester Nebendarsteller Michael Caine im Film "Gottes Werk & Teufels Beitrag".
• Darsteller Michael Clarke Duncan verstarb am 3. September 2012 in Los Angeles, Kalifornien an den Folgen eines schweren Herzinfarktes.
• Verschiedene Kameraeinstellungen während der Dreharbeiten sorgten dafür, dass die Figur des John Coffey größer und wuchtiger wirkte als alle anderen Protagonisten. Dabei war Michael Duncan "nur" 1,96m groß, seine Schauspielkollege waren allerdings nicht viel kleiner. Tom Hanks 1.86m und David Morse sogar 1.93m. Größer als Duncan war James Cromwell mit einer Körpergröße von über 2 Metern.
• 1996 war Stephen King mit allen 6 Teilen seines Fortsetzungsromans "The Green Mile" gleichzeitig in der Bestsellerliste (Taschenbuch) der New York Times vertreten. Das hat vor und nach ihm nie wieder ein Autor vollbracht.


Die Handlung

US-Staat Georgia, Anfang der 30er Jahre. Paul Edgecomb hat es durch seine ruhige und umsichtige Art zum Oberaufseher des Staatsgefängnisses Cold Mountain gebracht. Mit seinen beiden Kollegen betreut er hier den Block E - den Todestrakt. Hierher kommen die Menschen, die eine solch abscheuliche Straftat begangen haben, dass sie vor dem Gesetz ihr Recht zu Leben verwirkt haben. Ihre letzten Tage verbringen diese Verbrecher in der Obhut der Wärter Paul Edgecomb, Percy Wetmore und Harry Terwilliger, bis zum Tode durch den elektrischen Stuhl.

Paul ist mittlerweile Alt geworden und lebt im Jahre 1998 in einem Seniorenheim. Er hat all seine Freunde und engste Familienmitglieder überlebt und führte ein insgesamt einsames Leben. Beim gemeinschaftlichen Fernsehen fängt er plötzlich an zu weinen, als der Film "Ich tanz’ mich in dein Herz hinein gezeigt wird und Fred Astaire und Ginger Rogers das Lied Cheek to Cheek singen. Eine aufmerksame Freundin versucht ihn zu trösten. Mit ihr teilt Paul seine Erinnerung an einen ganz besonderen Häftling, den er seither nicht mehr vergessen konnte.

Seine Geschichte beginnt im Jahre 1932, als der neue Häftling John Coffey, ein geistig zurückgebliebener Farbiger, in sein Gefängnis überführt wird. Der nervtötende Wärter Percy Wetmore bringt ihn in den Todestrakt, den berüchtigten Block E und ruft dabei genießerisch: "Wandelnde Leiche!" (im Original: Dead Man Walking!), was dem Oberaufseher Paul missfällt und er es aus diesem Grunde unterbindet. Paul Edgecomb missbilligt, was die Verurteilten getan haben, aber er respektiert das Leben als solches. Bis zur Vollstreckung des Urteils hält er sich an seine beruflichen Anweisungen und versucht das Beste aus der allgemeinen Situation zu machen. In diesem Oktober leider Edgecomb an einer schlimmen Blasenentzündung. Nur unter Schmerzen kann er den Tag begehen. Seinen Kollegen Percy Wetmore kann er nicht ausstehen. Paul weiß aber das Witmore seine Stellung aufgrund des politischen Einflusses seiner Familie hat. Somit ist er gezwungen mit ihm auszukommen. Der neue Gefangene, der eben in seine Zelle geführt wird ist John Coffey. Ein 2 Meter großer Hüne und muskelbepackter Afroamerikaner, der hier seine Zeit absitzen soll, wegen Vergewaltigung und Mordes an zwei kleinen Mädchen.
Bald schon muss Paul Edgecomb feststellen, dass der äußere Eindruck, den der Gefangene vermittelt nicht der Wahrheit entspricht. Als die Wärter ihm die Ketten entfernen, steht der Gefangene nur verloren herum. Obwohl Coffey so riesig und muskulös ist, hat er Angst in der Dunkelheit. Er scheint auch nicht wirklich intelligent zu sein. Eher naiv, fast schon zurückgeblieben, denn er kann im Grunde genommen nur in sehr kurzen Sätzen sprechen.
Als der neue Insasse verstaut ist und sich die erste Unruhe im Zellentrakt, welcher nur von einem weiteren Gefangenen derzeit bewohnt wird, gelegt hat, setzt sich John Coffey und spricht die zwei Sätze aus, die der Oberwärter niemals in seinem Leben wieder vergessen wird: "Ich kann nichts dafür, Boss. Ich wollte es aufhalten, aber es war zu spät."

Als Paul mit dem neuen Häftling alleine ist, ruft dieser ihn zu sich in die Zelle. Obwohl dies natürlich völlig unüblich ist, kommt der Oberaufseher der Bitte nach. Irgendwie scheint er selbst nicht zu wissen wieso er dies tut.
"Was willst du, John Coffey?" – "Ich will nur helfen." Und mit diesen Worten fasst Coffey Paul zwischen die Beine.
Paul spürt eine seltsame Kraft, ähnlich einer Art von Elektrizität, die von dem Häftling ausgeht und seinen gesamten Unterleib geradezu durchflutet. Sofort wird ihm klar das seine Blasenentzündung verschwunden ist, außerdem ist es, als hätte man ihn wachgerüttelt, ihm die Augen geöffnet, ihn die Wahrheit erkennen lassen über alles was im Leben wichtig ist. Der Insasse hat eine Gabe, eine unnatürliche und mächtige Fähigkeit. Er kann jedes Lebewesen von Krankheiten und Qualen heilen. Es ist ihm gegeben Leben zu retten. Das alles macht Paul Edgecomb sehr nachdenklich, denn warum sollte Gott einem Mörder solche Fähigkeiten schenken? Erste Zweifel an der Schuld Coffey´s kommen auf.

Der Häftling John Coffey zieht den Aufseher Paul immer mehr in seinen Bann, seine ganze ruhige Art, sein nahezu kindlicher Charakter - seine ganze Lebensart und sein Charme lassen immer mehr den Verdacht aufkommen das hier jemand unschuldiges zum Tode verurteilt wurde.Während seiner Zeit im Gefängnis rettet John noch weiteren das Leben bzw befreit sie von Qualen. Alleine in dieser kurzen Zeit polarisiert und beeindruckt er die Menschen in seiner Umgebung. Jede kleine Tat und sei es nur das Leben der Maus, welche als Haustier des Mitgefangenen dient, ist für John Coffey etwas wert. Das alles geht so weit, das Paul Edgecomb beschließt den Todeskandidaten einfach laufen zu lassen. Doch dieser weigert sich. John sehnt sich nach seinem Tod. Er kann das Leben, so wie es ist, mit all dem Leid und dem Schmerz, den sich die Menschen untereinander zufügen, einfach nicht mehr ertragen. Einen einzigen Wunsch hat er nur noch. Einmal möchte er einen Film sehen. Noch nie in seinem Leben konnte er ein Kino besuchen oder im TV einen Film sehen. Die Wärter erfüllen ihm diesen Wunsch und arrangieren für ihn eine Privatvorführung im Hinrichtungsraum. Gezeigt wird der neueste Fred-Astaire-Film "Ich tanz’ mich in dein Herz hinein" mit dem berühmten Lied "Cheek to Cheek".

Es kommt der Tag der Hinrichtung und alle Wärter sind voller Mitleid für ihren neugewonnenen Freund, der ihnen so viel beigebracht hat und die Schwächen des Lebens aufgezeigt. Harry kann seine Tränen kaum verbergen. Als John Coffey dann noch darum bittet das Licht nicht zu löschen und auf die Haube zu verzichten, sind alle emotional an Ihrem Limit angekommen. John´s letzten Worte: "Es tut mir leid, dass ich so bin". Paul ist gezwungen den letzten Befehl auszurufen. "Stufe zwei!"

Auf der Veranda seines Hauses bricht Paul zusammen. Paul hatte sein Leben lang keine weiteren Beschwerden oder Gebrechen und so viele Menschen überlebt - nun sehnt auch er den Tod herbei. Paul Edgecomb kann nicht vergessen, „eines von Gottes wahren Wundern“ getötet zu haben. Er und die von Coffey geheilte Maus, Mister Jingles, durchleben ein unnatürlich langes Leben, welches Paul mittlerweile schon als Strafe empfindet, dessen Ende auch zum Schluss des Filmes nicht eintritt, als er schon 108 Jahre alt ist. Er fragt sich wie lange er wohl noch weiterleben wird.

Mit "The Green Mile" und "Die "Die Verurteilten" erreichte Regisseur Frank Darabont ein Millionenpublikum. Schade das nicht weitere solcher Erfolge folgten. Erst mit der Serie "The walking Dead" konnte wieder ein Erfolg geknüpft werden - wenn auch eher ein Kassenerfolg statt ein intellektueller.
90%
Fazit:
Nach seinem Kontakt mit John Coffeys magischen Kräften ist er aufgrund seiner immens verlängerten Lebensspanne dazu verurteilt mitanzusehen, wie nach und nach alle seine Freunde und schließlich auch seine Frau sterben während er als einziger auf der Erde sein Leben in Einsamkeit fristen muss. Den einzig konstanten Weggefährten stellt die Maus Mr. Jingels dar, welche sein Schicksal teilt und ebenfalls mit einem unnatürlich langen Leben gesegnet ist. Am Ende hatte John Coffey doch noch die Freunde gefunden, die er sein Leben lang gesucht hatte - und genau diese Menschen mussten ihn nun hinrichten.
Der Film gibt so unglaublich viel Denkstoff her, dass es eigentlich kaum Kritiker geben kann/darf, die diesem Werk nicht ihren Zuspruch geben können. Es hat eine ganz eigene Art zu fesseln und bietet unendlich viel Stoff für philosophische Diskussionen. Auch über das Leben selbst und ob man wirklich ewig leben will.
Dieser Film muss eigentlich jeden faszinieren und ist eine wahrliche Bereicherung in jeder Filmsammlung - kein bloßes Must-have-seen. Für mich gehört "The Green Mile" in den kleinen Kreis der Filme die etwas ganz besonderes erreicht haben. Sicherlich keine leichte Unterhaltung, bestimmt kein Streifen den man sich immer mal wieder hervor holt - aber schauspielerisch und von der Handlung her eines der ganz großen Werke die Hollywood hervorgebracht hat. Wer diesen Film noch nicht gesehen hatte, sollte dies unbedingt nachholen.
* In Gedenken an Michael Clarke Duncan alias John Coffey *

The Green Mile


1999

Krimi, Drama, Fantasy, Mystery

Zur Filmseite

Im Handel seit 03. 12. 2003


Kommentare (3)


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Chev
12.04.16 - 21:07
Oh. Vielen Dank

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eichi
12.04.16 - 21:13
Gerne. Hat mir wirklich Spaß gemacht die Kritik zu lesen. Auch wenn ich einiges von "Wissenswertes" bereits kannte, war es wieder toll darüber zu lesen.
eichi
02.04.16 - 21:47
ich habe es geliebt, diese kritik zu lesen... unglaublich gut geschrieben, interessant gestaltet und dazu passt auch noch unsere meinung über den film überein!!!

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