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Das Ende ist erst der Anfang
Kritik von ( 91 ) am 22. 04. 2016 0 Kommentare
Dominion ist also die neue Serie, die uns Serienjunkies in den Bann ziehen soll? Na dann wollen wir diese einmal analysieren und zerpflücken und uns eine eigene Meinung darüber bilden.

Ein paar Hintergrundinfo´s schaden nie...

Dominion ist ein Serien-Event, welches auf dem Film "Legion" beruht und wurde unter Mitwirkung von Vaun Wilmott geschrieben, der unter anderem auch für die Serie "Sons of Anarchy " geschrieben hat. Die Serie basiert auf dem Film "Legion", welcher 2010 erschienen ist. Von der Serie gibt es nur zwei Staffeln. Aufgrund zurückgehender Einschaltquoten auf dem US-amerikanischen Sender SyFy wurde danach nicht weiter produziert. Leider, denn so bleibt das Ende offen.

Worum geht es ?

Es ist bereits 25 Jahre her, da erklärten die Engel der Menschheit den Krieg, weil sie diese dafür Verantwortlich machten, dass Gott sich zurückgezogen hat und seither nicht mehr aufzufinden ist. Nirgendwo mehr spürt man seine Präsenz und sogar seine Söhne, der Erzengel Gabriel und sein Bruder Michael, sind auf der Suche nach ihm. Einige Engel geben nun den Menschen die Schuld. Vom Gedanken getrieben, dass Gott wiederkommt, wenn die Menschheit ausgelöscht wurde, versuchen sie nun genau das zu vollbringen. Nur der Erzengel Michael schlägt sich auf die Seite der Menschen und stellt sich seiner Rasse entgegen. Gemeinsam mit den Menschen gelingt es ihm einige Städte zu retten. In denen leben die Menschen zusammengepfercht und kämpfen jeden Tag ums Überleben.
Michael und Gabriel sind Erzengel und damit die höchste Himmelsmacht. Die Anführer beider Gruppen. Gabriel hat seine Engel, sogenannte Unterengel um sich gescharrt. Sie haben weniger Fähigkeiten und leben ursprünglich nur im körperlosen Zustand. Um physisch Present zu werden, können sie in den Körper eines Menschens fahren und diesen in Symbiose nutzen oder eben den menschlichen Geist gänzlich unterdrücken. Sie sind die sogenannten Schwarzaugen - eine Abwandlung der Unterengel - von denen es noch mehrere gibt. (Da durchzusteigen ist mir allerdings bis zum Schluss nicht gegönnt gewesen.) Grundhandlung ist nun der Krieg zwischen Engel und Menschen der Stadt Vega, welche aus den Überresten der Stadt Las Vegas entstanden ist. Vega ist nun so eine Art Hauptstadt geworden. Daneben erfahren wir noch von Helena, einer Stadt in der ausschließlich Frauen herrschen und der Stadt Neu Deplhi, die bis zum Schluss eher geheimnisvoll bleibt.

Haupthandlung:
Was ist das Erfolgsrezept vieler Serien? Natürlich in erster Linie Macht. Das gibt es auch in Dominion. Was wir also vorfinden sind viele Handlungsstränge, die ich mal versuche in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit zu sortieren.
Zunächst haben wir da eben den ständigen Krieg zwischen Engel und Menschen. Die Engel wollen die Menschheit ausrotten und die Menschen wehren sich indem sie um ihr Überleben kämpfen. Hoffnung erhalten sie durch den Mythos des Auserwählten. Einem Kind, das geboren wird um die Engel zurückzuschlagen und wieder für Frieden zwischen den beiden Fronten zu sorgen. Relativ schnell wird das Geheimnis um diesen Auserwählten gelüftet, der mittlerweile schon zu einem jungen Mann herangereift ist und seit Kindheit an von Erzengel Michael vorbereitet wurde. Michael intensiviert nun die letzten Vorbereitungen und bringt ihm das Kämpfen bei. Wobei die Lektionen recht knapp und schnell vollzogen sind.

Nebenhandlungen
• Die beiden Brüder Erzengel Michael und Gabriel sind zerstritten in der Meinung um die Ausrottung der Menschheit und dem Rückzug ihres Vaters - Gott. Sie lieben sich, aber sie kämpfen gegeneinander und trachten sich nach dem Leben. Würden sich aber nie umbringen. Im Gegenteil, sie retten sich sogar gegenseitig.

• In der Stadt Vega gibt es einen millitärischen Führer eigentliches Oberhaupt der Stadt, sowie verschiendene Senatoren und andere wichtige Leute. Typisch menschlich versuchen immer andere Menschen die Macht über die Vega zu erlangen und zu regieren. Somit entsteht ein ständiger Kampf untereinander.

• In einer Stadt außerhalb leben die Helenen. WIe gesagt, bestehend aus hauptsächlich Frauen. Diese sind technisch unterlegen und das Überleben der Gemeinschaft ist in Gefahr. Abgesandte aus Helena kommen zu Verhandlungen immer wieder nach Vega und schmieden dort ihre Intrigen mit dem Ziel, die Stadt zu übernehmen und zu ihrem Vorteil zu nutzen.

• In Vega werden die Menschen in Kategorien eingeteilt. V1 ist die niedrigste Form und damit der sozial niedrigste Status. Arbeiter und unbedeutende Menschen ohne besondere Rechte. V2 sind die Soldaten und Millitärangehörigen. Sie sind für die Sicherheit der Stadt und ihrer Führer verantwortlich. Damit schon im Rang ebenbürtig mit einigen einflussreichen Stadtvätern. Senatoren etc können den Rang V3 erreichen und gehören damit der Elite an.
Das diese unterschiedlichen Kategorien natürlich ebenfalls für Kämpfe und Uneinigkeit sorgen ist klar. Also auch hier gibt es erneute Intrigen und Rebellionen.

• Obwohl die Menschen gegen die Engel Krieg führen, leben auch immer Engel unter den Menschen. Unentdeckt und wie ganz normale Menschen. Hier und da fliegt mal eine Tarnung auf und es kommt zu Exekutionen. Ein neuer Krisenherd entsteht.

• Was natürlich auf keinen Fall fehlen darf sind die ganzen Lovestory´s. Der einfache Soldat liebt im Geheimen die Tochter des höchsten Führers. Die Tochter muss allerdings den Sohn des ersten Senators heiraten. Obwohl sie das Kind des Soldaten in sich trägt. Der Sohn des Senators ist mit seinem Vater allerdings arg zerstritten. Bei dem ersten Angriff der Engel, versteckte sich die Familie im Schrank. Der damals noch sehr kleine Sohn konnte allerdings seine Angst nicht unterdrücken und fing zu weinen an. Das hörten die Engel und töteten seine beiden Geschwister und die Mutter. Das kann der heutige Senator seinem Sohn, der sich zu einem Prediger mauserte, niemals verzeihen.

• Im Laufe der Jahre haben es die Erzengel natürlich auch auf einige Feinde gebracht. Sie haben in Sodom & Gomorrah gewütet, in Babylon , kurz gesagt, sie haben zahlreiche biblische Massaker veranstaltet im Namen Gottes, ihres Vaters. Auch hier tauchen also immer wieder Unterengel auf, die sich an den beiden Rächen wollen und sie für ihre Sünden bezahlen lassen.

• Gabriel und Michael haben noch zwei Geschwister. Eine Schwester, die versucht die beiden zu versöhnen, aber eigentlich mehr auf Michael´s Seite steht und da ihre sexuelle Ausrichtung der holden Weiblichkeit dient, hat sie auch ein Faible für die Abgeordnete der Stadt Helena. Der dritte und älteste Bruder verfügt über ähnliche Fähigkeiten wie Gott selbst und hört auf den Namen Luzifer. Ich denke dieses Familienmitglied muss man nicht weiter erläutern...

• Es gibt noch einige weitere Nebenhandlungen die sich von Folge zu Folge einschleichen und für ein ordentliches Chaos im Kopf des Zuschauers sorgen. Ich belasse es mal bei diesen hier genannten um das Interesse an der Serie nicht zu vergraulen, denn eigentlich hat sie das nicht verdient.

Was soll man nun von der Serie erwarten?

Die erste Staffel von Dominion macht richtig Spaß. Es gibt so viel zu entdecken und man ist stets bemüht die Zusammenhänge zu verstehen. Stück für Stück wird man in die Situationen eingeführt und bekommt einen Vorgeschmack auf das was einen erwarten wird. Die Idee vom Krieg Engel gegen Menschen ist dabei ganz gut gewählt. Der Zuschauer erhält eine Mischung aus allen erfolgreichen Serien vergangener Tage. Die Schwarzaugen (Unterengel) sind im Grunde genommen vergleichbar mit den Zombies aus "The walking dead ". Sie sind blutrünstig und versuchen die Menschheit auszulöschen, in dem sie jagen, kratzen und beißen. Dann haben wir da den Auserwählten Alex Lannen (Christopher Egan ) an der Seite von Erzengel Michael (Tom Wisdom ) die stark an "Supernatural" erinnern. Naja und dann die zahlreichen Nebenszenarien, da ist der "Denver Clan " genauso vertreten wie "Defiance ". Von allem etwas dabei was den Genreherz höher schlagen lässt - eigentlich.

Warum funktioniert die Serie nicht und schaffte es nur zu 2 Staffeln?
Damit kommen wir nun zur eigentlichen Rezension zu Dominion. Nachdem ich nun beide Staffeln gesehen habe, befinde ich mich in einem Zwiespalt. Es gibt so vieles was ursprünglich gut ist und Lust auf mehr macht, auf der anderen Seite aber auch einiges an Selbstzerstörungspotential.

Der Cast

Fangen wir mit dem Casting an. Der Auserwählte ist schlicht schlecht besetzt worden. Keine neuen Ideen, bis auf die sich verändernden Tattoos an seinem Körper ist diese Hauptrolle mit Christopher Egan schlicht mies besetzt. Der Charakter hebt sich nicht besonders hervor. Nicht nur das die schauspielerische Leistung weit unter dem Niveau anderer Rollen untergeht. Gleiches trifft auf den Erzengel Michael zu, der von Tom Wisdom verkörpert wird. Als solch mächtiger Engel, wird ein schmächtiger und ausdrucksloser Schauspieler verpflichtet, noch dazu mit katastrophaler Frisur und dem Temperament einer Valium. Er wirkt weder besonders cool noch sonst irgendwie emotional. Lustlos trifft es am ehesten. Hervorstechender und auch schauspielerisch überzeugender sind da die Nebenrollen. Luke Allen-Gale als William Whele überzeugt durch Mimik und spielt damit den Hauptcharakter locker an die Wand. Nicht gleich zu Beginn, aber er mausert sich als Sohn des Konsuls David Whele der wiederum genial von Anthony Head umgesetzt wird. Anthony spielt für mich die überzeugendste Rolle. Shivani Ghai als Arika/Evelyn ist optisch schön anzusehen und hätte eine bessere Rolle verdient gehabt. Zum Beispiel die der Claire Riesen, dem späteren Oberhaupt der Stadt Vega. Leider wurde diese an Roxanne McKee vergeben, die einfach unpassend ist. Nicht einmal unbedingt schauspielerisch, sondern vom ganzen Typ her. Kim Engelbrecht passt hingegen wieder sehr gut. Mal so mal so...
Fazit zum Casting ist somit, dass es schlicht oft an Qualität mangelt und auch einige Charaktere optisch nicht dem entsprechen, was sie verkörpern sollen.

Die Handlung und die Flut an Nebenhandlungen

Dann haben wir noch die zahlreichen Nebenhandlungen. Das sind einfach viel zu viele. Man hätte sich auf einige wesentliche zunächst konzentrieren sollen und weitere erst dann einführen, wenn die vorherige zumindest soweit abgeschlossen ist, dass man sie beruhigt im Hinterkopf vergraben kann. Das ständige Springen von einer Handlung in die Nächste ist für den Zuschauer anstrengend und schwer in Zusammenhang zu bringen. Was unter anderem auch daran liegt, dass in Dominion nicht nur zwischen zahlreichen Handlungen gesprungen wird, sondern auch noch in den Zeiten. Besonders wenn es um die familiären Belange der Erzengel geht. Zack - da wird eine Erinnerung eingeblendet, in der es um eine biblische Stelle geht. Zu erkennen zunächst nur daran, dass Michael auf einmal lange Haare hat. (Was im Übrigen viel besser zu der gesamten Rolle gepasst hätte.)
Kurz gesagt, es gibt zu viele Sprünge in Zeit und Nebenhandlung, die für reichlich Verwirrung sorgen und den Seriengenuss ad absurdum führen.

Wo ist das Besondere?

Die Special Effects und technischen Highlights wurden schon vor Ausstrahlung sehr gelobt. Zu viel wie ich finde. Wenn die Engel ihre Flügel ausbreiten, dann ist das wirklich sehenswert, aber das Aaaaaah weicht gleich dem Oh-Mein-Gott wenn die Engel zum Flug ansetzen oder wahlweise landen. Die Starts und Landungen sind furchtbar. Für eine Serie tricktechnisch sicherlich gut, aber das wäre auch besser gegangen. Der Serie fehlt es an Besonderheiten. Irgendetwas herausragendes. Die Charaktere schwächeln, die Handlung ist überlaufen und nicht einmal die Machart kann so richtig überzeugen. Alles bleibt in der Mittelmäßigkeit, bzw weit unter seinen Möglichkeiten.

75%
Fazit:
Das Fazit ist ein lachendes und ein weinendes Auge. Die erste Staffel ist absolut sehenswert ! Ganz klar. Leider kann das Niveau nicht gehalten werden, bzw die Produzenten wollten dann zu viel. Die Darsteller entwickeln sich nicht wie gehofft weiter. Man kann sich nicht an die Rollen gewöhnen, weil gerade die Hauptakteure schauspielerisch nicht überzeugen. In der zweiten Staffel entsteht dann ein richtiges Chaos mit den Sprüngen in Zeit und Handlung, wodurch das Zuschauen zur Anstrengung wird und damit den Filmgenuss trübt. Es ist wirklich schade das die Serie nicht weiterproduziert wurde. Obwohl die zweite Staffel in den Staffeln ab der 9ten Folge wirklich verwirrend ist, bietet das Ende dann doch noch reichlich Potential für eine Fortsetzung. Ich würde mir auf jeden Fall die 3 Staffel auch noch kaufen um zu erfahren wie es weitergeht. Insgesamt ist die Serie nicht schlecht, auch wenn das so klingen mag, sie hat einen guten Unterhaltungswert gehabt.
Außerdem hasse ich es, wenn Serien einfach aufhören. Produzenten sollten per Gesetzt dazu verpflichtet werden eine Serie die über eine Staffel hinausgeht wenigstens mit einem vernünftigen Ende zu versehen - und sei es nur eine einzige weitere, abschliessende Folge. Grausam wie man da den Zuschauer einfach hängen lässt.

Dominion Season 1 & 2


2014

Action, Drama, Fantasy, Horror, Sci-Fi, TV-Produktion

Zur Filmseite

Im Handel seit 12. 02. 2016


85%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Das Bild ist klar und scharf. Lediglich die Überlagerungen sind manchmal nicht gut gelungen. Oft ist zu erkennen das eine Szene vor einem Bluescreen spielt. Heutzutage muss schon etwas mehr aus dem Bild herausgeholt werden, da die Fernsehtechnik vorangeschritten ist und somit dem Zuschauer auch die kleinsten Fehler nicht mehr entgehen. Der Cineast ist verwöhnt und diesem Anspruch wird das Bild nur zu 85% gerecht.
85%

Tonqualität


Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1)

Der Sound ist absolut stimmig zur Serie. Die Geräuschkulisse ist angepasst und keiner Zeit aufdringlich. Bei den Explosionen, Kampfszenen und bestimmten anderen Ereignissen hätte ich mir einen etwas satteren, kraftvolleren, eindrucksvolleren Klang gewünscht, der das zusehende noch untermalt. Hier hingegen bleibt es auf einem Niveau.
35%

Bonusmaterial


Staffel Eins:
• Deleted Scenes
• Gag Reel
• Episodenguide

Staffel Zwei:
• Episodenguide
• Director´s Extended Cut
• Deleted Scenes

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