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„Sekunden, die keine Sekunden mehr waren, sondern sich zu Minuten ausdehnten. Die Zeit stand still.“
Kritik von ( 136 ) am 10. 05. 2016 0 Kommentare
Jeder geht anders mit dem Verlust eines geliebten Menschen um. Manch einer trauert still für sich alleine, ein anderer lässt seine Gefühle jedem gegenüber raus und zeigt seine Tränen und es gibt eben auch jene, die Ihre Trauer in ein anderes Gefühl umwandeln, zum Beispiel in Hass und Wut. Es gibt kein Geheimrezept wie man Trauer und Verlust am besten verarbeitet. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Natürlich bleibt eines immer offen, die Frage nach dem Warum. Wenn ein geliebter Mensch durch einen plötzlichen Unfalltod stirbt, dann ist das für alle Hinterbliebenen unfassbar. Nur was ist, wenn es gar kein Unfall war, sondern Absicht? Was lässt sich leichter verarbeiten, der frei gewählte Tod oder der Verlust durch einen tragischen Unfall? Letztendlich nimmt sich der Tod nichts, der Mensch, der eben noch da war, ist weg und kehrt nie wieder.

3 Jahre ist der Tod von Isabelle Reed schon her, aber Ihr Mann Gene und ihre Söhne Jonah und Conrad, haben den Verlust noch nicht verkraftet. Isabelle war eine Kriegsreporterin. Sie war selten zu Hause und lebte die meiste Zeit in Afghanistan, Irak oder Syrien. Dort hatte sie die Aufgabe Fotos zu machen und Sie war brillant in Ihrer Arbeit. Jedoch hat sie sehr oft über den Sinn der Bilder nachgedacht. Denn schließlich ist es fraglich, ob man eine Trauerfeier in Syrien um einen kleinen Jungen fotografieren sollte? In den USA kommt kein Journalist zu einer Trauerfeier um Fotos zu machen. Aber im Krieg ist eben alles anders und als Fotografin hat Sie auch wirklich alles gesehen. Als Isabelle in den Ruhestand geht, stirbt Sie kurz darauf bei einem Autounfall. Jedoch bleibt fraglich ob von Ihr nicht eine gewisse Absicht dahinter war, ihr Leben zu beenden.

Gene versucht nun 3 Jahre später seine verstorbene Frau mit einer Ausstellung Ihrer Fotos und einem Schriftstück über Ihr Lebenswerk zu huldigen. Bei der Recherche für einen Zeitungsartikel kommen immer mehr Wahrheiten über Isabells Leben und Tod ans Licht. Die Söhne verarbeiten die Situation jeder auf seine Weise eher schlecht als recht. Nach und nach muss die Familie lernen wieder zusammen zu wachsen. Der Film baut sich sehr langsam auf und zeigt in vielen Rückblenden, nach und nach, wie die Zusammenhänge sind. Die Spannung wird dabei durchweg gehalten und keine Minute vergeht, in der man sich nicht fragt wie die Story wohl weiter geht.

Die Charaktere werden alle sehr stark beleuchtet und man hat als Zuschauer die Gelegenheit sich von allen Hauptpersonen ein recht umfangreiches Bild zu machen. Während der Vater recht nüchtern mit der Trauer umgeht, zeigt sich beim älteren Sohn Jonah eine sehr lockere Sichtweise. Allerdings nur auf den ersten Blick, im Laufe des Filmes erfährt man, wie jeder der Protagonisten wirklich mit dem Verlust der Mutter beziehungsweise Ehefrau lebt. Vor allem der 15jährige Conrad wird einen überraschen. Mal abgesehen von dem Umgang mit Trauer, handelt der Film aber auch vom Krieg und Bildern die im Krieg entstehen. Vor allem die Rückblenden und Gedanken von Isabelle sind sehr faszinierend. Sie philosophiert über den Sinn Ihres Jobs, über die Manipulation durch Bilder und den Unsinn des Krieges. Da lässt wahrscheinlich keinen Betrachter des Filmes unberührt und somit ist Louder Than Bombs auf jeden Fall ein Streifen der zum Nachdenken anregt.
86%
Fazit:
Trauerdrama und ein wenig Kriegsfilm in einem Film zusammengefasst. Ganz still und leise, mit höchster Konzentration und Spannung, kommt dieser Streifen mit grandioser Besetzung daher. Nach knapp 2 Stunden sitzt man ergriffen und nachdenklich vor dem TV Gerät und die Chance sich den Film ein zweites Mal an zu sehen liegt bei 100%. Für jeden zu empfehlen, der Unterhaltung in ruhigen Geschichten sucht, die einen berühren.

Louder than Bombs


2015

Drama

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Im Handel seit 20. 05. 2016


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