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Wir mussten ihn isolieren - er hat sich mit den anderen geprügelt
Kritik von ( 91 ) am 16. 05. 2016 1 Kommentar
Mit Creed erscheint im Grunde genommen eine weitere Fortsetzung der Rocky-Reihe...
Oder ist es doch eher der Anfang einer ganz neuen Karriere? Zu hoffen wäre es, denn obwohl natürlich der Vorgänger den Stamm der Geschichte bildet, handelt es sich hier doch gleichzeitig um einen Ableger, der die Fähigkeit hat, seine ganz eigene, neue Rolle zu erarbeiten.

Für mich persönlich ist Rocky Teil 2 das Maß der Dinge, wenn es um Boxerfilme geht. Selbstverständlich gibt es auch noch andere gute Filme rund um diesen Sport, aber speziell dieser Teil entsprach dem damaligen Anspruch und kann noch heute begeistern. Rocky 2 konnte mitreißen und hatte mit Apollo als Gegner einen Charakter den es konstant später nicht mehr gab.
Mit "Creed" werfen die Produzenten nun den Sohn der damaligen Boxlegende Apollo Creed (gespielt von Carl Weathers) in den Ring. Dabei haben sie genau bedacht, was der Zuschauer heute von einem guten Kinofilm erwartet.
Es reicht nicht mehr aus einfach nur Boxszenen zu zeigen und den Aufbau vom kleinen Amateursportler zum ganz Großen im Geschäft. Heutzutage braucht der Cineast mehr um mitgerissen zu werden und sich emotional auf das Gezeigte einzulassen. All das wurde bedacht und zustande gekommen ist eine wirklich gelungene Fortsetzung, bzw ein Neuanfang.

Handlung:

Adnois Johnson (gespielt von Michael B. Jordan ) ist ein Waisenjunge. Seine Mutter ist früh gestorben und seinen Vater hat er nie kennengelernt. Eigentlich ist Adonis, genannt Don, ein guter Junge. Er hat nur ein Problem und das ist sein Stolz. Niemand spricht negativ über seine Familie, ansonsten kann es recht schnell handgreiflich werden. Als Don wieder einmal in Isolationshaft sitzt, taucht unerwartet eine Frau auf, die genau zu wissen scheint wer er ist. Sie spricht von seinem Vater und erklärt ihm, dass es sich hierbei ebenfalls um ihren verstorbenen Ehemann handelt. Adonis ist ein Seitensprung gewesen der großen Boxlegende Apollo Creed. Die Frau bittet Don mit ihr nach hause zu kommen. Sie bietet ihm ein Zuhause und eine Zukunft an - aus Respekt an seinen Vater.
Adonis nimmt die Herausforderung an. Er geht zur Schule, wird ein erfolgreicher Finanzmanager und lebt ein normales Leben. Der Boxsport wird zu einem Hobby, welches er wie ein Doppelleben behandelt. Doch eines Tages kann er seine Leidenschaft nicht mehr unterdrücken. Don weiß das es sein Schicksal ist Boxer zu werden und in die Fußstapfen seines Vaters zu steigen. Er kündigt seinen hervorragenden Job und beichtet seiner neuen Mutter sein Vorhaben. Die ist davon gar nicht begeistert, da ihr Mann Apollo im Ring während eines Kampfes gestorben ist. Damals an der Seite von Rocky, der ihn trainierte.

Don sucht seinen Weg. Er zieht aus und versucht wie einst Rocky Balboa (Sylvester Stallone ) sich selbst zu trainieren und bei Null zu beginnen. Es stellt sich jedoch heraus das es nicht leicht sein wird ein Gym zu finden, Trainingseinheiten zu absolvieren die ihn voran bringen und jemanden, der ihn unterstützt und sein Talent fördert. Da erinnert er sich an Rocky. Apollo und Rock trafen als Gegner aufeinander und wurden nach dem Kampf zu Freunden. Zu einer Familie. Don besucht also das Restaurant "Adrian´s", welches noch immer von der alternden Boxlegende betrieben wird. Wider erwarten fühlt sich Rocky aber zu alt um noch im Boxgeschäft mitzumischen. Lange Rede - kurzer Sinn, es kommt wie es kommen muss. Adonis wird von Rocky trainiert. Schnell wird den Boxpromotern klar, dass hinter Adonis Johnson der Name Creed steht und das sich daraus Profit schlagen lässt. Sie bieten ihm viel Geld und die Chance auf einen großen Boxkampf an. Einzige Bedingung ist, er muss unter dem Namen seines Vaters in den Ring steigen. Adonis Creed.
Die Vorbereitungen auf den Kampf beginnen und Don muss sich vielen Herausforderungen stellen. Dem Schatten seines Vaters, seinem bisherigen Leben, der Liebe und dem Training für seinen bisher wichtigsten Boxkampf. Dabei ist er nicht der Einzige der noch einmal beweisen muss das er ein Kämpfer ist. Auch Rocky hat nicht nur mit dem Alter und seiner Leidenschaft fürs Boxen Brücken zu überwinden. Als Balboa während des Trainings im Boxring zusammenbricht erhält er die Diagnose Krebs. Die selbe Krankheit, die ihm schon seine Frau Adrian nahm. Rocky ist alt und seine Zeit ist um. Er will gegen den Tumor nicht mehr ankämpfen, sondern nur noch Adonis´s großen Fight über die Bühne bringen und die Zeit die ihm verbleibt. Doch Adonis und Rocky wachsen zusammen und angespornt durch den jungen Boxer nimmt auch Rocky den Kampf gegen die Krankheit auf.

Insgesamt gelang Regisseur Ryan Coogler ein wirklich toller Film in jeglicher Hinsicht. Creed - Rocky´s Legacy funktioniert als Fortsetzung der Rockyreihe ebenso gut wie als Neuanfang einer hoffentlich zu erwartenden Creedreihe. Dabei wurde, wie bereits anfangs erwähnt, der Zahn der Zeit sehr gut getroffen. Creed ist zu keiner Zeit langatmig oder zu klischeehaft. Nicht übertrieben und nicht kitschig. Endlich entstand ein ernstzunehmender Boxfilm der wieder neue Maßstäbe setzt - ohne dabei den Kultstatus von Rocky zu verletzen. Sylvester Stallone wird geschickt eingesetzt als alternde Legende. Er übernimmt quasi unbemerkt den Platz des ehemaligen Trainers Mickey. Hier und da gibt es immer wieder kleinere Anspielungen auf vergangene Tage. So wird Adrian ins Spiel gebracht, Pauli, Mickey und natürlich Apollo. Insgesamt aber so subtil, das der Fan zwar weiß worüber gesprochen wird, jenes aber so zur Nebensache heruntergespielt wird, dass man nie das Gefühl entwickelt, es geht hier um eine Fortsetzung. Vorrangig bleibt der Eindruck einer Anlehnung an Rockys Leben, aber es geht immer um Adonis "Creed" Johnson. Einem völlig neuen Boxer mit dem Potenzial für viele weitere Boxkämpfe auf der Kinoleinwand.
85%
Fazit:
Obwohl ich mich auf "Creed" gefreut habe, muss ich mir eingestehen, dass ich keine großen Erwartungen hatte. Ausgehend davon das es ein neuer Teil der Rocky Saga wird.
Doch schnell wurde klar das genau dies scheinbar nicht passieren wird. Es entstand viel mehr ein völlig neuer Film, der genauso gut eigenständig (be)stehen könnte und sich lediglich den Erfolg von Rocky zu nutzen macht um zwei Geschichten miteinander zu verknüpfen. Schauspielerisch konnte mich jeder Protagonist überzeugen. Vor allem natürlich Michael B Jordan - von dem ich zuvor noch nie gehört hatte.

Wirklich gute Unterhaltung und eine ganz klare Kaufempfehlung ! Am besten sofort zuschlagen ...

Creed - Rockys Legacy


2015

Drama, Sport

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Im Handel seit 05. 05. 2016


Kommentare (1)


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eichi
17.05.16 - 06:43
REPLY
Ich bin sehr überrascht über deine gute Bewertung. Ich persönlich hatte mir nicht vorstellen können, dass ein weiterer Boxfilm rund um Rocky und Co funktionieren kann. Auch schien es mir fast an den Haaren herbeigezogen, dass man den Creed Sohn dafür auswählte. Immer wieder die gleiche aufgewärmte Geschichte, vom Underdog, der sich nach oben kämpft/boxt... ich weiß nicht. Aber deine Kritik versprüht etwas, was mich nun doch ein wenig an den Film glauben lässt. Bin nun schon sehr gespannt, wie er mir gefallen wird.

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