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Kritik von ( 92 ) am 13. 07. 2016 0 Kommentare
Eine Kriminalgeschichte, welche noch dazu auf der Realität beruht, klingt für mich zunächst immer interessant. So ist es auch mit Legend. Der Trailer und die Geschichte drumherum, machten eine Sichtung natürlich unumgänglich.

Der Regisseur
Mir hat es zunächst sehr gut gefallen, dass Regisseur Brian Helgeland hier mit von der Partie ist. Einige meiner Lieblingsfilme stammen aus seinem Drehbuch. Zum Beispiel: Mystic River, Fletcher’s Visionen, Mann unter Feuer oder auch Green Zone.
Mit L. A. Confidential gelang ihm 1997 der große Durchbruch und seither produziert er durchweg gute Filme. Als Autor und als Regisseur. Man darf also ruhig gespannt sein.

Die Handlung
Die Handlung hat die Geschichte geschrieben. Da der Film sich an einer wahren Begebenheit orientiert, ist der Leitfaden schon mal vorgegeben. So oder zumindest annähernd so, sollte auch die filmische Darstellung verlaufen.

Die identischen Zwillinge und skrupellosen Gangster Reginald und Ronald Kray (beide gespielt von Tom Hardy) schafften es in den 50/60er Jahren, ein kriminelles Kleinimperium aufzubauen. Zu dieser Zeit war London von Gewalt und Brutalität nahezu durchzogen. Die Kray-Brüder setzten dem Ganzen aber noch die Krone auf und schockierten durch ihre Barmherzigkeit und ihre überzogenen Gewaltausbrüche. Beide wuchsen bereits so auf. Auch untereinander kam es immer wieder zu Anfeindungen, die nicht selten eskalierten. Da die Zwillinge als Amateurboxer ihr Leben bestritten, gerieten sie häufig aneinander.
Sie pflegten Kontakt zu der Prominenz Londons und waren in den Nachtclubs und Bars bekannt. Nicht nur Filmstars oder Firmenbosse gehörten dazu, sondern auch einflussreiche Politiker. Es gelang ihnen nach und nach das East End von London zu kontrollieren.

Ronnie und Reggie sind zwar identische Zwillinge, haben aber bis auf ihre gewalttätige Psyche rein gar nichts gemeinsam. Irgendwie gelingt ihnen die Karriere im kriminellen Milieu, ohne sich dabei gegenseitig zu töten. Doch es kommt wie es kommen muss. Während der eine Bruder die Firma auf sozialtaugliche Beine stellen will, um zukünftig legal zu profitieren, sehnt sich der andere nach der guten alten Zeit zurück.

Eindrücke vom Film
Tom Hardy wird für seine Rolle in Legend geradezu in den Himmel gelobt. Immer wieder liest man die Worte "Oskar" , "Best Actor", "Große Schauspielkunst" etc . Dem kann ich mich hier nur uneingeschränkt anschließen. Tom macht den ganzen Film erst so richtig sehenswert. Er übernimmt hier eine Doppelrolle, die man besser nicht hätte besetzen können. Obwohl beide Charaktere vom selben Schauspieler interpretiert wurden, hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hier wirklich nur einen Darsteller zu sehen. So gut, so magnetisch und derart unterschiedlich spielt Hardy die beiden Zwillingsbrüder. Eine tolle Leistung und auch da möchte ich den Kritikern zustimmen - oskarreif!!

Die Handlung von Legend ist also interessant und kann packend sein. Es ist eine von diesen Mafiageschichten, die genug Potenzial haben, um die Zuschauer zu fesseln und zu begeistern.
Wir haben in den Hauptrollen die absolut perfekte Idealbesetzung. Mit einem Tom Hardy, der hier wiedereinmal zweihundert Prozent gibt und die Filmfans überzeugen kann. An seiner Seite eine Emily Browning die sich für ihre Leistung ebenfalls nicht zu verstecken braucht. Grandios.
Alles wurde von einem Regisseur Helgeland umgesetzt und begleitet, der mehrfach bewiesen hat, dass er zu den Größen seines Faches gerechnet werden darf.

Ergo ein klasse Film, oder ?
Nein - nicht wirklich...
65%
Fazit:
Obwohl ich den Film gut finde, kann er mich nicht zur Begeisterung hinreißen - leider.

Viele Sequenzen wirken einfach viel zu lang - schon fast langweilig. Auf der anderen Seite bleiben mir zu viele Fragen übrig. Was treibt die beiden Brüder an? Warum eskaliert es am Ende so plötzlich? Warum konnten sie das nicht vorhersehen und warum nicht verhindern? Irgendwie hat es Regisseur Brian Helgeland geschafft an dem Thema vorbeizuarbeiten. Es fehlt mir persönlich an Tiefe und am Fleisch des Handlungsskelettes. Wer meine Kritiken schon einmal verfolgt hat, weiß das ich gerne Filme mag, bei denen man den Kopf einschalten muss/darf. Die mitreißen können und man am Ende da sitzt und einfach fasziniert darauf wartet, das Gehirn auszuschalten. Genau das fehlt mir hier leider. Mir missfällt die Gesamtstruktur und die Darstellung des Handlungsaufbaus.

Kurzgesagt: Die zielorientierte, thematische Auseinandersetzung ist irgendwie mittendrin verlorengegangen.

Ich hätte mir vom Anfang an doch etwas mehr Helgeland gewünscht und weniger verzweifelter Scorsese-Abklatsch. Irgendwann mittendrin habe ich das Interesse verloren, obwohl ich von Tom Hardy und Emily Browning geradezu gefesselt, verblüfft und überrascht war, bleibt nur ein fades Gangster-Biopic übrig, welches leider in der Mittelmäßigkeit feststeckt. Nach zwei Stunden sah ich dem Ende dann doch freudig entgegen.

Legend


2015

Biographie, Krimi, Drama, Geschichte, Thriller

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Im Handel seit 12. 05. 2016


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