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Mit dem Herz, aber auch mit dem Kopf durch die Wand. Der Titel ist Programm.
Kritik von ( 14 ) am 26. 09. 2016 0 Kommentare
Eine französische Komödie. Zuerst war ich skeptisch, da ich mit dem französischen Schauspiel nicht so viel anfangen kann. Einfach zu starkes Overacting.
Aber die Inhaltsangabe hörte sich interessant an, also habe ich zugesagt, den Film anzuschauen und eine Kritik zu verfassen.

Die Ausgangsidee ist recht spannend. Eine Frau zieht in eine Wohnung ein. Wie sich herausstellt, ist die Wand zur Nachbarwohnung so dünn, dass der Nachbar alles mitbekommt. Da der Nachbar ein leicht verschrobener Erfinder ist, möchte er natürlich nicht gestört werden. Deshalb fällt ihm so einiges ein, die neue Nachbarin aus ihrer Wohnung zu vertreiben. Doch sie hält dagegen. In diesem Zuge zeigen beide Seiten ein kreatives Maß an Erfindungsreichtum wie man den Nachbarn durch Geräusche ärgern kann. Da beide in ihrer Wohnung arbeiten, er als Erfinder, sie als Klavierlehrerin, bleibt natürlich auch viel Zeit um sich gegenseitig zu ärgern.
Irgendwann gibt eine Seite nach und sie erstellen einen Ablaufplan wann wer seinen geräuschlastigen Arbeiten nachkommen darf, um den Nachbarn möglichst wenig zu stören.
Nach und nach entsteht eine Freundschaft durch die Wand hindurch. Bis hin zu einer Liebesbeziehung durch die Wand. Ohne sich jemals gesehen zu haben. Ohne Berührung. Öhm…. Ok. Funktioniert. Irgendwie. Sogar das gemeinsame Abendessen, um dem anderen den jeweiligen besten Freund vorzustellen, funktioniert. Der Abend entwickelt sich sogar zu einem richtigen Erfolg. Und obwohl sich die beiden Seiten nicht sehen, sind die Freunde von dem jeweiligen Partner begeistert.

Natürlich muss aber was schief gehen. Nur eitel Sonnenschein wäre auf Dauer für so einen Film natürlich nicht so spannend und der Zuschauer muss ja auch unterhalten werden.
Viel mehr möchte ich von der Story nicht verraten, da sonst die Spannung verloren geht.

Die Story Idee ist mal was Neues. Wann agieren die Darsteller schon mal mit einer Wand? Also außerhalb von Green Screens. Das man sich dennoch in eine Person verlieben kann ohne sie je gesehen zu haben, nimmt man den Schauspielern ab. Sie machen ihre Sache so gut, dass man zum Teil die Wand nicht mehr wahrnimmt. Das miteinander agieren ist zudem denkbar schwierig. Das Setting passt aber perfekt zu der kuriosen Situation und unterstützt die emotionale Entwicklung. Die Kameraperspektiven, in denen man beide Räume gleichzeitig sieht, zeigt dem Zuschauer wie die Personen sich zueinander wenden. Ihre Möbel fangen an sich zu spiegeln und es kommt der Eindruck der räumlichen Nähe - eigentlich fehlt nur noch eine Tür.
76%
Fazit:
Leider ist die Story Entwicklung doch sehr vorhersehbar. An vielen Stellen hatte ich gedacht: “Jetzt passiert bestimmt das.” oder “Das sagen sie gleich.”. Und oft hatte ich damit recht.

Im Großen und Ganzen ein schöner, lustiger, und auch emotionaler Film, den man mal so zwischendurch anschauen kann. Mehr als einmal anschauen werde ich ihn aber nicht. Dafür ist er auch wieder nicht interessant genug. Schön fand ich, dass sich die Schauspieler beim Overacting sehr zurück gehalten haben. Das Setting hat richtig gut gepasst.

Ein paar Überraschungen hätte dem Film allerdings gut getan. So bleibt er mit der Idee erfrischend aber nur kurz im Gedächtnis und wird wohl schnell wieder verblassen.

Mit dem Herz durch die Wand


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