F. Scott Fitzgerald veröffentlichte 1921 die Kurzgeschichte "Der seltsame Fall des Benjamin Button", in der er die simple, aber doch geniale Idee durchspielte, wie wohl das Leben eines Mannes aussehen würde, wenn dieser rückwärts altert. Also als alter Greis zur Welt kommt und als Säugling stirbt.
David Fincher ("Sieben", "Fight Club") hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Geschichte auf die Leinwand zu bringen.
Vor allem optisch ist Fincher mit diesem Film ein Meisterwerk gelungen. Vor den Maskenbildnern in "Der seltsame Fall des Benjamin Button" kann man nur den Hut ziehen. Die visuellen Alterungen der einzelnen Charaktere könnten nicht besser umgesetzt werden.
Brad Pitt hat mir besonders gut gefallen. Er hat seine Rolle wirklich toll umgesetzt. Vom alternden Greis, der optisch die 80iger Grenze weit überschritten hat, im Inneren jedoch die Neugierde eines Kleinkindes versprüht, bis hin zum schönen Jüngling, der die Welt entdeckt.
Der Film hat zwischendurch etwas langatmige Momente, was aber bei einer Laufzeit von über 160 Minuten nicht besonders verwunderlich ist. Erwähnenswert wären wohl auch die witzigen Szenen und kleinen Nebengeschichten, die über den ganzen Film verteilt sind. Damit meine ich zum Beispiel den Heimbewohner, der Benjamin immer wieder fragt, ob er ihm schon erzählt hat, dass er in seinem Leben sieben Mal vom Blitz getroffen wurde, und dabei jedesmal eines der Male erklärt. Besonders bei diesen Szenen konnte man im ausverkauften Kinosaal großes Gelächter vernehmen.
Ich würde "Der seltsame Fall des Benjamin Button" jetzt nicht unbedingt als Meisterwerk bezeichnen, ansehen sollte man ihn sich aber auf alle Fälle einmal.
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Der seltsame Fall des Benjamin Button
(The Curious Case of Benjamin Button) - USA 2008
Regie: David Fincher
Cast: Brad Pitt, Cate Blanchett, Julia Ormond, Jason Flemyng, Taraji P. Henson,...
Genre: Mystery-Drama
Laufzeit: ca. 165 Minuten / FSK 12