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2 Kritik: Für immer Shrek


Wenn die Zeit zum Abschiednehmen gekommen ist, sollte man es mit einem riesigen Feuerwerk tun, um in Erinnerung zu bleiben. Gerade die Filmbranche ist schnelllebig. Heute wird über einen neuen Kinofilm gesprochen, der häufig schon am nächsten Tag zur verblassenden Erinnerung geworden ist. Shrek, der grüne Oger, ist sich dessen bewusst und dementsprechend fällt sein neuestes und wahrscheinlich letztes Abenteuer aus: verrückt, wahnsinnig, witzig, allerdings wenig neu und teilweise auf Rentnerniveau.

Schließlich ist Shrek nicht mehr der, der er einmal war. Mittlerweile lebt er ein spießiges und wohlbehütetes Leben mit seiner Frau Fiona und ihren gemeinsamen drei Kindern. Die Luft ist raus, niemand hat mehr Angst vor ihm und seine Aufgaben bestehen nun vor allem darin, die Kids zu füttern und den Haushalt zu schmeißen. Das ist zwar sicherlich auf die eine oder andere Weise erfüllend, jedoch fehlen ihm die Abenteuer früherer Tage. Bei der Geburtstagsparty seines Sohnes ist es dann soweit: Die Gäste bringen ihn endgültig zur Weißglut, er brüllt so laut wie ein Oger nur brüllen kann und verdrückt sich. Unterwegs trifft er auf den recht klein gewachsenen Rumpelstilzchen, der ihm ein Angebot unterbreitet: Falls Shrek ihm einen seiner Lebenstage überlässt, könne er ihm sein altes Dasein zurückgeben. Shrek unterzeichnet ohne zu wissen, dass Rumpel ihm den Tag seiner Geburt nimmt – und damit seine Existenz. Die Handlung ist nun sicherlich nicht komplex, besonders tiefgängig oder kreativ, eignet sich aber besten für die Familienunterhaltung. Sie bietet aufgrund ihres Umfangs nämlich für Menschen jeder Alters- und Interessegruppe etwas: Seien es konventionelle Slapstick-Einlagen, über die Kinder wie Erwachsene lachen können, seien es hin und wieder kleine Wortwitze oder die Tatsache, dass man eben merkt, wie alt die Charakter tatsächlich geworden sind. Nicht nur Shrek hat seinen Pepp verloren, auch der Gestiefelte Kater vermisst seine Agilität. Aus ihm ist ein fetter und äußerst fauler Kater geworden, der nur frisst und schläft. Kaum läuft er drei Meter, ist er schon einem asthmatischen Anfall nahe – köstlich!

Das Highlight der Figuren ist allerdings weder Shrek noch der Kater, sondern Rumpelstilzchen. Mit seinem jähzornigen und übertriebenen Auftreten stiehlt er allen mühelos die Show. Der kleine Kerl mit den sich seinem Gemütszustand anpassenden Perücken kompensiert seine Körpergröße durch Frechheiten und kontrastiert damit seine immersüßen und putzigen Kollegen. Auch Shrek ist trotz seines Kampfes gegen den von ihm unterzeichneten Vertrag ein Sympathiebolzen, der durch seine Tollpatschigkeit charmant und unbeholfen wirkt. Daneben gibt es freilich noch die üblichen Verdächtigen, wie z.B. Esel, der gewohnt lässig ist und coole Sprüche vom Stapel lässt. Kurzum: Die Charakterzeichnung stimmt einfach. Jeder von ihnen hat etwas Einzigartiges – und auch einmalige Veränderungen bedingt durch den Altersprozess – und jeder ebnet sich seinen Weg ins Herz des Kinobesuchers. Sogar die Kinder von Shrek schaffen dies durch ihre unglaublich süße Animation, wenngleich sie nicht lange durchs Bild flimmern. Probleme hat »Für immer Shrek« dennoch: Shreks Suche nach Verbündeten bzw. einer Möglichkeit, dem Vertrag mit Rumpel zu entkommen, wird zwischenzeitlich langweilig. Die eingebaute »Dornröschen«-Story wirkt aufgesetzt und man findet kaum emotionalen Zugang dazu. Zudem lassen sich viele Späßchen nach einer Weile vorausahnen, was sie schlussendlich die großen Lacher kostet.

Fazit:
Shrek ist fort, es lebe Shrek! Der Oger hat in seinem voraussichtlich letzten Streich die einen oder anderen Schwierigkeiten zu bewältigen, bietet insgesamt aber einen gelungenen Familienfilm. Trotz der inzwischen gesetzteren Figuren ist der alte Stil unverkennbar, der Charme genauso vorhanden wie der gewohnte Witz. Überraschungen bleiben aus, das Tempo zeitweise auch, »Für immer Shrek« verspricht trotzdem einen gelungenen Abend. Vielleicht nicht unbedingt im Kino, auf DVD oder BluRay aber allemal.

Wertung: 7/10

Dein Kommentar

Kommentare (1)

Filmfreak
12.07.2010 - 16:58
Sehr informative Kritik zu diesem wahrscheinlich letzten Shrek-Abenteuer von Dir Daniel! Smile

Wird auf BD zum komplettieren der Sammlung auf alle Fälle gekauft!
Wink

Registrierte User
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10.07.2010 - 08:15 — von Daniel Nuber

Bild zu Kritik: Für immer Shrek
Userkritiken 1 Kommentar
zum Film zum Film

Startdatum:
30. 06. 2010


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