HIDE
The Ides of March - Tage des Verrats
73.9/100

The Ides of March - Tage des Verrats

FILM • 2011 • 1 Std. 37 Min.


Regie: George Clooney

Darsteller/-innen: Ryan Gosling, Marisa Tomei, Paul Giamatti, George Clooney, Jeffrey Wright, Philip Seymour Hoffman, Evan Rachel Wood, Max Minghella

Genre: Drama



Stephen Meyers (Ryan Gosling) ist ein ausgemachter Karrieretyp. Bereits mit Anfang 30 organisiert er die Wahlkampagne des US-Präsidentschaftskandidaten Mike Morris (George Clooney). Stephens Auftreten ist selbstbewusst, seine Strategien ausgeklügelt. Leidenschaftlich tritt er für seine Ideale ein. Eines ist klar: Stephens Laufbahn zeigt steil nach oben. Selbst eine Affäre mit der jungen Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood) lässt ihn seine Ziele nicht aus den Augen verlieren. Aber sein eitler Ehrgeiz ist zugleich auch Stephens große Schwachstelle, die ein alter Hase der Gegenseite gnadenlos ausnutzt, um ihm eine perfide Falle zu stellen. Und so ist Stephen plötzlich gezwungen sich zu entscheiden: zwischen Karriere und Idealen, Herz und Verstand, Sieg oder Untergang...


Passende Beiträge:


Filmkommentare (1)


Beitrag schreiben


8martin

8martin


FILME
1.217

NEWS
2

FORUM
0
09.09.19 - 19:12
Das ist wieder mal einer der besseren Filme von und mit George Clooney. Was den Titel betrifft so ist das nur für die Zielgruppe der gebildeten Zuschauer interessant oder für die, die Herrn Google fragen.
Clooney spielt den Gouverneur Morris, der sich um das Amt des amerikanischen Präsidenten bewirbt. Wir werfen einen Blick hinter die Wahlkampfkulissen. Da wird mit harten Bandagen gekämpft: es gibt Lagerwechsel, Erpressung und Mord. Stephen Meyers (Ryan Gosling) arbeitet für Morris und schläft mit der jungen Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood). Die hat es auch mit dem Gouverneur getrieben und ist von ihm schwanger.
Nach einer Abtreibung, die Stephen für sie bezahlt, wird Molly tot aufgefunden. Wer’s war ist klar. Meyers kann nun Morris erpressen.
Nach langer Anlaufzeit kommt endlich Spannung in den Plot. Zuvor hatten sich die gegnerischen Wahlkampfleiter bekriegt: Philip Seymour Hoffman für die Morris-Truppe und Paul Giamatti für den Gegenkandidaten Pullman. Journalistin Ida (Marisa Tomei) versucht ihr eigenes Süppchen zu kochen, wird benutzt, wenn’s einem in den Kram passt und fallen gelassen wie die besagte Heiße Kartoffel, wenn nicht.
Skrupellosigkeit feiert fröhliche Urständ. Hier ist der Mensch dem Menschen ein Wolf. Trotz dieser schmutzigen Geschäfte im Hintergrund dreschen die Politiker weiterhin in der Öffentlichkeit leere Phrasen von Anstand, Respekt und Loyalität. Höhepunkt ist der geschliffene Dialog zwischen Moor und Meyers, bei dem klar wird, dass dem Wahlkampfleiter handfeste Beweise fehlen und der Gouverneur volles Risiko geht, weil er ahnt, dass Meyers nichts gegen ihn in der Hand hat. Er kann ihn nur zu seinem leitenden Mitarbeiter befördern. Trotz aller eiskalten Gerissenheit lässt das Drehbuch, an dem Clooney mitgearbeitet hat noch jede Menge Emotionen zu.
Nette Verbeugung vor Alfred Hitchcock: am Ende holt eine neue, junge Praktikantin Kaffee.

Antwort abgeben