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2 Kommentare

J. Edgar

DEINE MEINUNG?


2011

Genre: Biographie, Krimi, Drama

Spieldauer: ~ 136 Minuten

Regie: Clint Eastwood

Cast: Leonardo DiCaprio, Naomi Watts, Judi Dench, Geoff Pierson, Geoff Stults, Armie Hammer, Jessica Hecht, Josh Hamilton, Ryan McPartlin, Ed Westwick, Kaitlyn Dever, Josh Stamberg, Jordan Bridges, Christian Clemenson, Ken Howard, Michael Rady, Gunner Wright, Jack Donner, Jack Axelrod, Brady Matthews, Cheryl Lawson, Dylan Burns, David A. Cooper, Allen Nabors, Sadie Calvano, Billy Smith, Kelly Lester, William Bebow, Scot Carlisle, Michael James Faradie

Kurzbeschreibung: Fast 50 Jahre lang war J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) der Chef des Federal Bureau of Investigation - so stieg er zum mächtigsten Mann in Amerika auf. Um sein Land zu schützen, schreckte er vor nichts zurück. Er überlebte die Regierungen von acht Präsidenten und drei Kriege, er kämpfte gegen reale und eingebildete Bedrohungen, wobei er die Gesetze oft recht eigenwillig auslegte, um den Schutz seiner Landsleute zu gewährleisten. Seine Methoden waren ebenso heroisch wie skrupellos, und all das diente nur dem einen Ziel, das er nie erreichte: Er wollte von der Welt bewundert werden. Geheimnisse waren Hoover überaus wichtig - vor allem die anderer Menschen. Er zögerte nie, solche Informationen einzusetzen, um die führenden Köpfe des Landes in seinem Sinne zu beeinflussen. Er handelte nach dem Motto: Wissen ist Macht, und Furcht bietet Chancen. Auf diese Weise konzentrierte er eine beispiellose Macht in seiner Person und erwarb sich einen Ruf, der ihm die Achtung aller sicherte - und ihn unantastbar machte. So wie er sein öffentliches Image steuerte, so sorgfältig verbarg er sein Privatleben - nur ein kleiner, abgeschirmter innerer Kreis genoss sein Vertrauen. Sein engster Mitarbeiter Clyde Tolson (Armie Hammer) war auch sein ständiger Begleiter. Seine Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts), die wohl am besten über Hoovers Pläne Bescheid wusste, blieb ihm bis zu ihrem Ende treu - und darüber hinaus. Nur Hoovers Mutter (Judi Dench), seine Inspiration und sein Gewissen, verließ ihn - ihr Tod war ein furchtbarer Schlag für den Sohn, der sich sein Leben lang um ihre Liebe und Anerkennung bemüht hatte.


Filmkommentare (2)


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Chev
30.05.12 - 18:31
Wie hatte ich mich doch auf diesen Film gefreut. Clint Eastwood´s Regiearbeiten sind mittlerweile schon legendär und ich hoffe wir bekommen noch weitere zu sehen, denn er versteht es wie kein Anderer intelligente und interessante Filme zu produzieren.

Als ich J.Edgar dann sah, hatte ich in den ersten 10 Minuten schon diesen "WOW-Effekt". Ich war schon sehr begeistert. Leonardo DiCaprio als Hauptfigur J.Edgar in verschiedenen Altersabschnitten kann voll und ganz überzeugen. Ich kann mir beim besten Willen niemanden mit Filmkenntnis vorstellen der an seiner Darbietung auch nur den kleinsten Makel finden würde. Absolut top - so macht es Spaß einen Film zu schauen. Man wird von Beginn an in den Bann des Hoover´s gezogen und das ist zum größten Teil DiCaprio´s Verdienst.

Zum Film selbst kann ich nur sagen, das er wiedereinmal großartig ist, auf jeden Fall sollte er in jede Sammlung gehören.
Ich brauche den Film in den Einzelheiten nicht zu wiederholen, das hat ja schon Filmosoph getan.

Meine Begeisterung hält sich jedoch auch in Grenzen, da mir der Film insgesamt zu viele Längen hat. Dieses Problem habe ich bei vielen Eastwood Produktionen. Die Zeitsprünge und die Sprünge in den unterschiedlichen Facetten des J.Edgar Hoover verlangen dem Zuschauer schon einige Konzentration ab und sind teilweise nicht sehr passig. Einige Themen werden dann wirklich bis zum letzten ausgereizt - andere wiederum werden nur angerissen. Die vermeintliche Homosexualität des Hoover ist bis heute nur ein Mythos. Clint Eastwood inszeniert daraus jedoch eine kleine Randliebesstory.

Der gesamte Film wird in den USA sicherlich mehr angenommen als hier bei uns in Europa. Den Patriotismus, die Angst und die Freiheitsliebe... naja, sowas ist für uns Europäer eher schwer nachzuvollziehen. Wir hüllen hier die Meinungsfreiheit und die Angst vor Terrorismus auch nicht in die Nationalflagge und nehmen Belügen und Überwachung des eigenen Volkes als erklärtes Mittel zum Zweck einfach hin. Auch wir haben hier Institutionen wie FBI (BKA), CIA (MAD), NSA (BND) etc... nur bei uns bekommt man davon so gut wie nie oder eher zufällig etwas mit. Die Amerikaner lieben und respektieren allerdings diese Organe.

Alles in Allem also ein guter Film für den interessierten Zuschauer, jedoch meiner Meinung nach sonst mit geringem Unterhaltungswert.So ist es aber wohl immer bei einer filmischen Biographie, oder? Wer dann noch mit den Längen leben kann, wird diesen Streifen sicher sehr mögen.

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Filmosoph
23.03.12 - 14:18
Clint Eastwoods gut recherchierte Filmbiographie erregte im Vorfeld vor allem ob einer Frage die Gemüter: Wie wird der zweifache Oscar-Gewinner zur angeblichen Homosexualität des FBI-Gründers J. Edgar Hoover Stellung nehmen?
Eastwood gibt in diesem Film eine eindeutige Antwort und erzählt dies insgesamt - wie so oft - äußerst subtil. Dies muss betont werden. Die Art und Weise, wie sich Eastwood der umstrittenen Figur von Hoover nähert, zeugt von großer Erzählkunst und Filmerfahrung insgesamt.
Im Rahmen der biographischen Erzählung schildert Eastwood den Aufbau des FBI und dessen ideologische Vorgeschichte. Wie man später erfährt, wird der Plot anhand der Autobiographie von Hoover nacherzählt, mit den üblichen Ausschmückungen und Lücken. Die Lücken wiederum füllt Eastwood selbst auf: Etwa als Hoovers Mutter ihrem Sohn erklärt, dass sie lieber einen toten als homosexuellen (im Film sehr umwunden formuliert) Sohn hätte. Dies zählt auch zu den beeindruckendsten Szenen des Filmes, der sich letztlich sogar zum "Liebesfilm" entwickelt.
Bemerkenswert erscheint mir auch die Grundstimmung des Filmes: dieselbe ist merkwürdig kalt und fast schon mechanisch; auch hier ist der Film differenzierend: einerseits gibt Hoover vor, immer für das Gute zu kämpfen, andererseits machte er dies mit eiskalten, bis heute umstrittenen Methoden. Die Grundstimmung verdeutlicht dies über die Laufzeit des Filmes.
Insgesamt haben sich aber dann doch ein paar Längen eingeschlichen, die den positiven Eindruck aber kaum trüben.
J. Edgar ist weder ein Actionfilm, noch ein Thriller, sondern ein astreines Drama. Für die differenzierende Annäherung an diese historisch umstrittene Figur verdient der Film Lob, auch wenn dies sicher einer der anstrengendsten Filme von Clint Eastwood ist. Für Cineasten.

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