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Der Schnee am Kilimandscharo
90.0/100

1 Bewertung

Der Schnee am Kilimandscharo

FILM • 2011 • 1 Std. 47 Min.


Regie: Robert Guediguian

Darsteller/-innen: Anais Demoustier, Jean-Pierre Darroussin, Marilyne Canto, Julie-Marie Parmentier, Ariane Ascaride, Gerard Meylan, Adrien Jolivet, Jean-Baptiste Fonck

Genre: Drama



Obwohl er seinen Job verloren hat, ist Michels (Jean-Pierre Darroussin) Leben erfüllt. Umgeben von seiner Frau Marie-Claire (Ariane Ascaride), mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist, seinen Kindern und Enkeln sowie den Freunden der Familie, führt er ein glückliches Leben. Diese Zufriedenheit wird erschüttert, als zwei junge, maskierte Männer sie überfallen, fesseln und ihre Hochzeitsringe und das gesparte Geld für einen Trip zum Kilimandscharo stehlen. Tief erschüttert wird Michel jedoch, als er feststellen muss, dass einer der Männer, die zeitgleich mit ihm entlassen wurden, für den Überfall verantwortlich ist.


Filmkommentare (1)


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8martin

8martin


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26.05.13 - 18:42
Der Titel verleitet die Oldies zum Lossingen und bei entsprechender Musik machen sie Tanzschritte zum Blues ‘zwei links, eins rechts‘. Inhaltlich passt der Song von Pascal Danel natürlich besser zu Henry Kings gleichnamigem Film. Hier ist er nur Ausdruck der französischen Lebensweise (‘Savoir vivre‘). Robert Guédiguian hat nicht nur wieder eine Liebeserklärung an Marseille (immer wieder Hafenansichten) und die Arbeiter dieser Stadt gemacht, sondern einen eindringlichen Appell an Solidarität formuliert. Und das tut er in unglaublicher Konsequenz: der Arbeitslose Michel (Jean-Pierre Darroussin) und seine Frau Marie-Claire (Ariane Ascaride) werden von einem ebenfalls arbeitslosen, allein erziehenden Kollegen überfallen und ausgeraubt. Es folgt eine unglaubliche Reaktion der Betroffenen, unaufdringlich untermauert mit Hinweisen auf den großen Jean Jaurès. Keineswegs langweilig, sondern ernsthaft zwar, aber mit viel Witz und warmherzigem Charme (z.B. Telefonat: ‘Schläfst du noch?‘ – ‘Nein, ich rede im Schlaf!‘). Der Film zeigt Verständnis für beide Seiten und erfreut mit kleinen Details. Bei so viel Solidarität kann einem eigentlich fast nichts passieren. Man muss es halt dem Zuschauer und im Film den eigenen erwachsenen Kindern erklären.
Verblüffend in der Konsequenz; grenzüberschreitend regt der Film zum Nachdenken an. Hass und Rache waren gestern, heute in der globalisierten Welt hilft nur Solidarität.

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