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Django Unchained
82.6/100

98 Bewertungen

Django Unchained

FILM • 2012 • 2 Std. 38 Min.


Regie: Quentin Tarantino

Darsteller/-innen: Samuel L. Jackson, James Remar, Kerry Washington, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Walton Goggins, Kurt Russell, Anthony LaPaglia, Franco Nero, M.C. Gainey, James Russo, Sacha Baron Cohen, Christoph Waltz, Don Johnson, Gerald McRaney, RZA

Genre: Drama, Western




Copyright: © Szenenbild aus Django Unchained

Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django (Oscar®-Preisträger JAMIE FOXX), ein Sklave, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Oscar®-Preisträger CHRISTOPH WALTZ) Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat – tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meistgesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda (KERRY WASHINGTON) finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie (der für einen Oscar® nominierte LEONARDO DICAPRIO). Candie ist der Eigentümer von „Candyland“, einer berüchtigten Plantage, auf der Sklaven von Trainer Ace Woody (KURT RUSSELL) in Form gebracht werden, um in sportlichen Wettkämpfen gegeneinander anzutreten. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen (der für einen Oscar® nominierte SAMUEL L. JACKSON). Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden...



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Filmkommentare (4)


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8martin

8martin


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08.06.18 - 18:23
Tarantino ist eine großartige Huldigung an den guten, alten Spaghetti-Western gelungen. Auf Schritt und Tritt assoziiert man Querverbindungen mit dem ‘Lied vom Tod‘. Nicht nur bei den musikalischen Übernahmen von Ennio Morricone. Auch der Woodstock-Veteran Richie Havens berührt immer noch mit seinem Schrei nach ‘Freedom‘. Lange Kameraeinstellungen mit Slow-Mo und viel verspritztem Tomatensaft verdeutlichen die emotionale Schlagkraft dieses Rachedramas, das durch exzessive Folterszenen schockiert. Wir Deutschen spielen nicht nur wegen Christoph Walz als Dr. King Schultz eine bedeutende Rolle: es sind z.B. Namen wie ‘Broomhilda’ oder die nordisch variierte Siegfried-Sage. Walz ist überhaupt der überragende Akteur dieses Films, dem es gelingt durch seinen abgehobenen, etwas gespreizten Sprachgebrauch eine Distanz zum brutalen Kopfgeldjäger-Geschäft herzustellen. So verleiht leise Komik dem Geschehen eine zusätzliche Qualität. Daneben beeindruckt Leonardo diCaprio, der den geschäftstüchtigen, herzlosen Südstaaten-Macho sehr differenziert darstellt und von Jetzt-auf-Gleich vom liebenswürdig-schleimigen Geschäftsmann zum bestialischen Monster werden kann, beraten vom alten Stephen (Samuel L. Jackson beeindruckt als Typ).
Das große Thema – neben der Liebesgeschichte (Jamie Foxx und Kerry Washington) – ist natürlich die Sklaverei. Eines der häufigsten Worte ist ‘Nigger‘. Bei uns sollen ja Kinderbücher vom Wort ‘Neger‘ gesäubert werden. Die Verwendung bereitet Tarantino offenbar keine Probleme. Großartig, historisch, oscarwürdig.

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laropan


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14.09.14 - 17:53
Extrem guter Tarantino! Wahnsinnig gute Besetzung, vor allem durch Christoph Waltz, und tolle Filmmusik. Eine packende und bewegende Geschichte vereint mit etwas Brutalität und Humor.
Sehr gut gelungen!

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Chev

Chev


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28.06.13 - 09:32
Dem allgemeinen Hype um Django konnte Tarantino meiner Meinung nach nicht gerecht werden. Der Vorteil dieses Filmes ist, egal welche Kritik man im Vorfeld gelesen hat, welcher Werbung man sich nicht entziehen konnte oder welche Diskussion über Django man verfolgt hat, eines konnte man sich sicher sein, Tarantino wird trotzdem überraschen.
Genau so erging es auch mir. Ich habe so ziemlich jeden Film des Regisseurs gesehen. Einige fand ich gut, einige nicht - aber jedes Filmwerk hatte den TarantinoStempel - eben genau das was diese Filme ausmacht und von anderen abhebt.
Dies wird auch wieder deutlich wenn man sich Django anschaut. So ist das Thema schon gewagt gewählt. Noch dazu in der Verpackung eines Italowestern.
Naja, aber das ist alles nichts neues. Bereits The Last Hunt machte den Rassismus zum Thema des Westerngenres. Allerdings ging es nicht um farbige Amerikaner, sondern natürlich um die Ureinwohner Amerika´s. Und politische Western dieser Art gab es noch reichlich.
Was also macht Djano unchained so besonders?
Eigentlich ist es lediglich die Handschrift des Regisseurs. Im Grunde genommen kann Quentin drehen was er will. Durch seine akribische Recherche und seine Vorliebe für die detaillierte Darstellung für Szenen die sonst eher in den Hintergrund geraten ist er bekannt geworden.
Beispielsweise findet man in keinem Western je eine SlowMo wie die Kugel eindringt, die Haut dabei in Fetzen legt, die Jacke geradezu sprengt und das Blut durch die Luft fliegt. Tarantino schafft es immer wieder das man eine Person in seinem Film wirklich verachtet oder eben amüsant findet.
So auch wieder hier. Dr King Schultz ist irgendwie einfach, gerade heraus, nicht ungebildet und wortgewandt. Er schert sich nicht um den Rassismus und ist fast selbstlos dazu bereit seinem freiem Sklaven Django zu helfen dessen Liebe zu finden. Man mag also diesen Dr Schultz - und das obwohl er auch ein skrupelloser Kopfgeldjäger ist, der immer sein Ziel verfolgt, dem es egal ist einen jungen Vater zu erschießen im Beisein seines Sohnes. Für den Doc ist das Leben der mutmaßlichen Delinquenten absolut wertlos und ohne mit der Wimper zu zucken knallt er sie ab um sein Lohn dafür zu kassieren.

Fazit:
Es ist und bleibt ein TarantinoFilm. Mehr und besser kann man diesen Streifen eigentlich nicht beschreiben. Ein recht langweiliger Italowesternverschnitt der alleine dadurch punkten kann, dass er von Quentin Tarantino ist. Wer also den Regisseur mag, der wird auch den Film mögen. Die Fangemeinde ist groß, also wird auch der Film zum Erfolg.
DiCaprio und Foxx sind wirklich großartig, aber Waltz ist hier unübertroffen und alleine er ist schon eine Sichtung wert.

Ich mag Tarantino eigentlich ebenfalls, aber eher die früheren Werke.

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kurenschaub

kurenschaub


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23.01.13 - 10:06
Wo TARANTINO drauf steht, ist Tarantino drin. Und das tut dem echten Western nicht gut. Was war das eigentlich?
Im besten Fall eine viel zu lange Komödie mit recht netter Story, aber mit dramatischen Einlagen voll ungeheuer Brutalität und gespickt mit Westernelementen.
Aber keinesfalls ein richtig guter Western selbst. Der Film hat einen feinen Soundtrack, tolle Kostüme, eine erstklassige Bebilderung, coole Darsteller und viel zu viele Einstellungen der gräßlichen und schlimmen Art von Körperzerfetzerei, welcher ein Klassewestern niemals benötigt.
Django Unchained kann sich in keinster Weise mit Westernperlen wie der schwarze Falke - mein großer Freund Shane, Red River oder spiel mir das Lied vom Tod messen.
Allesamt zu gut, zu authentisch, zu sensibel subtil und zu sehr einzementiert als Klassiker bis in die Ewigkeit.
Django Unchained hat neben dem spritzigen Handlungsablauf vor allem nur eines:
Einen wunderbaren Charakterschauspieler in Christoph Waltz, der Österreicher hat hier keine Nebenrolle, sondern zweifellos eine Hauptrolle, welche er mit ungeheurem Charme, großer Ironie und hochqualitativer Ausstrahlung zum Besten gibt.
In diesem Streifen ist er unbestritten das Ass im Ärmel von Tarantino, der jeden andern Schauspieler mit lockerer Leichtigkeit in die Kajüte schickt.
Er ist der große Lichtblick in diesem Komödienmelodram, in welchem konsequent und nahezu minutiös Licht und Schatten wechseln.
Als Django Unchained in dem letzten Drittel dieser Blutorgie, seine Schlachtplatte nochmals auf ein nie dagewesenes Höchstmaß auffrisiert und keine Tapete mehr von den unzähligen ungustiösen Gedärmespritzer und roten Saft Fontänen heil ist, keimt in mir bereits wirklich ein leises Sehnen auf, es möge nun bald vorbei sein!
Aber gleich darauf hängt der gut rüberkommende Jamie Fox verkehrt und sado maso mäßig behelmt von der Decke und soll sich in wenigen Sekunden später zwischen seinen nackten Schenkeln einer Gehängekastration unterziehen.
Spätestens dann habe ich es so gut wie 100% sicher gewußt - der Film möge als Fight gegen den nie enden wollenden Rassismus in aller Welt ja recht gut sein -
aber oh du guter alter Western mit all deinen herrlichen Regisseuren und Darstellern aus echtem Schrott und Korn - Du kommst nicht wieder!
Für Tarantino Fans ein echtes Spektakel, für Puristen und Westernliebhaber wohl eine herbe Enttäuschung, zu sehr fehlen die großen Gefühle, ein Schuß Romantik und die sanfte Poesie.
Und warum ist es notwendig mit einer einzigen Patrone Menschen gleich 5 kg Fleisch aus dem Leib zu schießen!
Ich bin wahrscheinlich 30 Jahre zu früh auf die Welt gekommen!
Nachschlag:
"Eine schwerfällige Hommage - die Italowestern, auf die sich Tarantino bezieht, waren allemal cooler!" (Süddeutsche Zeitung)
"Ein guter Film, aber keinesfalls ein Meisterwerk. Dafür gibt es zuviel Stückwerk.
Ein Film Marke Tarantino, aber hier verkommt sie zur Masche, es braucht dafür ein gegen Sinnfragen robust gepanzertes Gemüt."
(Zeit online)

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