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Machete Kills

DEINE MEINUNG?


2013

Genre: Action, Krimi, Sci-Fi, Thriller

Spieldauer: ~ 107 Minuten

Regie: Robert Rodriguez

Cast: Amber Heard, Charlie Sheen, Michelle Rodriguez, Danny Trejo, Mel Gibson, Antonio Banderas, Sofía Vergara, William Sadler, Cuba Godding Jr., Walton Goggins, Vanessa Hudgens, Julio Oscar Mechoso, Marko Zaror, Tom Savini, Lady Gaga, Patricia Vonne, Alexa PenaVega, Billy Blair, Callie Hernandez, Jimmy Gonzales, Ashley Wood, Demián Bichir, Samuel Davis, Pablo Bracho, Jason Christopher, Vincent Fuentes, David C. Heard, Juan Zuani, Emmy Robbin, Carlos Rodriguez

Kurzbeschreibung: Der Mexikaner ist zurück und kommt auch im zweiten Teil von Kultregisseur Robert Rodriguez Machete-Trilogie blutig, gnadenlos und schwarzhumorig zur Sache. Ex-Federal Agent Machete (Danny Trejo) trauert um seine geliebte, im Drogenkrieg ermordete Sartana, als ihn der Präsident der Vereinigten Staaten (Charlie Sheen) für eine scheinbar übermenschliche Mission anheuert: Machete soll den verrückten Kartellboss Mendez the Madman (Demiàn Bichir) ausschalten, der droht, die Vereinigten Staaten mit einer Nuklearrakete zu zerstören. Der einzige Mann jedoch, der die Rakete entschärfen kann, ist der steinreiche, exzentrische Waffendealer Luther Voz (Mel Gibson), der ganz eigene Pläne für einen weltweiten Krieg mit Hilfe von Weltraumraketen hegt. Doch beide haben sich mit dem falschen Mexikaner angelegt. Auf seiner wilden Jagd durch Mexiko verführt Machete nicht nur die heißesten Frauen, sondern schießt und säbelt sich durch unzählige Gegner, um die globale Anarchie zu stoppen...


Filmkommentare (1)


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MarcosFilmblog
08.04.14 - 20:12
Machete (Danny Trejo) hat einen herben Verlust zu verkraften. Bei seinem letzten Einsatz hat ein maskierter Gangster seine Kollegin und Freundin Sartana (Jessica Alba) mit einem Kopfschuss hingerichtet. Zu allem Überfluss wird die Kampfmaschine auch noch vom übereifrigen Sheriff Doakes (William Sadler) verhaftet. Der gebürtige Texaner will keine Zeit mit einem Prozess verschwenden, sondern vollzieht das Todesurteil gleich auf der Polizeiwache. Der wortkarge Tausendsassa überlebt natürlich einige Zeit als baumelnde Bürodekoration und wird vom Präsidenten der Vereinigten Staaten (Carlos Estévez) im Schnellverfahren eingebürgert, um für sein neues Vaterland die Machete zu schwingen. Er soll es mit dem schizophrenen Drogenbaron Marcos Mendes (Demián Bichir) aufnehmen, der droht der Hauptstadt Washington mit einer Atomrakete eine nukleare Apokalypse zu bescheren. Unterstützt wird Machete von Miss San Antonio (Amber Heard), die neben ihren enggeschnittenen Kleidern, die sie bei Schönheitswettbewerben trägt, noch einen Platz in der Topagentenriege ausfüllen muss. Die Mission wird durch eine Gruppe mordender Prostituierter, dem Sheriff und dem Killer Chamäleon (Walt Goggins, Cuba Gooding Jr., Lady Gaga, Antonio Banderas), der seine Identitäten wie sein animalischer Namensgebers, der die Fähigkeit hat andere Erscheinungsformen anzunehmen, wechseln kann, gefährdet…

Die oben stehende Inhaltsangabe hat euch schon den Rest gegeben? Dann wartet mal ab, bis Ihr den Film gesehen habt! Robert Rodriguez hat seinem durchgeknallten Baby, dass eigentlich nur per Zufall einen eigenen Film bekommen hat, eine Fortsetzung geschenkt. Im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit Quentin Taratino im “Grindhouse-Special” wurden einige Trailer veröffentlicht, die Filme bewarben, die überhaupt nicht realisiert werden sollten, sondern nur als Scherze für Anhänger des 70-ger Jahre Trashkinos gedacht waren. “Machete” kam dabei so gut an, dass man das Projekt schließlich doch in die Tat umgesetzt hat. Die Figur hatte seinen ersten Auftritt übrigens in der Familienkomödie “Spy Kids” und ist mittlerweile zum Kult avanciert. Nach dieser kurzen Geschichtsstunde möchte ich nun aber zum eigentlichen Anlass für diesen Artikel kommen: “Machete Kills”!
Der Film legt einen furiosen Start mit einem Trailer für den Abschluss der Trilogie hin und wir erfahren, dass es Machete im letzten Kapitel in den Weltraum verschlagen wird (Titel: “Machete Kills Again… In Space”). Der Trailer wirft mit Klischees der 70ger Jahre nur so um sich und zündet ein Feuerwerk an Seitenhieben auf uninspirierte Werbestrategien, “Star Wars”, nervigen Texteinblendungen und das amerikanische System zur Alterseinstufung ab, was bedauerlicherweise der Höhepunkt des gesamten Filmes ist. Das Drehbuch ist reich an Ungereimtheiten, plötzlichen Twists, die nicht im Geringsten nachzuvollziehen sind und allgemein wird sich zu oft auf das Gleiche Erfolgsrezept verlassen. Die ersten beiden Punkte sind Kennzeichen des klassischen Trashfilms, der mit klangvollen Werken, wie z.B. “Angriff der Killertomaten” und “Plan 9 aus dem Weltraum” , seine Genregrößen gefunden hat. Rodriguez kann Fans solcher Filme mit dieser Fortsetzung unterhalten, allerdings wird das fortwährende Prinzip der Wiederholung wohl auch den B-Movie Fans zumindest etwas sauer aufstoßen. Es gibt ein paar fantastisch durchgeknallte Figuren, die einen furiosen Einstand feiern, allerdings möchte man nach diesen Einführungspassagen wohl eher den Blick von der Leinwand abwenden, da die Erinnerung an Amber Heard und Co. wohl süßer ist, als die eintönigen Splatterorgien, die sich Machete mit seinen Spielgefährten liefert. Bloß ein Hubschrauber in Kombination eines Agentengadgets ist bereits wieder so übertrieben, dass man diese Szene mit Applaus würdigen kann. Hervorstechend ist auf alle Fälle das Chamäleon, das eine gelungene Anspielung auf die französische Fantomas-Reihe ist, aber mit der Besetzung Lady Gagas hat man den Bogen an dieser Stelle ein wenig überspannt, da ihr Auftritt neben den anderen Cameoauftritten verpufft wie ein Silvesterkracher, dessen Lunte kurz vor dem großen Knall auf unerklärliche Art und Weise erloschen ist. Die Stärke von “Machete Kills” liegt darin Hollywood und die Blockbusterindustrie bloßzustellen, was an zwei Stellen hervorragend gelingt. Bei einer Sexszene integriert Rodriguez den Hinweis: “Bitte ziehen Sie jetzt Ihre 3D-Brille auf.”, denn in 3D ist ja bekanntlich alles noch eine Klasse besser. Herrlich! Auch bei einem wichtigen Gespräch zweier Protagonisten streut der Amerikaner mit den mexikanischen Wurzeln seine Botschaft gekonnt ein. Amber Heard räkelt sich auf einer Couch und lackiert sich lasziv ihre Fußnägel, sodass man gar nicht mehr auf die eigentliche Szene achtet. Wir lassen uns heutzutage eben viel zu oft von den Schauwerten der Filmindustrie blenden und haben den Blick auf das wesentliche verloren. Auf dieser Ebene funktioniert der Trashfilm wirklich sehr gut, aber selbige kommt zu wenig zum Tragen. Über die Qualität der Effekte , muss man an dieser Stelle kein Wort verlieren, denn das passende Vokabular ist in dieser Kritik schon zu oft benutzt worden und inflationär möchte man es dann doch nicht einsetzen. Beim Cast geben sich einige Stars die Ehre und neben Mel Gibson, dessen Figur hinter den Erwartungen zurückbleibt, bekommen wir auch noch das Debüt vom aufstrebenden Darsteller Carlos Estévez. Danny Trejo liefert einige coole One-Liner, die aber mit laufender Spielzeit immer vorhersehbarer werden und dadurch einiges an Qualität verlieren, aber Machete ist natürlich trotzdem ein ganz cooler Haudegen. Bei Marcos Mendez muss man sich allerdings fragen, was die verschieden Persönlichkeiten sollen, da die Grenzen sehr schnell verschwimmen und das Handeln einfach nur fragwürdig bleibt.

Fazit: Robert Rodriguez liefert ein Sequel ab, das es nicht ganz schafft die Latte zu überqueren. Man fühlt sich an ein Pferd erinnert, das kurz vor dem erfolgreichen Sprung abbremst und den Parcours deswegen nicht ganz beenden kann. Exploitation-Kino, das schlicht und einfach zu viel wollte und sich verspekuliert hat. Dafür sind die Erwartungen an den dritten Teil beträchtlich gestiegen. Wir drücken mal die Daumen, dass die Rückkehr Machetes so episch sein wird, wie wir es berechtigterweise erwarten dürfen.

Bewertung: 4/10
Genre: Action, Trash
FSK: Ab 16 Jahren
Laufzeit: 107 Minuten

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