Hosted by World4YouMontag, 19. November 2018 1 Film 1 Poster
 

1 Kritik   1 Kommentar

Die letzte Versuchung Christi

DEINE MEINUNG?


1988

Genre: Drama

Spieldauer: ~ 156 Minuten

Regie: Martin Scorsese

Cast: Willem Dafoe, Harvey Keitel, Harry Dean Stanton, Tomas Arana, Barbara Hershey, David Bowie, Gary Basaraba, Alan Rosenberg, Irvin Kershner, Verna Bloom, Steve Shill, Paul Greco, Peggy Gormley, John Lurie

Kurzbeschreibung: "Nie habe ich den blutigen Gang Christi nach Golgatha mit solchem Schrecken verfolgt, nie habe ich sein Leben und Leiden mit solcher Intensität, Verständnis und Liebe nachgelebt, als zu der Zeit da ich "Die letzte Versuchung Christi" schrieb." (Nikos Kazantzakis)Das Interessante am Roman von Kazantzakis ist die Tatsache, dass Jesus zunächst als Mensch geschildert wird, und deshalb erfährt und versteht er an einem gewissen Punkt den Verlust, die Sehnsucht und andere Gefühle und Schwächen, die als rein menschlich empfunden werden. Jesus kämpft mit seinem menschlichen Naturell, während er mit Gott einig wird. Wegen der zwei Seelen in ihm, der menschlichen und der göttlichen, ist jeder Augenblick seines Lebens Konflikt und Sieg.


Filmkommentare (1)


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8martin
21.10.14 - 11:42
Eines darf man nie vergessen, es ist eine Romanverfilmung (Nikos Kazantzakis) und nicht der übliche Sandalenfilm aus der Antike, der das Alte Testament ins Bild rückt. Und er handelt doch von der Passion Christi. Die Szenen, die wir alle seit Kindertagen kennen sind auch nicht der Stein des Anstoßes gewesen, der militante katholische Demonstranten Ende der 80er Jahre vor die Kinoeingänge trieb, um den Eingang zu blockieren. Es ist ein Gedankenspiel am Ende des Films, das die Ursache für den Skandal war: Jesus (Willem Dafoe) wird von einem Schutzengel (Juliette Caton) vom Kreuz abgenommen, mit der sündigen Hure Magdalena (Barbara Hershey) vermählt und bekommt Kinder. Blasphemie! Teufelswerk! schmähten die Aufgebrachten damals. Es lag eine Scheiterhaufenatmosphäre in der Luft. Zugegeben man sah noch nie Jesus mit einer Frau im Bett Liebe machen – und seitdem auch nie wieder.
Die Gegner übersahen völlig, dass sich Jesus mit Judas (Harvey Keitel) ausgiebige Wortgefechte lieferte, der ihn noch auf seinem Totenbett als Feigling bezeichnet, der seine Mission nicht erfüllt habe. Konsequent weiter gedacht würde das nämlich bedeuten: kein Opfer, keine Erlösung. Das wäre der wahre Skandal gewesen: eine Religion ohne Erlösung!? Doch dazu kommt es ja nicht. Jesus muss zurück ans Kreuz und lachend verkünden ‘Es ist vollbracht!‘ Manche Szenen können den gottlosen Zuschauer an ‘Das Leben des Brian‘ erinnern. Da hat sich in den letzten drei Jahrzehnten ganz schön was im Bewusstsein verändert. Und dann lässt Martin Scorsese die letzten Bilder über die Leinwand flackern, die sie aussehen, als sei die Filmrolle aus Zelluloid durchgeschmort. Vielleicht ein Hinweis, dass das alles nicht wirklich stattgefunden hat!?

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