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Die Tribute von Panem 2 - Catching Fire
74.7/100

61 Bewertungen

Die Tribute von Panem 2 - Catching Fire

FILM • 2013 • 2 Std. 26 Min.


Regie: Francis Lawrence

Darsteller/-innen: Woody Harrelson, Jena Malone, Donald Sutherland, Amanda Plummer, Jeffrey Wright, Stanley Tucci, Philip Seymour Hoffman, Josh Hutcherson, Sandra Ellis Lafferty, Lynn Cohen, Elizabeth Banks, Meta Golding, Paula Malcomson, Liam Hemsworth, Lenny Kravitz, Jennifer Lawrence, Sam Claflin, Alan Ritchson, Willow Shields, Bruno Gunn, Jack Quaid, Taylor St. Clair, Bruce Bundy, Nelson Ascencio, Stephanie Leigh Schlund

Genre: Abenteuer, Action, Sci-Fi, Thriller




Copyright: Studiocanal GmbH

Katniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung in den Distrikten zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und lässt alle bisherigen Gewinner bei den anstehenden Hungerspielen noch einmal gegeneinander antreten. Auch Katniss und Peeta werden in die Arena geschickt und müssen sich erneut dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind…


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08.04.14 - 20:23
Die Ereignisse der Hungerspiele haben bei der 17-jährigen Katniss (Jennifer Lawrence) ihre Spuren hinterlassen. Sie zeigt Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung, die ihr selbst das geliebte Jagen unmöglich machen. Das Kapitol, das rund um Präsident Snow (Donald Sutherland) aufgebaut ist, gibt sich besorgt über die Stimmung in den Distrikten, die Katniss mit ihrer List erzeugt hat. Durch die Bloßstellung der Mächtigen haben sich Hoffnung und der Wille nach einer Revolution in den Distrikten ausgebreitet. Mit einer perfiden Erpressung möchte die Staatsführung die Heldin mundtot machen. Um das Wohlergehen ihrer Familie zu sichern, spielt sie zusammen mit Peeta (Josh Hutcherson), der die letzten Spiele gemeinsam mit ihr gewann, das glückliche Liebespaar. Ihre Beziehung wird als Propaganda für das Regime, in den Medien ausgeschlachtet. Katniss muss sich ihren Gefühlen stellen, da sie sich immer noch zu Gale (Liam Hemsworth) hingezogen führt. Als sich die Dinge nicht so entwickeln, wie sie von Snow und seinem Handlanger Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffmann), der die Position des Spielleiters eingenommen hat, geplant sind, werden die bisherigen Sieger der Spieler, in die Arena verfrachtet, damit sich die Identifikationsfiguren des Volkes gegenseitig ausschalten…

Der Hype um die Ereignisse in Panem kennt mittlerweile keine Grenzen. Publikum und Kritiker sind begeistert von den Erzählungen, die scheinbar eine positive Überraschung im Dschungel der Jugendromanverfilmungen sind. Dementsprechend waren die Erwartungen an die Fortsetzung durchaus im höheren Bereich angesiedelt, aber bedauerlicherweise hat “Die Tribute von Panem- Catching Fire” ein großes Problem: Für Zuschauer, die die Bücher nicht gelesen haben, wird der Kinobesuch schnell zur Geduldsprobe. Das liegt nicht an den Darstellerleistungen, an den Produktionsumständen oder am Regisseur Francis Lawrence, der versucht den Ereignissen seinen inszenatorischen Stempel aufzudrücken. Vielmehr ist die Romanvorlage nur eine Zwischenstation zum hoffentlich epischen Finale, die viele Fragen und Wege einschlägt, aber nichts wirklich zu Ende bringt. Der Film hat eine beachtliche Laufzeit von 146 Minuten, was für eine Literaturverfilmung nicht unbedingt ungewöhnlich ist. Es wird versucht, die Stellen, die den Lesern der Bücher als wichtig erscheinen, auf die visuelle Ausgabe der Thematik zu übertragen. So liegt der Fokus sehr auf der Beziehung von Katniss zu ihren männlichen Polen Peeta und Gale. Das gesellschaftskritische Potential wird an einigen Stellen zwar aufgegriffen, aber zu keinem Zeitpunkt voll ausgeschöpft. Die Welt von Panem ist dafür einfach zu schematisch und schlicht gehalten. Die Distrikte bestehen meist aus einzelnen Dorfplätzen und das Kapitol aus einem Palast, der famos gestaltet ist, und einer futuristischen Anhäufung von Wolkenkratzern, die aber keinen Originalitätspreis gewinnt. Auch die Revolution erscheint unglaubwürdig, da sie nur in Form von einigen kurzen Aufnahmen lokaler Überwachungskameras in Erscheinung tritt. Als Zuschauer versteht man nicht, warum das Kapitol eine Gefahr in diesen wenigen Störenfrieden sieht, die mit Leichtigkeit von den Sicherheitskräften in Schach gehalten werden. Das war jetzt nur eines von vielen Beispielen, die an dieser Stelle angeführt werden könnten. Der Spannungsbogen arbeitet sehr lange auf die Hungerspiele hin, die die geschürten Erwartungen nicht erfüllen. Dieser Umstand ist auch der Entschärfung der Ereignisse, die für eine der Thematik nicht entsprechenden Altersfreigabe unabdingbar ist, geschuldet. So gibt es überhaupt keine richtigen Kämpfe zwischen den Tributen, die mehr den je in Gruppen agieren, dafür müssen sich die modernen Gladiatoren mit Gefahren, die vom Spielleiter in das vermeintliche Kampfgeschehen eingestreut werden, herumschlagen. Auch an dieser Stelle hat sich die Buchvorlage an einigen Klischees, die erstaunlicherweise Horrorklassikern entsprungen zu sein scheinen, bedient. Die Tode der Tribute werden fast nicht gezeigt und da zusätzlich die Figurenzeichnung eher mangelhaft ausfällt, sind wird den Ereignissen einiges an schockierender Wirkung genommen. Die Hungerspiele wirken ebenfalls nicht wie ein Medienereignis, dass das Volk unterhalten, bzw. besänftigen soll, da nur der Präsident mit seiner Enkelin als Zuschauer gezeigt. Hier mangelt es an Authentizität. Schade nur, dass sich der Hauptzielgruppe das Gebotene als Innovation verkaufen lässt. Nachdem schon genug an der Story ausgesetzt wurde, sollen die Stärken, die der Film hat, selbstverständlich nicht verschwiegen werden. Die Darsteller liefern gute Leistungen ab, besonders sticht hier Donald Sutherland als charismatischer, diabolischer Präsident heraus, auch wenn Autorin Suzanne Collins ihn wohl als eine Anlehnung an Stalin und Lenin gestaltet hat. Jennifer Lawrence haucht der Figur Leben ein und ihr Spiel hat keine Schwächen, allerdings ist der Charakter der Protagonisten besonders in Drucksituationen zu eindimensional. Bei einer Minderjährigen ist die Persönlichkeitsentwicklung, wie ja allgemein bekannt ist, noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Kameraführung ist solide und liefert schöne Bilder, die allerdings durch mittelmäßige CGI-Effekte an manchen Stellen doch recht künstlich wirken. Dazu zählen die Paviane, der Dschungel und auch das Publikum, das die Tribüne bei der Verkündung des neuen Konzepts der Hungerspiele besetzt. Die Charaktere der früheren Tribute und allen voran des tuntigen Showmasters Flickerman (Stanley Tucci), der seinem Namen alle Ehre macht, sind wie die Kostüme, großartig designt und überspitzt dargestellt, sodass “Catching Fire” als Andeutung einer Satire durchaus punkten kann. Philip Seymour Hoffman hat genau das Charisma, das für diese Rolle erforderlich ist, allerdings ist die Entwicklung seiner Figur wirklich stark an den Haaren herbeigezogen. Das Meiste, was in dieser Kritik angesprochen wird sind keine filmischen Schwächen, die Probleme liegen in der Romanvorlage. Der Sinn einer speziellen Szene im Fahrstuhl sollte sich aber selbst den Lesern nicht erschließen, da sie in einem unglaublichem Kontrast zum Grundton des Filmes steht.

Fazit: Überbrückungssequel, dass sich nur für Fans der Buchvorlage und die adressierte Zielgruppe eignet. Alle anderen werden sich traurigerweise eher im Kinosessel langweilen. Leute, die bereits an dem Buch gefallen gefunden haben, werden sich auch an der gründlichen Nähe am Text ihre Freude haben und können die Bewertung gut und gerne verdoppeln. Die Phase kurz vor den Spielen ist am unterhaltsamsten, die Exposition und der eigentliche Höhepunkt für den Normalzuschauer enttäuschend.

Bewertung: 4/10
Genre: Drama, Science-Fiction, Action
FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 146 Minuten

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