3 Kommentare

Sein oder Nichtsein

DEINE MEINUNG?


1942

Genre: Komödie, Drama, Romanze, Krieg

Spieldauer: ~ 94 Minuten

Regie: Ernst Lubitsch

Cast: Tom Dugan, Charles Halton, Robert Stack, Sig Ruman, Miles Mander, Stanley Ridges, Lionel Atwill, Jack Benny, Carole Lombard, Henry Victor

Kurzbeschreibung: Am Vorabend des 2.Weltkrieges, im August 1939, übt das Theater Polski in Warschau ein "zeitkritisches Stück" mit dem Titel "Gestapo" ein. Doch die politische Situation ist bereits zu angespannt für diese freche Satire. Das Ensemble ist gezwungen, den Spielplan zu ändern und stattdessen auf den Klassiker "Hamlet" zurückzugreifen. Wenige Wochen später wird Polen von deutschen Truppen besetzt, das Theater Polski muss schließen. Erst als es darum geht, einen Nazi-Spion zu entlarven, finden die Schauspieler wieder zusammen. Der Spion soll in eine Falle gelockt werden, also werden die Kostümuniformen übergestreift, die einst überzeichneten Bühnenkarikaturen müssen nun glaubwürdig Nazis werden und buchstäblich um Sein oder Nichtsein spielen.


Filmkommentare (3)


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8martin
30.12.18 - 10:28
Dieser Kultklassiker gehört zum Weltkulturerbe: Spitzencomedy veralbert gekonnt die Nazis. Und das mitten im 2. Weltkrieg (1942).
Vor dem ernsten Hintergrund des Einmarsches der Nazis in Polen (3 Jahre zuvor!) vollzieht sich eine drollige Verwechslungskomödie mit einem köstlichen Mix aus Eifersucht, Spionage, Gestapoterror und Verwechslungsmöglichkeiten um nur einige Zutaten zu nennen. Und das Ehepaar Tura konkurriert zwischen den Zeilen um die Frage des Bekanntheitsgrades als Schauspieler.
Mitglieder des Warschauer Theaters verkleiden einen der ihren als Adolf Hitler, erschießen einen Doppelagenten und schaffen einen Rückflug nach England. Das Schauspielerehepaar Tura (Carole Lombard) Maria und (Jack Benny) als Joseph schaffen das Kunststück. Dabei überschlagen sich die Ereignisse dermaßen schnell, dass man sie gar nicht wiedergeben kann ohne den Charme des Konstruktes zu zerstören. Die Dialoge sprühen nur so vor Witz und Anspielungen (nicht nur die mehrmals wiederholten Shakespeare Zitate aus dem Kaufmann von Venedig) und die Situationen sind beste Slapstick Einlagen der Screwball Comedy. Manche Zuschauer haben hinterher immer wieder den messerscharfen Schlachtruf ‘Schulzz!‘ wiederholt, den man immer noch im Ohr zu haben scheint. Auch die Reihenfolge Kuss – HeilHitler – Kuss – Heilhitler kommt gut rüber. Der Gipfel der Gag Parade - und da kommt der Titel des Films ins Spiel - ist das Shakespeare Zitat aus Hamlet. Wenn Joseph Tura am Anfang des Films diese Zeile auf der Bühne zitiert, verlässt der Fliegerleutnant Sobinski (Robert Stack) das Theater. Wir werden sehen, warum er das tut. Am Ende spricht Joseph wieder diese Worte und…Überraschung!!! Ein anderer geht hinaus – und dabei haben uns die Turas doch mit ihren herrlichen Eifersüchteleien so viel Freude bereitet…
Weltklasse! So viel Heiterkeit bei einem ernsten Thema hat seitdem nur Roberto Benigni geschafft. Chapeau!

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Filmosoph
03.01.13 - 13:34
Hitler-Parodien haben ja manchmal - bis in die heutige Zeit - Konjunktur. Weniger bekannt dürfte hingegen sein, dass die ersten derartigen Filme bereits zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges entstanden sind.

Das bekannteste Beispiel ist wohl Der große Diktator des (wirklich großen) Charlie Chaplin. Als Kuriosität ist auch "Der Fuhrer's Face" in die (Disney-)Filmgeschichte eingegangen.

Neben dem Diktator ist aber vor allem eben Sein oder Nichtsein von Ernst Lubitsch in Erinnerung geblieben (und weniger das Remake davon).- Und das zurecht.

Wenn man den Humor des Filmes durchleuchtet, schluckt man - zu wirklich ist vieles, auch von "außen" wurde eben sehr viel vom "Dritten Reich" erkannt (und humoristisch aufbereitet).

Eigentlich ist Sein oder Nichtsein ein (über weite Strecken unrealistischer) Heldenfilm mit humoristischen Elementen. Dies macht ihn zu einem Kind seiner Zeit. Sehenswert, allenfalls, bis heute!

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kurenschaub
02.01.13 - 19:45
Eine gewaltige Visitenkarte von Ernst Lubitsch, ein scharfsinnig humoriger Peitschenhieb mitten in die Führerkultorgie und dem Nazitum aller Fans im Gestern und Heute, ätzend, gemein, voll listiger Klugheit und die Helden des Nationalsozialismus werden als schmierige Komödiantentruppe hingestellt ( zu Recht) und die polnischen Darsteller eines Theaters als tragikkomische Helden gepriesen. (zu Recht natürlich!)
Mit Ninotschka zusammen für mich der beste Ernst Lubitsch Film, einer der uns lehrt in so schwierigen ungerechten Zeiten wie damals, niemals den Humor zu verlieren (der Film entstand 1942 in Amerika) der ein schöneres Leben nach Adolf Hitler in Aussicht stellt und dafür bedarf es auch der kunstvollen Verspottung dieser Greuelmaschinerie,
die mir bis zum heutigen Tag äußerst ungut einfährt!
Eine Oscarnominierung (für die zugegeben wirklich ausgezeichnete Filmmusik von Werner R. Heymann) erscheint mir bei Sein oder Nichtsein reichlich wenig, auf Grund der hohen Qualität dieses Werkes!

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