2 Kommentare

Anleitung zum Unglücklichsein

DEINE MEINUNG?


2012

Genre: Komödie

Spieldauer: ~ 86 Minuten

Regie:

Cast: Iris Berben, David Kross, Benjamin Sadler, Michael Gwisdek, Johanna Wokalek, Katharina M. Schubert, Richy Müller, Michael Kranz, Rüdiger Vogler, Otto Tausig, Margarita Broich, Itay Tiran

Kurzbeschreibung: Tiffany Blechschmid (Johanna Wokalek) ist unscheinbar, ein bisschen abergläubisch und Single: Und obwohl es in ihrem Feinkostgeschäft selbstgebackene Glückskekse gibt, misstraut sie selbst dem Glück zutiefst. Ist doch bisher jedem Erfolg in ihrem Leben eine Katastrophe gefolgt. Tiffany steht sich einfach immer selbst im Weg. Doch dann zieht Hans Luboschinski (Richy Müller), ihr Klavierlehrer aus Kindheitstagen, gegenüber ein und weckt Erinnerungen an alte Zeiten, ein draufgängerischer Polizist (Benjamin Sadler) macht ihr ernsthafte Avancen und auch der junge Fotograf Thomas (Itay Tiran) weckt ihr Interesse. Wenn da nur nicht Tiffanys tote Mutter (Iris Berben) wäre, die ihr in den unpassendsten Momenten erscheint und sie mit ihren Ratschlägen quält. Doch obwohl Tiffany davon überzeugt ist, das Unglück magisch anzuziehen, stolpert sie dabei am Ende über das ganz große Glück...


Filmkommentare (2)


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8martin
04.10.14 - 09:37
Ein wunderbares Märchen, das von einer großartigen Johanna Wokalek getragen wird. Sie heißt Tiffany Blechschmid, hat ein Restaurant und kommt ein wenig wie Amelie daher. Der Titel ist etwas irreführend, denn Tiff will ja eigentlich glücklich sein. Doch gleich zu Beginn weist der Off Kommentar die Zuschauer in die richtige Richtung. Es gibt jede Menge Sinnsprüche in Bezug auf Glück wie ‘Wenn ich auf mein Unglück trete, stehe ich höher‘ oder ‘Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist‘. Dafür ist Zulieferer und Küchengehilfe Benno (David Kross kreiert hier einen echten Typen) und Nachbar Paul (Michael Gwisdek) zuständig. Aus dem Promi-Ensemble ragt besonders Iris Berben als Tiffanys Mutter heraus. Eigentlich ist sie ja schon gestorben, liegt aber bisweilen im Bett neben ihrer Tochter, wenn diese gerade versucht Liebe zu machen. Beim zweiten Anlauf klappt es ja dann endlich mit dem Fotografen Thomas (Itay Tiran). Er hat einen Hund (Basset) und sie einen Vogel (Tukan). Richy Müller als Mutters Lover mit Suizidneigung bringt etwas Melodramatik ins Spiel.
Die eigenartige Komik kommt vom distanziert ironischen Kommentar, der wohl dem Original von Watzlawick nachempfunden ist und den märchenhaften Träumereien der Heldin. Indem das Unglücklichsein konterkariert wird, wird Tiffany am Ende notgedrungen glücklich. Dem Zuschauer ergeht es ebenso. Es wird ein leicht schwereloser Zustand erreicht, in dem es eigentlich keine fortlaufende Handlung gibt, nur einen Anleitung und eine Suche nach dem Glück, in das man dann ohne es zu wollen wie Tiffany hineinstolpert.

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kurenschaub
14.09.14 - 11:06
Erfrischende Beziehungsstudie im komödiantischen Kleid, sehr achtbar nach dem Sachbucherfolg des gebürtigen Österreichers Paul Watzlawick umgesetzt. Wokalek Johanna spielt umwerfend köstlich die vom Unglücklichsein gebeutelte Tiffany Blechschmid und in dieser pfiffigen Geschichte bewegen sich auch die
anderen Figuren mit traurig witzigen Essenzen voller Esprit durch den Movie, ja herzhafte Darstellerkunst samt trefflicher Regie ist dies im gelungenen Movie allemal!

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