2 Kommentare

Mit eisernen Fäusten

DEINE MEINUNG?


1968

Genre: Komödie, Western

Spieldauer: ~ 102 Minuten

Regie: Sydney Pollack

Cast: Burt Lancaster, Shelley Winters, Dabney Coleman, Dan Vadis, Ossie Davis, Telly Savalas, Nick Cravat, Armando Silvestre, Chuck Roberson

Kurzbeschreibung: Der mit allen Wassern der rauen Wildnis gewaschene Trapper Joe Blass hat eigentlich nur seine Pelze im Kopf, die ihm gestohlen wurden. Mehr oder weniger unfreiwillig entwickelt sich langsam eine Freundschaft zu dem gebildeten Sklaven Joseph Lee - von den Komantschen Schwarze Feder genannt - der jedoch als Stadtmensch vollkommen hilflos ist in der Wildnis. Bei der gemeinsamen Zurückeroberung der Pelze wird das ungleiche Paar mit allen erdenklichen Hindernissen konfrontiert. Egal ob Häuptling "Schwarze Krähe" der Kiowas oder der skrupellose Skalpjäger Jim Howie mit seiner Bande ihnen dabei im Wege stehen - zusammen meistern sie jede Hürde auf teilweise sehr unkonventionelle Weise!


Filmkommentare (2)


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8martin
01.03.19 - 18:45
Der Originaltitel lautet die ‘Skalpjäger’ und bezieht sich auf eine Truppe um Jim Howie (Telly-Kojak-Savalas) und seine Freundin Kate (Shelley Winters). Die werden demnächst im Mittelpunkt stehen. Daneben läuft noch ein zweiter Handlungsstrang: hier versucht der Trapper Joe (Burt Lancaster) mit seinem farbigen ‘Sklaven‘ Joseph Lee (Ossie Davies) von den Indianern seine ihm geraubten Felle zurückzubekommen. Doch die hat sich längst Jim unter den Nagel gerissen, weil die Kiowas sich zu viel vom Beipack Whiskey einverleibt hatten. Die Dialoge zwischen Joe und Lee, der im Gegensatz zu seinem Herrn sehr gebildet ist, sind voller Wortwitz und betonen den komödiantischen Teil des Films. Er nennt ihn ‘Julius Caesar‘, einen ‘afrikanischen Komantschen‘. Lee, von Haus aus eher Pazifist, würzt das Gespräch mit Sinnsprüchen wie ‘Lieber Bohnen in Freiheit als Kuchen in Sklaverei.‘ Joe kennt sich in der Wildnis gut aus und weiß, wie er hier überleben kann. Er zwingt Lee dazu seine Fäuste zu gebrauchen. Während beide im Vordergrund miteinander kämpfen, sieht man wie die Indianer im Hintergrund Jims Bande dezimieren.
Die Wiederholung der Gags oder gleiche Situationen werden hier bewusst als Stilmittel eingesetzt. Lee will z.B. mit Joes Pferd flüchten, der pfeift und Lee wird abgeworfen. Später macht das Lee ebenso mit Joe. Die Felle hatten schon einmal den Besitzer gewechselt, weil die Indianer besoffen waren. Joe reitet mit Lee davon und jeder weiß, was sie vorhaben: im Planwagen war noch eine Kiste Whiskey. ‘Da werden heute Abend viele Indianer betrunken sein…‘, meint er.
Intelligenter Western, bei dem nicht nur die Fäuste zum Einsatz kommen. Steinlawinen bringen ebenso Leben in die Bude wie wild gewordene Pferde, die vom Narrenkraut gefressen haben. Die vier Charaktere sind echt gute Typen: der kampferprobte Fallensteller, und sein ‘pfiffiger Diener‘, kontrastieren mit dem brutalen Bandenchef (der trägt schon man pink Overall Dessous). Seine Madame Kate will was Besseres sein, Lee schleimt sich bei ihr ein.
Western mit Niveau, viel Witz, tollen Darstellern und jede Menge Action.

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kurenschaub
20.12.12 - 18:49
Burt Lancaster als Joe Pass - ein trappiger muskeliger, dreckiger Hinterwaldprolet und Ossie Davis ist Joseph Winfield Lee, der kultivierte Haushaltsklave, ein Kopfmensch, dazu gesellt sich Telly Savalas als Jim Howie mit seiner Gang von Skalpjägern - Kiowas & Felle - jede Menge Streit und von der Verleihfirma als hartes Drama (der Kohle wegen) propagandiert.
Werbeslogan: Der gigantische Kampf eines Mannes gegen die Übermacht von Feinden - ein mitreißender Stoff voller Härte und Brutalität!
In Wahrheit ist "Scalphunters" ganz einfach eine coole Komödie, welche im Westen spielt, trefflich und pointiert umgesetzt von Sydney Pollack.
Aber kein Klamauk - coole Darsteller wie Savalas/Lancaster/Ossie Davies prügeln sich in Schlammlöchern bis jeder die gleiche Gesichtsfarbe hat - und die tolle Western Braut Shelley Winters welche in Winchester 73 sich eher selbst erledigt als sich von Indianern gefangen nehmen zu lassen, fällt diesesmal tatsächlich in die Hände der Kiowas und ist davon very amused!
Nur von der falschen Werbetrommel des Verleihs wurde dieser durchaus bemerkenswerte Western schon vorzeitig abgewürgt.

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