Hosted by World4YouMittwoch, 18. Juli 2018
Amazon Prime Filme
 

2 Kommentare

American Psycho

DEINE MEINUNG?


2000

Genre: Drama, Thriller

Spieldauer: ~ 98 Minuten

Regie: Mary Harron

Cast: Reese Witherspoon, Christian Bale, Willem Dafoe, Jared Leto, Josh Lucas, Justin Theroux, Reg E. Cathey, Chloe Sevigny, Bill Sage, Cara Seymour, Samantha Mathis, Monika Meier, Guinevere Turner, Stephen Bogaert

Kurzbeschreibung: New York in den 80ern: Patrick Bateman ist ein markenbewusster, erfolgreicher junger Wall-Street-Broker mit sündhaft teurem Appartment, geschmackvoller Designer-Garderobe, Fitness gestähltem Körper, eleganter Vorzeige-Verlobten und williger Geliebten. Nur wenige Wermutstropfen trüben sein perfekt anmutendes Hochglanz-Dasein: Unnötige Störungen beim obligatorischen Kokskonsum auf dem Klo einer In-Disco etwa oder erfolgsverwöhnte Bekannte, die nicht nur die gelungenere Visitenkarte vorweisen, sondern zudem - im Gegensatz zu ihm - einen Tisch im gefragtesten Edelrestaurant der Stadt ergattern. In dieser Welt des schönen Scheins unterscheidet sich Bateman vielleicht nur in einer Hinsicht von seinen austauschbaren Yuppie-Freunden: Er ist ein sadistischer Serienmörder! Mit Vorliebe quält er Frauen, aber auch ein Obdachloser oder sein Kontrahent Paul Allen fallen ihm zum Opfer. Zwar ruft Allens Verschwinden Detective Donald Kimball auf den Plan, doch auch er scheint den American Psycho in Bateman nicht zu erkennen, obwohl der Yuppie mittlerweile immer unverblümter Amok läuft. Oder existieren die blutigen Metzeleien vielleicht nur in Batemanns kranker Phantasie?


Filmkommentare (2)


Beitrag schreiben


Chev
100
Chev
25.09.10 - 02:45
American Psycho ist kein Film für jedermann!!! Diesen Streifen muss man verstehen, denn er heisst nicht umsonst american Psycho.

Christian Bale spielt diese Rolle genial und durch diesen Film bin ich überhaupt erst auf ihn aufmerksam geworden. Im Jahr 2001 erhielt er für die Rolle den Chlotrudis Award von der Chlotrudis Society for Independent Film.

Das Buch wurde von der Prüfstelle für jugendgefährdende Medien zwischenzeitlich einmal indiziert, was schon zeigt wie skuril und teilweise "echt" es ist.
Der Streifen hat nicht die Ambition brutal oder gewaltverherrlichend zu sein, sondern versucht die Motive des Buchautors wiederzugeben. Buch wie auch Film gehen ganz klar an die Grenzen - aber mit Absicht! Wer sich bei einigen Szenen nicht unbehaglich fühlt sollte vielleicht selbst mal zum Psychiater gehen.
Bei einem Liebesfilm ist es normal das wir ein wohliges Gefühl bekommen, bei einem Horrorfilm erwartet man grusel und dieser Thriller schafft es, das wir uns unbehaglich fühlen und beginnen nachzudenken wie normal die Hauptfigur eigentlich wirkt und was doch alles hinter der Fassade stecken kann.


Der Film ist so aufgebaut, das Bale in der Hauptrolle den Patrick Bateman spielt. Einen Wallstreet Yuppie mit viel Geld und einflussreicher Position. Das er kein "Normalo" ist zeigt sich schon am Anfang, denn er ist nicht nur recht arrogant, sonder achtet auch penibel auf sein Aussehen und seine Körperpflege. Er ist gefangen in Ritualen. So ist die Reihenfolge in der er seine Pflegemittel benutzt genau festgelegt.

Man gewinnt also einen ersten Eindruck von Bateman. Einerseits könnte er ein ganz normaler Mensch sein wie ihn die Gesellschaft haben will, mit Ecken und Kanten und wie jeder andere Mensch auch, hat er so seine kleinen Ticks.

Doch dann stellt er fest das in seinem Leben etwas fehlt, das sein Leben oberflächlich ist, genau wie seine Bekanntschaften. Eine Leere tut sich in ihm auf.
Er entdeckt auf dem Heimweg eine Möglichkeit diese Leere zu kompensieren, auf die schreckliste Art. Bateman merkt das Gewalt sein Ventil ist.
Im Laufe der Handlung verliert er sich in eine Art Blutrausch der mehr und mehr an Brutalität zunimmt. Irgendwann kann er nicht mehr zwischen Realität und Phantasie unterscheiden. (Genau wie der Zuschauer).
Bateman begeht ein Verbrechen, das nicht mehr vertuscht werden kann und beschliesst seinem Anwalt alles zu gestehen und sich in die Hände der Justiz zu geben.
Doch da muss er feststellen das dieser ihn ignoriert und alles nur für einen gelungenen Scherz hält. Außerdem wird er nicht nur von seinen Bekannten verwechselt, sondern nun auch von seinem eigenen Anwalt. Er kann also die ganzen Morde gar nicht gestehen, weil er kein Gehör findet.

Der Film spiegelt die Oberflächlickeit der (Yuppie)gesellschaft wieder, in der man sich untereinander zwar gefällt, aber eigentlich gar nicht wirklich kennt. Das berühmt und erfolgreich sein manchmal zulasten eines unglücklichen und fast völlig anonymen Lebens geht.
Ob Bateman wirklich diese Morde begangen hat wird im Film offen gelassen.
Das ist ein entscheidend wichtiger Teil des Films !!!

Denn Bateman will noch einmal nach seinen Opfern sehen, die er im angemieteten Appartment zurückgelassen hat, doch diese sind gar nicht mehr da. Die Wohnung wurde frisch gestrichen und renoviert und steht zum Verkauf. Niemand stellt ihn zur Rede oder kann ihm noch etwas nachweisen. Viel schlimmer noch, er selbst kann es nicht mehr beweisen das alles überhaupt stattgefunden hat. Selbst die Maklerin erkennt ihn nicht einmal.
Hat er also wirklich alle Morde begangen oder hat Alles nur in seiner Phantasie stattgefunden?

Der Film ist also nicht nur eine Kritik, sondern zeigt auch das Profil eines Serienkillers und die eventuelle mutmaßliche Motivation dahinter.

Bateman ist äußerst eloquent und intelligent, aber gleichzeitig narzistisch veranlagt und emotionslos. Er leidet unter einer starken Persönlichkeitsstörung.

Das Alles macht diesen Film aus. Die Brutalität in diesem Film ist eigentlich - wie Eingangs erwähnt - nur ein Mittel zur Verdeutlichung. Wobei ... in jedem Horrorfilm kann man schlimmeres zu Gesicht bekommen.

Geniale schauspielerische Leistung, ein Film zum Mit.- und Nachdenken, eine aufbauende Handlung und ein offenes Ende das jedem Zuschauer seiner Phantasie überlässt ob Bateman nun ein Massenmörder ist oder einfach nur ein psychisch kranker, anonymer und gelangweilter Geschäftsmann aus der Nachbarschaft.

Für den Film waren in der Hauptrolle unter anderem auch Brad Pitt und Tom Cruise einmal vorgesehen, sowie Leonardo DiCaprio.

In einer anderen bekannten internationalen Filmdatenbank hält der Film derzeit eine durchschnittliche Bewertung von 7,4 (von 10) bei über 90.000 Stimmen.

Antwort abgeben

Filmosoph
25.02.09 - 00:50
Manchmal wird dieser Film als »Drama« oder sogar als »Satire« ausgewiesen. Wie solche Kritiker auf diesen Schluss kommen können, ist mir schleierhaft. Es handelt sich um einen Psychothriller mit Horrorelementen. Und bemerkenswerterweise finden solche Filme oft eine große Fangemeinde.
Da ich Christian Bale als Schauspieler sehr schätze, musste also auch dieser Film sein. Keine Frage, der Film ist sicher befriedigend für Genrefans, für »Außenstehende« eher ein Ärgernis (wie für mich). Keine Frage, Bale spielt seine Rolle wie immer sehr gut – und diesmal hat er die denkbar unsympathischste Rolle zu spielen, die man sich denken kann. Ein arroganter Millionärs-Pseudo-Geschäftsmann, der nichts anderes zu kennen scheint als Selbstgefälligkeit. Und ganz nebenbei – ist er ein Serienkiller. Angeblich ist das Buch (es ist ja eine Buchverfilmung) noch um einiges brutaler, davor wurde im Film Abstand genommen. Angeblich, denn der Film ist immer noch brutal genug. (Man denke etwa an die Szene, wo Bale sich beim Sex im Spiegel selbst »bewundert«, als besonders abartige Szene.)
Eigentlich bietet der Film ein Erklärungsmodell für einen irren Serienkiller, denn meines Wissens wurde noch nie so explizit die Sicht des Killers geschildert. Ob ich das gut finde? Nein! So eignet sich der Film vorzüglich, einige Voyeure zu befriedigen. Natürlich: Teilweise wird auch gut an der Gesellschaft Kritik geübt (etwa die Visitenkarte) – aber dies geschieht im Ganzen oft auf solch eine Weise, die ich nicht nachvollziehen kann. Auch wenn manche Themen gut angesprochen sind, so werden sie leider oft mit Füßen getreten und versinken letztlich im Blut.
Während ich Kritik an der schonungslosen, oft nicht in diesem Maße notwendigen Brutalität für Angebracht halte, sollte unterschieden werden zur Machtart des Filmes, die recht stimmig ist und gut. Vor allem Bale zeigte hier seine Verwandlungsfähigkeit.
Alles in allem ein Film, denen ich »Genrefans« durchaus empfehlen kann, denn der Film ist doch ziemlich »krank«, und genau das ist ja oft bei solchen Filmen gefragt. Die andere Seite, und das ist meine, wird mit diesem Film nicht viel anfangen können, da der Film zwar durchaus spannend ist, aber einmal mehr eine verachtende (untertrieben: zynische) Message an den Tag legt, mit der ich absolut nichts anfangen kann. Aber auch insgesamt ist dies kein Film, der in die Filmgeschichte eingehen wird. Bale empfahl sich lediglich für weitere Rollen – es folgten bessere Filme wie Der Maschinist, Prestige und vor allem seine Rolle als Bruce Wayne.
Jedenfalls hält der Filmtitel was er verspricht: Ein irrer Psychofilm.

Antwort abgeben


Angemeldet bleiben?
Amazon Prime Unbegrenzter Seriengenuss