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The Wolf of Wall Street

DEINE MEINUNG?


2013

Genre: Biographie, Komödie, Krimi, Drama

Spieldauer: ~ 180 Minuten

Regie: Martin Scorsese

Cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, Jon Favreau, Jean Dujardin, Jon Bernthal, Margot Robbie, Kyle Chandler, Rob Reiner, Shea Whigham, Katarina Cas, P.J. Byrne, Joanna Lumley, Christine Ebersole, Cristin Milioti

Kurzbeschreibung: Der junge, unerfahrene New Yorker Börsenmakler Jordan Belfort träumt den amerikanischen Traum – und wacht auf in der korrupten Realität des Kapitals, das nur eine Maxime kennt: hemmungslose Habgier. Als Broker jongliert Belfort bald mit Millionen, feiert Ende der 80er-Jahre exzessive Erfolge mit seiner Maklerfirma Stratton Oakmont und entwickelt schon mit Anfang 20 seinen radikal luxuriösen Überflieger-Stil – was ihm den Titel Der Wolf von der Wall Street einbringt. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Geld. Macht. Frauen. Drogen. Sie konnten allem widerstehen – außer der Versuchung: Belfort und seine Wolfsmeute ließen sich von keiner Behörde einschüchtern, Bescheidenheit ersetzten sie in ihrer Ellbogengesellschaft durch eiskalte Arroganz. Einfach immer mehr. Und selbst das war nie genug.


Filmkommentare (3)


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Chev
16.03.15 - 17:50
Mal wieder ein grandioser Leonardo DiCaprio in einer Rolle die ihm geradezu auf den Laib geschnitten ist. Erstklassige Unterhaltung für einen tollen Filmabend.
Ich habe mir heute den Film mal gegönnt und war zunächst skeptisch was den Film betrifft, aber völlig umsonst im Nachhinein betrachtet.

Leo spielt den Broker Jordan Belfort, der in jungen Jahren bereits seine Berufung gefunden hat. Er hat im Grunde nur ein Ziel. Reich werden. Und wo könnte dies besser und effektiver gelingen als an der New Yorker Börse. Als Praktikant bekommt er schnell einen Job bei einer etablierten Firma. Er soll klein beginnen und bekommt sofort den Druck zu spüren. Während er auf seine Zulassung als Broker wartet, saugt er wie ein Schwamm die Tipps und Tricks seiner Kollegen auf. Die Finanzwirtschaft bremst seinen Aufstieg allerdings schnell aus. An dem Tag an dem Jordan seine Lizenz erhält, bricht die Börse zusammen und sein Arbeitgeber sieht sich gezwungen ihn zu entlassen.
Als Arbeitssuchender blättert er die hiesigen Tageszeitungen durch und seine Frau ermutigt ihn schließlich dazu, sich bei einer kleinen Makleragentur zu bewerben. Ein völlig neues Gebiet erschließt sich für Belfort, denn diese kleine Maklerfirma handelt ausschließlich mit kleinen Aktien im Cent-Bereich. Frische Aktien, die gerade erst an die Börse gegangen sind oder sogar noch kurz vor Börsengang stehen. Eine einzelne Aktie ist nicht viel wert und der Gewinn ist eher als Minimal einzustufen, was aber daran interessant ist, ist die Marge für den Makler. Die, anders als bei hochgehandelten Aktien bei bis bis zu 50% liegt. Grund genug für Belfort den Job anzunehmen und bereits nach ein paar Stunden hat er die ersten 4.000 Dollar verdient. Blutgeleckt.

Was folgt ist ein Aufstieg der seines Gleichen sucht. Der Aktienhandel blüht und Belfort gelingt es ein Imperium aufzubauen. Ein Maklerbüro, dass nur als unkonventionell zu bezeichnen ist. Anfangs belächelt machen sie schnell derartig Profit, dass auch die großen Unternehmen auf Belfort aufmerksam werden.

Obwohl das neugegründete Unternehmen floriert, kann Jordan den Hals einfach nicht voll bekommen. Es muss immer mehr Geld verdient werden. Dabei geht es längst nicht mehr nur alleine darum, sondern fast einzig um den Spaß daran. Der Aufstieg geht einher mit einem ausschweifendem Lebensstil. Drogen in allen Formen und Richtungen. Am Liebsten die sogenannten "Loots". Frauen, Alkohol, Autos, Häuser, Boote ... das volle Programm. Ein Rausch, der nur in eine Richtung führen kann - nach Oben an die Spitze.
Das das Ganze nicht immer ganz legal ist wird zur Nebensache.

Es ist beeindruckend wie facettenreich Leonardo DiCaprio die einzelnen Stadien seiner Entwicklung schauspielerisch darzubieten vermag. Als Zuschauer fiebert und leidet man förmlich mit. Grandios ist eine Szene, in der Leo von den Drogen nahezu Schachmatt gesetzt wird. Lähmungserscheinungen, Verlust der Sprache und überhaupt kaum noch motorische Fähigkeiten. Die nächsten Minuten kam ich aus dem Lachen nicht mehr heraus. Ich schwöre ich hatte Tränen in den Augen!
Die gesamte Mischung aus Witz, Emotionen, unglaublich viel Sexorgien und der Bann der Erfolgsgeschichte machen dieses Gesamtpaket so durchgängig sehenswert. Eigentlich ein Werk für jedermann.

Dieser typische Scorsese-Stil ist unschlagbar gut. Zurecht wurde dieser Film für eine Vielzahl Oscars nominiert. Ich mag diesen Film, wenngleich er es nicht zu einem Meisterwerk schaffen kann, dafür fehlt einfach der notwendige ernst. Auch wenn immer wieder der Wahrheitsgehalt propagandiert wird, so darf man dem nicht allzuviel beimessen, denn die Handlung wurde doch stark zugunsten einer Komödie verfremdet, geradezu verherrlicht. Der Film spiegelt die Sicht des Original-Jordan Belfort wieder, der aber in Wirklichkeit ein Menschverachtender Betrüger ist. Er wusste was er tat und hat in Wirklichkeit kaum Börsen bzw Aktienwissen. Seriöse Händler würden ihn keinesfalls als Broker bezeichnen, sondern eher als geldgierigen Betrüger und Verbrecher - was er auch ist. Trotz zahlreicher Möglichkeiten hat er bis heute weniger als 0,5% seiner Schulden bei seinen Kunden beglichen - was er selbst natürlich bestreitet und es gerne abfällig kommentiert mit dem Satz: "Die reichen Säcke sind doch selber schuld." Es geht und ging ihm immer nur ums Geld, ein wenig erstrebender Charakterzug.
Zusätzlich zu seinem veröffentlichtem Buch "Wolf of Wall Street" hat er noch ein zweites Werk auf den Markt geworfen "Die Jagd auf den Wolf..." Beides vereint wurde nun hiermit verfilmt. Jordan Belfort hat übrigens auch einen Cameo-Auftritt im Scorsese-Film. Er spielt den Moderator zum Ende hin, der das Verkaufstalent (was er unbestritten ist) Jordan Belfort ankündigt.

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MarcosFilmblog
08.04.14 - 20:09
Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) ist frisch verheiratet und hat den Traum an der Wall Street durchzustarten. Er erwirbt seine Brokerlizenz und wird vom drogenabhängigen Alkoholiker Mark Hanna (Matthew McConaughey), der trotz seiner Laster ein erfolgreiches Börsenunternehmen führt, bereits beim ersten gemeinsamen Mittagessen all seinen Illusionen über die erbarmungslose Finanzwelt beraubt. Jordan kann die Zeit an der Wall Street vorerst aber nicht lange auskosten, da ihn der sogenannte “Black Monday” seine Festanstellung kostet. So nimmt er eine Stelle in einem Kuhdorf an , wo er wertlose Papiere an den naiven Vorstadtmann bringen soll. Zur Überraschung seiner Kollegen gelingen ihm Rekordumsätze, sodass er nach kurzer Zeit seine eigene Firma gründet. Zusammen mit seinem Partner Donnie Azoff führt er die Firma “Stratton Oakmont” an die Spitze der reichsten Unternehmen in de berühmten Straße. Das FBI und das Finanzamt werden natürlich bald auf die Machenschaften des, in den Medien als “Wolf” betitelten, Belforts, der mittlerweile die überaus attraktive Naomi seiner Ehefrau vorzieht, aufmerksam, allerdings bietet er anfangs kaum Angriffsfläche für die Beamten der Strafverfolgung und so beginnt eine Spirale voller Sex, Drogeneskapaden und unermesslichem Reichtum…

Martin Scorsese ist erneut eine Zusammenarbeit mit seinem Lieblingsdarsteller eingegangen. Wenn das Duo Scorsese und DiCaprio einen Film in die Kinos bringt, sind die Erwartungen immer ziemlich hochgesteckt und auch in diesem Fall kann man dem Gespann ein fantastisches Ergebnis attestieren. “The Wolf of Wall Street” ist eine schonungslose Abrechnung mit den Finanzhaien und kritisiert außerdem die Machtbefugnisse, die erfolgreicher Börsenmakler im Land der unbegrenzten Möglichkeiten besitzen. Regisseur Scorsese setzt dabei bewusst auf einen spärlichen Einsatz von Finanzvokabular, sodass man als Normalzuschauer keine Angst haben muss, im komplizierten Jargon der Industrie unterzugehen. Das macht die Satire umso unterhaltsamer, obwohl der Begriff Satire in diesem Zusammenhang wohl nicht zu 100 Prozent gerechtfertigt ist, da es sich bei dem Film um eine Verfilmung der Memoiren des realen Jordan Belforts handelt. Die Ereignisse haben sich zumindest in ähnlicher Art und Weise abgespielt, was das Image der mächtigen Banker wohl nicht gerade aufpolieren wird. In einigen Szenen kommuniziert Jordan direkt mit dem Publikum und führt uns vor Augen, dass das Individuum nicht weiter als eine Weihnachtsgans, die sprichwörtlich ausgenommen wird, ist. Handlungstechnisch ist der Film eine bloße Aneinanderreihung von Episoden aus dem Leben der realen Vorbilder. Wir begleiten die Protagonisten gut 20 Jahre auf ihrem Lebensweg. Zeitsprünge gehören zur Inszenierung, wie die Drogen, die Jordan und Donnie konsumieren. Wir bekommen einen Einblick in gigantische Telefonhallen, wo unglaublich dreiste Geschäfte abgewickelt worden sind, und erleben Schritt für Schritt die Wandlung von Jordan, der immer weiter versucht seinen Reichtum zu vermehren. Zu den Darstellern kann man einige Adjektive nennen, wie z.B. famos, lustig, vielseitig und all diese Worte treffen besonders auf Leonardo DiCaprio zu, der hier wohl seine stärkste schauspielerische Leistung zeigt. Er brilliert als skrupelloser Demagoge, sexuell devotes Weichei und nachdem er einige “Lemmons” konsumiert hat erleben wir pure Magie! Selten gab es eine so dichte Ansammlung an zwerchfellerschütternden Szenen und insgesamt ist dieses Werk wohl mit das lustigste Stück Kino, das wir in diesem Jahr erleben werden. Allein für diese Szene hat DiCaprio den Golden-Globe mehr als verdient. Jonah Hill ist ein großartiger Sidekick für DiCaprio, auch wenn er ihm nicht ganz das Wasser reichen kann, man kann aber mit Fug und Recht behaupten, dass eine Oscarnominierung für diese Leistung angemessen ist. Matthew McConaughey hat leider nicht allzu viel Spielzeit, aber er nimmt das ganze Scheinwerferlicht in seiner Szene in Anspruch und es macht einfach Spaß sein Spiel zu bestaunen. Durch den sketchhaften Aufbau wird der Film zu keiner Zeit langweilig, was Martin Scorsese sehr hoch anrechnen muss. Der Abschluss ist leider nicht rundum gelungen, weil er nicht ganz so spektakulär ist, wie die vorangegangen Erlebnisse des Jordan Belfort . Trotz seines Alter schafft Martin Scorsese es immer noch das Publikum mit seinen Arbeiten in den Bann zu ziehen. Die erstaunliche Vielzahl an durchschnittlichen Kritiken in den USA ist nur mit der konservativen Haltung einiger Kritiker zu erklären, denen die politische Unkorrektheit und der drastische Gebrauch von Sex- und Drogenorgien sauer aufgestoßen ist.

Fazit: “The Wolf of Wall Street” ist eine hochklassige Regiearbeit von Martin Scorsese, die dank überragender Darsteller bereits jetzt zu den besten und lustigsten Filmen des Jahres 2014 gezählt werden darf. Mit rabenschwarzen Humor und einem faszinierenden Leonardo DiCaprio trifft dieser Film jeden Ton auf der Tonleiter der Wall Street. Lediglich das Ende kommt zu abrupt, aber dafür kann man weder den Darstellers noch dem Produktionsstab die Schuld geben.

Bewertung: 9/10
Genre: Satire, Komödie
FSK: Ab 16 Jahren
Laufzeit: 179 Minuten

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8martin
17.01.14 - 11:39
Ein bitterböser Film, aber genial. Mit aller erdenklichen Konsequenz wird das Phänomen ‘Gier‘ dargestellt, eine der sieben Todsünden des Mittelalters. Gier in jeglicher Form, nicht nur Geldgier und Streben nach Reichtum, sondern auch in sexueller Hinsicht und in Bezug auf Drogen. Und das wird fast pausenlos und exzessiv drei Stunden lang dargeboten. Alles konzentriert sich auf die Person von Jordan Belfort. Hier liefert Leonardo DiCaprio wohl eine seiner bisher besten, weil reifsten schauspielerischen Leistungen ab. Leo schnupft, säuft und vögelt sich von Erfolg zu Erfolg. Er schafft es durch seine überragende Präsenz die Handlung durch vier Genres überzeugend zu gestalten: der Film beginnt als Erfolgsstory eines Aufsteigers, wandelt sich dann zu einer Groteske von Gier und Geld mit Anklängen von Massenpsychosen und endet als Finanzkrimi. Das geniale dabei ist, dass in allen drei Phasen immer wieder ganz persönliche, teilweise anrührende Szenen vorkommen, die zu Herzen gehen, gefolgt von dramatischer Action. Aus seiner Umgebung ist vielleicht noch Naomi, seine zweite Frau (Margot Robbie) zu erwähnen, die zwar wunderschön anzuschauen ist, sich aber keineswegs in der Rolle des blonden Dummchens erschöpft. So staunen wir über Jordans phänomenalen Aufstieg und bleiben bei seinem Abstieg nicht ungerührt. Der Film packt einen, wegen der Story und den großartigen Darstellern. Er tut weh, schockiert, macht aber auch nachdenklich.

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