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Hercules
63.1/100

8 Bewertungen

Hercules

FILM • 2014 • 1 Std. 38 Min.


Regie: Brett Ratner

Darsteller/-innen: Joseph Fiennes, John Hurt, Ian McShane, Rufus Sewell, Peter Mullan, Ingrid Bolso Berdal, Joe Anderson, Reece Ritchie, Dwayne Johnson, Nicholas Moss, Aksel Hennie, Tobias Santelmann, Rebecca Ferguson, Irina Shayk, Isaac Andrews, Stephen Peacocke, Barbara Palvin

Genre: Abenteuer, Action




Copyright: 2014 Paramount Pictures. All Rights Reserved. (Fotos von David James & Kerry Brown)

Der legendäre Hercules (Dwayne Johnson) führt seine Söldner und die Armee von König Cotys (John Hurt) in die Schlacht um Thrakien. Sie wollen das Reich vom teuflischen Centaur Rhesus (Tobias Santelmann) befreien, der das Land in einem blutigen Bürgerkrieg in Schutt und Asche gelegt hat. Ihr Ziel: den rechtmäßigen Throninhaber Cotys wieder an die Macht bringen. Doch Hercules, halb Mensch, halb Gott, ahnt nicht, dass Cotys ein doppeltes Spiel mit ihm treibt. Sein größter Kampf, der alles von ihm fordern und seine sagenumwobenen Fähigkeiten auf die Probe stellen wird, steht unmittelbar bevor …



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07.09.14 - 20:54
Hercules (Dwayne Johnson) ist der mächtige Sohn des Zeus! Nachdem er zwölf Prüfungen, die von einem unaussprechlichen Schwierigkeitsgrad gezeugt haben, gemeistert hat, ist er von der Knechtschaft der Götter befreit. Die Hydra sei nur eines der vielen Monster, denen der Halbgott den Gar ausgemacht hat .So zumindest erzählt es der Neffe des einst verehrten Helden der griechischen Bevölkerung. Mit seinen Geschichten sichert Autolycus (Rufus Sewell) seinem Onkel und den Söldnern, die sich um ihn geschart haben, die Aufträge, schafft es aber auch, die Feinde der Auftraggeber vor Ehrfurcht erzittern zu lassen. Eines Tages sucht die Königstochter Ergenia (Rebecca Ferguson) die Kämpfer auf und verspricht ihnen als Gegenleistung für deren Hilfe, die ihr Vater (John Hurt) im Kampf gegen den mächtigen Eroberer Rhesus (Tobias Santelmann) benötigt, das Gewicht der Krieger in Gold! Dieses Angebot kann Hercules nicht ausschlagen und er zieht mit seinen Mitstreitern Amphiaraus (Ian McShane), einem Seher, Tydeus (Aksel Hennie), einem aufgrund von Traumata verstummten Krieger, Autolycus (Rufus Sewell), einem profitorientierten Kämpfer, der nie um einen lockeren Spruch verlegen ist, und der schönen Bogenschützin Atalanta (Ingrid Bolso Berdal) in die Schlacht. Vorher gilt es aber noch die unerfahrenen Truppen des Königs auszubilden, denn der Gegner ist wahrhaft eine ernsthafte Bedrohung. Hercules muss neben der physischen Auseinandersetzungen zusätzlich noch einen inneren Konflikt austragen, der seinen Ursprung in der Vergangenheit hat…

Helden aus der griechischen Mythologie haben die Menschen seit jeher fasziniert. Die Erzählungen über den mächtigen Halbgott Hercules gehören zu den bekanntesten Überbleibseln aus der Antike und waren schon häufig Inhalt zahlreicher Romane, Comics und Kinoproduktionen. Das wichtigste bei dieser Art von Filmen ist immer der Darsteller der Titelrolle. Nun wurde der als Wrestlingstar bekannt gewordene Dwayne Johnson, der sich mittlerweile als charismatischer Zuschauermagnet und routinierter Actionstar bewiesen hat, mit der Aufgabe bedacht, der Figur des Inbegriffes aller Helden einer Frischzellenkur zu unterziehen. Unter der Regie eines Mannes, der wohl kein bestimmtes Genre sein Eigen nennen darf. Brett Ratner versucht mit weiten Totalen das Gefühl einer monumentalen Schlacht zu erzeugen und lässt sein Kommando an Elitekämpfern aus vergangenen Zeiten währenddessen eine ganze Armee zerlegen. Und genau das ist eines der Probleme von “Hercules”. Der Fokus liegt nicht, wie der Name vermuten lässt, auf Dwayne Johnson, der sein ganzes Potential, das er eigentlich für diese Rolle mitbringt, als Held ausspielen kann, da zahlreiche Nebenfiguren ihm sprichwörtlich die Show stehlen. Der Seher Amphiarus, der immer darauf bedacht ist, seinen Tod, dem er doch mit Freude entgegenblickt, vorherzusehen oder das Raubein Autolycus, der mit seinen Äußerungen für Vergnügen in den Sitzreihen sorgt, klauen der eigentlichen Hauptfigur mit ihrer Gestaltung das Rampenlicht und lassen die eigentliche Dramaturgie der Handlung nur als banale Randnotiz im Raum stehen. Was ebenfalls negativ ins Gewicht fällt, ist die Abhandlung, der in der Vermarktung des Films ausführlich beworbenen Verrichtung der 12 Heldentaten. Wer einen Blick auf den Trailer wirft , hat nämlich fast die kompletten Auseinandersetzungen mit der Hydra, dem Eber und dem imposanten Löwen miterleben dürfen. Und so ärgert man sich, dass die darauffolgenden Ereignisse im weiteren Verlauf der Handlung nicht annähernd das Potential haben, wie die schnell abgehandelten Sequenzen. Ein blasser Gegenspieler, der mit rasanter Geschwindigkeit aus dem Weg geräumt wird lässt die Enttäuschung ebenfalls schnell wachsen. Die Frustration erreicht ihren Höhepunkt, wenn man auch noch der letzten Illusion des Übernatürlichen beraubt wird und feststellen muss, dass für Mythologie in dieser Interpretation wohl kein Platz ist. ganz beantwortet wird diese Frage strenggenommen nicht, aber hier beeinflusst die vorangegangene Gestaltung das finale Urteil doch gewaltig. Aber es ist bei weitem nicht alles schlecht. Sehr schön sind die Gestaltung der antiken Tempelstätten. Überhaupt haben die Architekten sehr gute Arbeit bei der Gestaltung der Szenenbilder geleistet. Am eindrucksvollsten ist wohl das Verlies, aus dem sich Hercules befreien muss, und die düsteren Handlungsorte, zu denen der Sumpf der Hydra und der Wald als Schauplatz einer nächtlichen alptraumhaften Begegnung gezählt werden dürfen. Joseph Fiennes beglückt uns in einer kleinen Rolle ebenfalls. Die Actionszenen sind innovationslos und verblassen neben den Auseinandersetzungen, die man in “300” bestaunen durfte, der mit Sicherheit die gleiche Zielgruppe anspricht.

Fazit: Eine neue Interpretation eines Heldenmythos, der am Ende als entzaubert bezeichnen werden darf. Dwayne Johnson überzeugt als muskelbepackter Keulenschwinger, aber erhält nicht den Freiraum, um sein komplettes Charisma zu entfalten. In Ansätzen kann Regisseur Brett Ratner einen Hauch von monumentaler Atmosphäre erzeugen. Unterm Strich ist “Hercules” aber nichts weiter, als ein Abenteuerfilm, der dem Zuschauer mit seiner überraschenderweise unspektakulären Geschichte nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung: 5/10
Genre: Abenteuerfilm, Action
FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 98 Minuten

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