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Ritt zum Ox-Bow

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1943

Genre: Krimi, Drama, Western

Spieldauer: ~ 75 Minuten

Regie: William A. Wellman

Cast: Henry Fonda, Anthony Quinn, Harry Morgan, Dana Andrews, Jane Darwell, Willard Robertson, Harry Davenport, William Eythe, Matt Briggs

Kurzbeschreibung: Helle Aufregung in einem sonst ruhigen Nest in Nevada: Ein Rancher des Ortes soll ermordet und sein Vieh gestohlen worden sein. Der aufgebrachte Lynchmob, dem sich notgedrungen auch die Cowboys Gil und Art anschließen, macht sich auf die Suche nach den vermeintlichen Dieben und will sie unverzüglich hängen. Gil und Art versuchen die Masse zu beruhigen, doch der Wunsch nach Rache treibt die Bürger zum Äußersten.


Filmkommentare (1)


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kurenschaub
22.11.12 - 19:46
Ein Edelwestern der Oberklasse und einer der besten überhaupt. Nach dem gleichnamigen Roman des Walter van Tilburg Clark von 1940.
Wie jeder bessere Klassiker wurde der Film kein Bestseller, sondern ein Longseller. Und die Kritiken waren von Start weg enthusiastisch. Die begründenste und originellste Aussage des Films liegt in seiner realistischen, kaltblütigen Betrachtungsweise der Gewalttätigkeit.
Den Hauptgrund für die Beliebtheit des Lynchens sieht der Streifen in der Gedankenlosigkeit, Unwissenheit und Trägheit der Mehrzahl der Menschen.
Die Einführung in diese Situation ist ein Beispiel der Vollendung dessen, was Filmtechnik und Kamerarbeit, Regie und die Darstellung bei guten Leuten erreichen kann.
Die Kamera arbeitet unauffällig, einsilbig, massiv, sie bohrt sich eindringlich in die Szene, ein Ereignis ist ihr weniger wichtig als die Verhaltensweise der Leute, die das Ereignis bewirken.
Dazu kommt diese hochgradige psychologische Spannung, welche aus visueller Bewegung entsteht, hier haben wir des Films genuine Leistung.
Sie ist unübertrefflich in Passagen wie jener, in der dieser Negerprediger auf die feindliche Menge zugeht. Hier glaubt man regelrecht zu fühlen, wie die Luft, in der dieser Mann hineinschreitet, ihn schier zurückzudrücken scheint. -
Ritt zum Ox-Bow ist heute längst als gediegener amerikanischer Western Klassiker anerkannt und ein bedeutsamer Augenblick der amerikanischen Kulturgeschichte, aber in der Zeit seines Entstehens war er ein unbequemer, unwillkommener, unzeitgemäßer Film - eine Analyse des amerikanischen Faschismus mitten im Krieg Amerikas gegen die Faschisten - ein deftiges, schmerzvolles Werk - welches in der Sustanz und an der Oberfläche der Story einiges an schlimmen amerikanischem Faschismus zu bieten hat! Kurzum der Film ist aufwühlend und noch dazu verdammt gut!

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