2 Kommentare

Heat

DEINE MEINUNG?


1995

Genre: Drama, Thriller, Action, Krimi

Spieldauer: ~ 164 Minuten

Regie: Michael Mann

Cast: Robert De Niro, Al Pacino, Natalie Portman, Danny Trejo, Val Kilmer, William Fichtner, Hank Azaria, Xander Berkeley, Ashley Judd, Jon Voight, Tom Sizemore, Amy Brenneman, Dennis Haysbert, Jeremy Piven, Mykelti Williamson, Wes Studi, Diane Venora, Kevin Gage, Begonya Plaza, Hazelle Goodman

Kurzbeschreibung: Er arbeitet genial, eiskalt und präzise: Neil McCauly - ein Profigangster, Boss einer straff organisierten Bande. Vincent Hanna ist ein fanatischer Cop, ein Profi ohne Illusionen. In den Straßenschluchten von L.A. prallen die beiden aufeinander: Und nur einer kann das Duell überleben ... Die Oscarpreisträger Al Pacino und Robert De Niro stehen in diesem perfekten Hochspannungsthriller erstmals gemeinsam vor der Kamera.


Filmkommentare (2)


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wrachris
17.01.17 - 15:57
Ein Meisterwerk des Actionkinos. Wie schon erwähnt stehen hier 2 Filmlegenden gegenüber. Alleine schon beim Gespräch zwischen Al Pacino und Robert de Niro im Cafe läuft es dem Zuseher kalt den Rücken hinunter.

Selten einen Action- Thriller- Streifen mit derartigem Tiefgang und coolen Dialogen gesehen (Tiefgang ist in Actionstreifen normalerweise kaum anzutreffen- in diesem Genre geht es normalerweise um ganz andere Sachen).

Spannend bis zum Schluß und mit vielen Szenen die in die Filmgeschichte eingehen müssen /sollten /werden.

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Filmosoph
03.09.09 - 22:39
Es ist öfters die Rede von den »zwei besten Darstellern überhaupt«, damals in den 70ern, 80ern und 90ern. Mittlerweile hat eine neue Generation das Kommando übernommen, aber diese können sich immer noch etwas absehen von Robert De Niro und Al Pacino.
Dieses Duo stand schon einmal gemeinsam in einem Film vor der Kamera, allerdings niemals gemeinsam. Der Film war Der Pate II, der längst überfällige Durchbruch von De Niro. Diese beiden spielten zwar im selben Film, aber niemals zusammen, da De Niro nur in den zeitlichen Rückblenden (als Vater Don Vito Corleone von Michael) zu sehen war.
Es dauerte bis 1995, bis diese beiden Genies wieder zusammen – und diesmal richtig – vor die Kamera traten. Michael Mann schrieb und führte Regie bei diesem Film. Um etwas vorzugreifen – Heat wird das Meisterwerk seines Lebens bleiben, trotz Miami Vice und trotz Public Enemies.
Heat ist mit 2h und 39 min ein wirklich langer Film; er beginnt aber sehr Actionreich, mit einer Szene, die wichtig ist für den gesamten Verlauf des Filmes. Doch nach dieser Szene wird es etwas ruhiger. Mann nimmt sich Zeit für die Charakterentwicklung, bis ca. eine Stunde vorbei ist. Im Nachhinein ist das gut so, da man die jeweiligen Stories kennt und weiß, was sie aufs Spiel setzen. Somit gibt es viele »Nebengeschichten«, welche letztlich ihre Berechtigung haben. Natalie Portman wird noch eine größere Rolle spielen, als man zuerst denkt. Dabei hat man zu jeder Zeit keinen Schimmer, wie es in den nächsten fünf Minuten weiter geht. Sieht man den Film zu wiederholten Male, kann man die Szenen trotzdem genießen.
Denn der Film ist bis in die kleinste Rolle perfekt besetzt. Neben den beiden Megastars finden sich etwa noch Tom Sizemore, eben Natalie Portman, Ashley Judd, Jon Voight und Val Kilmer. Diese Cast trug bei zur besonderen allgegenwärtigen Bildschirmpräsenz der Figuren. Alles überstrahlt werden die Figuren meines Erachtens jedoch von Robert De Niro. Seine Präsenz nimmt fast unheimliche Maße an und lässt einem oft den Atem stocken. Somit versteht man Sizemore einfach, wenn er sagt: »Das was du entscheidest, ist gut für uns.« »Ok, das Risiko ist es mir wert, ich bin dabei.« De Niro ist der Gangster, den man in den letzten fünfzehn Jahren im Kino sah. Man kann kaum widerstehen, als er Judd die Tür einrennt und zu ihr sagt: »Du gibst Chris noch eine Chance!«
Keine Frage, Pacino sieht neben ihm auf keinen Fall alt aus. Auch er zeigt sich in Hochform wie selten; sein Charakter ist aber eher auf Zynismus ausgelegt und beinharte Bandagen. So ist es fast witzig, als er sagt: »Du kannst alles Ralph.. nur nicht meinen Fernseher benutzen!«
Schauspielerisch ist dieser Film also zweifelsohne ein Highlight für sich. Doch wie ist der Film inszeniert? Die besten Darsteller helfen bei einer besten Inszenierung nichts (wie Pacino und De Niro auch leidvoll in Kurzer Prozess erfahren mussten). Eine Stunde lang sieht man das »Alltagsleben« der Mafia ähnlichen Verbindung. Man sieht, wie sie planen, wie sie denken, wie sie reden. Man findet sogar eine gewisse Ethik; Das Leben ist kurz, wir holen uns »im Rahmen« unseren Teil. Waingro fällt hier auf alle Fälle aus dem Rahmen, ein »Mensch ohne Ethik«. Chris kämpft für seine Frau, ohne zu ihr gut zu sein »Mit ihr geht die Sonne auf und unter«. Sizemore scheint in einer geregelten Familie zu leben. Und De Niro scheint innerlich an seinem Dogma zu zweifeln trotz seines permanenten »Was du nicht in 30 Sekunden loswerden kannst«-Sagers. Der interessanteste Fall ist aber sicher Pacinos Ehe; ist eine Ehe mit einem Besessenen, mit einem Polizisten der ebenso besessen ist wie die Gegenseite möglich? Meines Erachtens gibt der Film aufschlussreiche Antworten.
Die Message ist einfach: Geschehen Verbrechen, verlieren langfristig fast alle. Aber eben nur fast – und genau dies ist der wunde Punkt, den die Kriminaltät sucht.
Nach dieser ersten Stunde hat man ein Gefühl für die Figuren, man »weiß«, wie sie sind. Es folgt der »eigentliche Film«, 1 ½ Stunden absolute Spannung. Mann inszenierte den Film möglichst realistisch; wer die Straßenschlacht sieht (und das am besten bei voller Surroundlautstärke), wird wissen was ich meine. Diese (fast) in Echtzeit gedrehte Szene gehört zu den stärksten Actionszenen überhaupt. Man kommt nicht mehr zum Atmen; De Niro, Pacino und der Lauf der Ereignisse ziehen einem gnadenlos in den Bann. Auch hier werden Nebenstories geschickt verwebt; nicht umsonst wurde der Fastfoodladen so lange gezeigt.
Heat ist im Gesamten ein Highlight. Die Cast ist perfekt und die Leistung wahrlich atemberaubend. Pacino und De Niro sieht man in einer ihrer besten Performances überhaupt. Als sie sich gegenüber sitzen, wird der Traum eines Filmfans wahr.
Mann inszeniert anfangs eher langsam, aber letztlich verwebt er die Handlungsstränge perfekt und ohne einen zu vergessen. Somit ist keine Szene umsonst, trotz der Länge. Heat ist bis heute der Maßstab im Actiongenre, und als Public Enemies Seher denken wir hier gerne an 1995 zurück, wo die Handkamera lediglich sporadisch und adäquat eingesetzt wurde. Heat ist nämlich auch ein Film fürs Auge (L. A. bei Nacht, De Niros Haus am Meer, diverse Hubschrauberaufnahmen..) und wurde gekonnt photographiert.
Heat ist Manns unerreichtes Meisterwerk und zusammen mit GoodFellas mein De Niro Lieblingswerk. Pacino sah man nie besser. Für Cineasten ein Muss, zurücklehnen und genießen!

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