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2 Kommentare

Gone Girl - Das perfekte Opfer

DEINE MEINUNG?


2014

Genre: Drama, Mystery, Thriller

Spieldauer: ~ 145 Minuten

Regie: David Fincher

Cast: Neil Patrick Harris, Rosamund Pike, Ben Affleck, Scoot McNairy, Missi Pyle, Kim Dickens, Sela Ward, Patrick Fugit, Tyler Perry, Kathleen Rose Perkins, Casey Wilson, Boyd Holbrook, Emily Ratajkowski, Carrie Coon, Lee Norris

Kurzbeschreibung: Wie gut kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich? Diese Frage stellt sich Nick Dunne (Ben Affleck) an seinem fünften Hochzeitstag, dem Tag, an dem seine schöne Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos verschwindet. Unter dem Druck der Polizei und des wachsenden Medienspektakels, bröckelt Nicks Darstellung einer glücklichen Ehe. Durch seine Lügen, Täuschungen und sein merkwürdiges Verhalten stellt sich jeder bald dieselbe unheimliche Frage: Hat Nick Dunne seine Frau ermordet?


Filmkommentare (2)


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MarcosFilmblog
15.10.14 - 17:08
Nick Dunne (Ben Affleck) lebt mit seiner Frau Amy (Rosamund Pike) in einer beschaulichen Kleinstadtidylle. Da sich die beiden in der Großstadt aller Großstädte, New York, kennen und lieben gelernt haben, ist der Kontrast besonders für Amy, die im journalistischen Bereich tätig ist, immens. Nick hat früher auch als Autor gearbeitet, ist nun allerdings in einem anderen Berufsfeld tätig.Zusammen mit seiner Zwillingsschwester Margo (Carrie Coon) betreibt er eine beschauliche Bar. Sein Leben wird plötzlich auf den Kopf gestellt, als er im Wohnbereich seines Hauses Spuren eines Kampfes entdeckt. Von Amy fehlt jede Spur! Die Ermittlungen laufen schnell an, weil Amy in den ganzen USA bekannt ist. Als Kind diente sie ihren Eltern als Inspirationsquelle für die gleichnamige Titelheldin einer Kinderbuchreihe. Die Medien stürzen sich auf den Fall und bald stellt sich ganz Amerika nur noch eine Frage: Wo ist “Amazing Amy”? Nick gerät sogar in das Visier der Ermittler, als diese das Tagebuch von Amy, das in einem Brennofen für die Nachwelt unzugänglich gemacht werden sollte, sicherstellen können. Die Einträge, die offensichtlich Amys Sorgen und Ängste offenbaren, werfen einen dunklen Schatten auf die Musterehe. Nach einer Medienoffensive gegen Nick hält nur noch Margo zu ihm. Die beiden versuchen auf eigene Faust Amy ausfindig zu machen und stoßen auf etwas Unfassbares…

Der Perfektionist hat es wieder getan! David Fincher ist ein Name, den das Kinopublikum mit Kino von höchster Qualität verbindet. Der Regisseur aus Colorado ist dafür bekannt seine Schauspieler zu Höchstleistungen anzutreiben und eine Szene kann dabei auch gut und gerne über fünfzig Takes besitzen, bis der Denker und Lenker hinter der Kamera mit dem Ergebnis zufrieden ist. Diesmal liefert er eine Verfilmung eines gleichnamigen Romanes ab, der Leser von qualitätsvoller Thrillerliteratur hocherfreut hat. “Gone Girl” erzählt eine komplexe Geschichte, die an Perfidität und scharfzüngiger Gesellschaftskritik kaum zu überbieten ist. Durch Rückblenden aus glücklicheren Tagen Amys und den zahlreichen Großaufnahmen eines Tagebuchs, das gerade einmal wieder um einen Eintrag erweitert wird, spielt Fincher mit dem Publikum. Die Sympathien für die Charaktere werden sich im Laufe des Films mehrmals ändern und die bereits erwähnten Mittel sind nur einige Beispiele, wie der Zuschauer in seiner emotionalen Beurteilung der Ereignisse geformt wird. Amy liefert als schreibende Hand Anekdoten, deren Inhalt sich vom puren Glück zu einem schleichenden Alptraum entwickeln. Diese Einschübe werden geschickt in die gegenwärtigen Ereignisse des Filmes etabliert. Der Franzose Alexandre Astruc bezeichnete die Kamera als Schreibwerkzeug des Regisseurs, der eine Art Schriftsteller ist. Mit seiner Inszenierung leitet er den Zuschauer durch eine Geschichte . Im Genre des Thrillers ist eine wichtige Komponente die Aufrechterhaltung der Spannung. In dieser Disziplin zeigt Fincher als wahrer Autor, wie Spannung über eine lange Laufzeit auf einem hohen Level gehalten werden kann. Ein Ozean wird von starken, temporären Winden erfasst , die ein konfuses, tosendes Meer aus Storyelementen zu einer ruhigen Wasseroberfläche formen. Wer bei dem Kabinettstück einiges an Tiefschlägen einstecken muss, sind die Boulevardmedien. Menschen als Schachfiguren benutzt, um hohe Einschaltquoten oder Verkaufszahlen zu generieren, ehemals gefeierte moralische Instanzen stürzen vom Himmel in einen unendlichen Abgrund und selbst Eltern handeln im Angesicht der Katastrophe profitorientiert. Über die Gestaltung soll an dieser Stelle kein weiteres Wort verloren werden, da diese sich sehr stark nach den Entwicklungen der Geschichte orientiert und es schwierig ist, darüber konstruktive Aussagen zu tätigen, ohne relevante Informationen preiszugeben, die das Sehvergnügen entscheidend verkleinern würden. Der Vergleich von “Gone Girl” mit einem guten Buch ist aber nicht zu ambitioniert. Prunkstück dieses filmischen Romanes sind ohne Zweifel die Darsteller. Rosamund Pikes Spiel lässt einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Die verschiedenen Aspekte ihrer Rolle kann sie elektrisierend auf die Leinwand bringen. Ben Affleck zeigt Skeptikern, dass er ein sehr guter Mime ist, aber als dunklen Rächer möchten man ihn sich doch nicht so recht vorstellen. Tyler Perry feixt als Anwalt, der wohl auch Luzifer persönlich verteidigen würde herrlich herum. Seine bitterbös lustigen Auftritte bringen satirische Züge in den sonst ernsten Thriller. Neil Patrick Harris gibt sich ebenfalls die Ehre und ergänzt das formidable Ensemble um einen charismatischen Anzugträger im Wohnpalast.

Fazit: “Gone Girl” lässt mit seiner Konsequenz , einem großartigen, erzählerischen Gerüst auch Zuschauern, die eine breite Seherfahrung in diesem Genre besitzen, den Atem stocken! Spannung bis zur letzten Minute, ein toller Cast, der auch auf den Punkt abliefert und ein Regisseur, der einem Schriftsteller in nichts nachsteht, machen den Film zu einem Pflichttermin für ein gereiftes Kinopublikum.
◾Bewertung: 9/10
◾Genre: Thriller
◾FSK: Ab 16 Jahren
◾Laufzeit: 149 Minuten

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8martin
03.10.14 - 13:32
ACHTUNG SPOILER!

David Fincher spielt mit den Erwartungen der Zuschauer und obendrein schockt er sie noch. Zunächst wird die Bilderbuchehe von Nick (Ben Affleck) und Amy (Rosamund Pike) entzaubert. Dann wird Amys Racheplan parallel zu Nicks Unterstützung der polizeilichen Ermittlungen geschildert. Man erwartet Fehler der Verschwundenen oder dass sie wenigstens gefunden wird. Aber dann setzt Fincher erst zum Schocker und zum medialen Höhenflug an. Ob Nick seine Frau umgebracht hat oder nicht entscheiden die Medien bzw. die Stimmung in der Öffentlichkeit. (Talkshows!). Amy läuft in eine Falle und befreit sich daraus mit einem Teppichmesser. Blutüberströmt fällt sie vor den Augen der Nachrichtensender Nick um den Hals. Alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Beifallsstürme. Jetzt geht Fincher über die Romanvorlage hinaus: im Rampenlicht wird geküsst und geherzt, wenn sie unter sich sind wird Tacheles geredet.
Nick schläft zwar allein, sollte aber seine Schlafzimmertür verriegeln. Er weiß, wozu Amy fähig ist. Ein Engel, der ein Teufel ist. Amys getürkte Schwangerschaft kommt hinzu. Als verantwortungsbewusster Vater bleibt Nick und schweigt. Die harmoniesüchtige öffentliche Meinung zwingt beide dazu, ihre Bilderbuchehe fortzusetzen, obwohl es die Hölle ist. Und das wissen nur Nick und Amy. Somit wandelt sich Amys Plan zu einem lebenslangen Martyrium. Zwischen ihnen gibt es nur noch Misstrauen, Lieblosigkeit und es bleibt latent gefährlich.
Hochspannung von Anfang bis Ende, mit raffinierten Wendungen und Schockern und einer grandios spielenden Rosamund Pike, die den Spagat zwischen blonder intellektueller Luxusschnecke und brünettem proletenhaftem Kältepol bravourös meistert.

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