2 Kommentare

Das Ende einer Affäre

DEINE MEINUNG?


1999

Genre: Drama, Romanze

Spieldauer: ~ 102 Minuten

Regie: Neil Jordan

Cast: Ralph Fiennes, Julianne Moore, Jason Isaacs, Stephen Rea, Ian Hart, James Bolam, Deborah Findlay, Jack McKenzie, Cyril Shaps, Nicholas Hewetson, Heather-Jay Jones, Penny Morrell, Sam Bould, Simon Fisher-Turner

Kurzbeschreibung: In einer regnerischen Nacht begegnet der Schriftsteller Maurice Bendrix seinem alten Bekannten Henry Miles, der ihm von dem Verdacht berichtet, seine Frau Sarah könne ihn betrügen. Bendrix kann die Sorgen des Freundes nur allzu gut verstehen, hatte er doch selbst bis vor zwei Jahren eine glühende Liebesaffäre mit der ebenso leidenschaftlichen wie impulsiven Sarah. Warum diese Affäre über Nacht ein ebenso unerwartetes wie drastisches Ende nahm, blieb Bendrix damals wie heute ein Rätsel. Er engagiert einen Privatdetektiv, um mehr Licht in die Affären der Sarah Miles zu bringen. Was die Ermittlungen zutage führen, birgt ungeahnte Überraschungen für alle Beteiligten...


Filmkommentare (2)


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8martin
25.02.15 - 12:24
Ein konsequent durchstrukturiertes Dreiecksverhältnis, das man in gefühlten tausend Versionen kennt: Ehefrau Sarah (Julianne Moore, offenherzig wie nie) flüchtet aus der langweiligen Ehe mit Henry (Stephen Rea) in die Arme von Maurice (Ralph Fiennes). Wie Regisseur Neil Jordan die Geschichte zerlegt, mit Wiederholungen aufbereitet, die andere Blickwinkel eröffnen, macht das Ganze dann doch wieder irgendwie interessant.
In gedeckten grün-braunen Farbtönen gehalten, gelingt eine dichte, verregnete Atmosphäre. Durch die Schnitttechnik fragt man sich: beauftragt der Ehemann den Liebhaber, seine Frau zu beschatten oder ist es der Liebhaber, der einen Dritten verdächtigt? Vertritt der Liebhaber den Ehemann lediglich und beauftragt den Privatdetektiv Parkis (Ian Hart) Sarah zu beobachten?
Ein Highlight erhöht den Unterhaltungswert: da sich das Pärchen nur bei Luftangriffen (2. Weltkrieg) zu einem Stelldichein treffen kann, wenn alle anderen im Luftschutzkeller sind, erwischt sie eine Bombe. Gut geschnitten darf das mehrfach wiederholt werden. Und es ruft bei allen drei Beteiligten unterschiedliche Reaktionen hervor.
Nach Sarahs erstem Hustenanfall ahnt man eine tödliche Krankheit. Dass beide Männer den Pflegedienst gemeinsam erledigen, gehört eventuell noch zum Konstrukt, aber als Neil Jordon am Ende noch einen Lourdes-Effekt beim Sohn des Schnüfflers nachreicht, geht’s ins Groteske. Oder man folgt dem ungläubigen Graham Greene und versteht die Geschichte als ‘Tagebuch des Hasses‘ und der gilt Gott.

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kurenschaub
27.01.13 - 19:33
Ein wunderbar gelungenes Melodram mit klugem Plot und einer feinen Liebesgeschichte mit raschem Ende in den Zeiten des zweiten Weltkrieges.
Stilistisch hervorragend und sehr dicht, ein Drama das sein bitteres Geheimnis lange nicht preisgibt und das mit guter Bebilderung aufwarten kann.
Julianne Moore als leidenschaftliche Sarah ist sehr anziehend und zeigt sich in ihren (sonst so seltenen) Sexszenen überaus attraktiv und ästhetisch.
Der Film betrachtet aus den Augen der Frau und des Mannes die jeweiligen Geschehnisse und wurde von Neil Jordan sattelfest nach einem selbst erlebten Graham Green Bestseller umgesetzt.
Ralph Fiennes und Julianne Moore verdienen für ihre Darstellerleistungen hohe Anerkennung.

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