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300: Rise of an Empire

DEINE MEINUNG?


2014

Genre: Action, Drama, Krieg

Spieldauer: ~ 102 Minuten

Regie: Noam Murro

Cast: Lena Headey, Eva Green, Rodrigo Santoro, David Wenham, Hans Matheson, Sullivan Stapleton, Andrew Pleavin, Ashraf Barhom, Andrew Tiernan, Igal Naor, Callan Mulvey, Steven Cree, Ben Turner, Christopher Sciueref

Kurzbeschreibung: Die Verfilmung von Frank Millers neuestem Comicroman „Xerxes“ wird mit derselben atemberaubenden Optik erzählt wie der Blockbuster „300“: Dieses neue Kapitel des Epos führt uns auf ein weiteres Schlachtfeld – das Meer: Der griechische General Themistokles versucht ganz Griechenland zu vereinen, indem er einen Angriff wagt, der in diesem Krieg die Wende bringen wird. In „300: Rise of an Empire“ trifft Themistokles auf das gewaltige persische Invasionsheer unter der Führung des zum Gott erhobenen Xerxes und der rachsüchtigen Flottenkommandeurin Artemisia.


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MarcosFilmblog
08.04.14 - 19:52
Die Schlacht bei Marathon war die Geburtsstunde einer Ikone der griechischen Demokratie. Themistokles (Sullivan Stapleton) führte die griechischen Truppen mit einer unkonventionellen Kriegstaktik zum Sieg über die Perser, die gerade dabei waren, ihre Schiffe zu verlassen und an Land ihre Lager zu errichten. Indirekt ist der heroische Athener aber auch für den erneuten Angriff des persischen Reichs, das nun unter der Führung vom Gottkönig Xerxes (Rodrigo Santoro) steht, verantwortlich, da er während seines siegreichen Gefechts das Lebenslicht von Xerxes´ Vater mit einem Pfeil aushauchte. Xerxes ist vom Wunsch nach Rache zerfressen und möchte zusammen mit seiner Flottenkommandantin Artemisia (Eva Green), die als Kind die Abschlachtung ihrer Eltern durch griechische Hand mit ansehen musste, was ihre Gier nach griechischem Blut ins Unermessliche hat wachsen lassen, er nun ganz Griechenland unterwerfen. Während Themistokles bestrebt ist Griechenland zu einen, zieht der spartanische König Leonidas es vor, die Perser mit 300 Mann an den Thermophylen in ihre Schranken zu weisen. Themistokles bietet mit seinen Truppen der persischen Flotte, die von Artemisia in die Schlacht geführt wird, bei der Artemision die Stirn. Xerxes kann nach harten kriegerischen Auseinandersetzungen Leonidas und dessen Heer unter der Mithilfe des buckligen Verräters Ephialtes (Andrew Tiernan) bezwingen, was Themistokles zum wiederholten Male bewegt, Leonidas´ Witwe, Königin Gorgo (Lena Headey), um Hilfe zu bitten. Die Zukunft Griechenlands steht nun endgültig auf dem Spiel…

Wie man nach genauem Lesen der Inhaltsangabe feststellen kann, ist die Handlung von “300- Rise of an Empire” zeitlich sowohl vor den Ereignissen, die in Zack Snyders Überraschungsfilm “300″, der aus dem Jahre 2007 stammt und mittlerweile Kultstatus genießt, sowie eine beeindruckende Anhängerschar vorweisen kann, angesiedelt als auch nach dem großen Opfer, das Leonidas mit seinen Gefährten gebracht hat. Der Film ist strenggenommen ein Prequel und Sequel zur selben Zeit, was durchaus als außergewöhnlich betrachtet werden kann, da diese Herangehensweise es für Noam Murro schwieriger macht, das Publikum zu begeistern, weil strenggenommen jegliche Spannung in der ersten Hälfte des Filmes fehlt. Glücklicherweise ist das Publikum, das auf diesen Film hingefiebert hat, eher auf Schauwerte aus und legt nicht so viel Wert auf einen ausgeklügelten Plot, bzw. ein gutes Drehbuch, das diese Fortsetzung beim besten Willen nicht vorweisen kann. Diese Erwartungshaltung übertrifft der Film sogar, denn vom Produktionsdesign, den Kampfchoreographien und den Effekten ist alles wirklich eine Klasse für sich. Der Look ist düster und versprüht eine Eleganz, die im Zusammenspiel mit der gezeigten Brutalität eine Symbiose ergibt, die Fans des ersten Teils mehr als zufrieden stellen wird. Noam Murro hat eine Welt kreiert, die jetzt sogar noch deutlicher an einen Comic, der für Erwachsene geschaffen wurde, erinnert. Schnelle rasante Schnitte wechseln sich mit zeitlupenähnlichen Passagen ab, die jeden Blutstropfen und Schweißperlen, die auf den gestählten Körpern der Protagonisten eine passende Oberfläche gefunden haben, einfangen. es ist barbarische Unterhaltung, die die Bewunderung eines jeden Mannes für Krieger, die für ihre Kameraden einstehen, perfekt einspringt und das Herz des Actionfans höher schlagen lässt. Visuell ist der Film wirklich überdurchschnittlich, aber es gibt ja auch noch Logiklöcher und unausgereifte Handlungsstränge, die den Aufstieg in den Olymp doch erschweren. Vor allem die erste Hälfte hat neben diesen Problemen damit zu kämpfen, dass bereits bekannte Muster abgespult werden und die ersten Seegefechte nicht allzu großen Spielraum für innovative Inszenierungen geben. Der Film kann diese Defizite an Innovationen aber spätestens mit dem Klippensprung, der bereits im Trailer angedeutet wird, überwinden und macht ab diesem Zeitpunkt größtenteils wirklich Freude am Gemetzel. Mit einer unheilvollen Vision, die Themistokles heimsucht, wird übriges noch einmal sehr schön Bezug auf die griechische Mythologie genommen. Phrasen, die man in diesem Kontext schon unzählige Male gehört hat, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Worte der Ehre, des Blutes und des Heroismus sind die Bausteine, die das Vokabular der Charaktere zu bilden scheinen. Aus der Darstellerriege sticht Eva Green als Kampfamazone, die auch mal unkonventionelle Kusspartner nicht verschmäht, heraus. Sie stiehlt allen anderen Darstellern regelrecht die Schau und ist eine gute Bereicherung für das Kampfgeschehen, das sonst nur von einer Männerdomäne regiert wird. Zudem liefert sie wohl eines der besten Filmzitate des bisherigen Kinojahres, das sicherlich bis zum Jahresende nur schwierig vom Thron der coolsten Sprüche verdrängt werden kann. Enttäuscht kann man von Rodrigo Santoros Leinwandpräsenz sein, der auch hier wieder den charismatischen Xerxes mimt, weil seiner Rolle einfach nicht der Feinschliff, den diese Figur verdient, gegeben worden ist, da die Chance verschenkt wird, über bestimmte Ereignisse im Leben des Monarchen detailliert zu berichten.

Fazit: “300- Rise of an Empire” ist von der optischen Perspektive aus betrachtet ein furioses, testosterongeladenes Gorefestival, das Fans des Genres in Verzückung versetzen wird. Für die Leute, die der Qualität des Drehbuches und den Dialogen eine höhere Bedeutung beimessen, ist diese Produktion jedenfalls nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Als nicht ganz ernstzunehmende, äußert brutale Geschichtsstunde funktioniert dieser von Zack Snyder produzierte Actionfilm jedenfalls super.

Bewertung: 5/10
Genre: Actionfilm, Historienfilm
FSK: Keine Jugendfreigabe
Laufzeit: 102 Minuten

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