Amateur
80.0/100

Amateur

FILM • 1994 • 1 Std. 45 Min.


Regie: Hal Hartley

Darsteller/-innen: Martin Donovan, Holt McCallany, Michael Imperioli, Damian Young, Terry Alexander, Erica Gimpel, Dave Simonds, Isabelle Huppert, Elina Löwensohn, Chuck Montgomery, Pamela Stewart, Jan Leslie Harding, Hugh Palmer, Angel Caban, Emmanuel Xuereb

Genre: Drama, Komödie, Krimi, Thriller



Isabelle (Isabelle Huppert), eine ehemalige Nonne mit noch immer göttlicher, wenn auch recht unklarer Mission, hält sich für eine Nymphomanin und versucht, mit pornographischen Kurzgeschichten Geld zu verdienen. In einem Cafe trifft sie Thomas (Martin Donvan), einen freundlichen jungen Mann, der sich an nichts mehr erinnern kann, außer an seinen Namen. Im Traum erzählt Thomas von einer gewissen Sofia. Isabelle fühlt sich berufen, Sofia zu finden und durch sie Thomas die Erinnerung wiederzugeben. Aber auch Isabelle und Thomas werden gesucht. Zwei ebenso elegante wie blutrünstige Killer eines Gangstersyndikats haben es auf sie abgesehen. Der Grund dafür liegt irgendwo in Thomas' Vergangenheit. Aber der kann sich ja nicht erinnern...


Filmkommentare (2)


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kurenschaub
18.03.14 - 08:26
In New York City gedrehter tragikkomischer Thrillerromantikstreifen, eigenwillig und philosophisch angehaucht, gefällt ohne das Herz höher schlagen zu lassen, gut in der Idee, schwächelt in der Ausführung durch zuwenig Dramatik, überzeichnet gewaltig wenn auf Menschen dreißig Mal geschossen werden muß ehe der Tod eintritt - da kommt dann auch der Witz zu kurz.
Auf jeden Fall besitzt der Movie ein gutes Tempo mit Actionanleihen und wirkt stylisch.
Darstellerisch ist er vor allem durch Isabelle Huppert interessant, die auch optisch (1994) noch sehr gut herausgeputzt wirkt..
Silberner Preis an Hal Hartley beim Tokyo Int. Filmfestival, Martin Donovan war darstellerisch nominiert - ging aber leer aus. insgesamt habe ich das typisch französische Feeling in diesem
ansonst doch recht ordentlichen Film vermisst.

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8martin
24.11.13 - 12:38
Was für eine seltsame Ausgangssituation: Thomas (Martin Donovan) hat sein Gedächtnis verloren und Isabelle (Isabelle Huppert) eine frühere Nonne und angebliche Nymphomanin schreibt Pornos.
Es entwickelt sich ein kluger, durchgestylter Ganovenfilm der etwas anderen Art mit einem tollen ‘Sudden Change‘. Dass es um Floppy Disks der Pornoindustrie geht, ist nicht so wichtig. In der Einleitung fallen drei Namen in zwei Sätzen und der Zuschauer ist im Bilde. Dialoge und Lokalitäten verlaufen in Kreisform und offenbaren weitere Details. Anfänglich ist es eine gemeinsame Suche nach dem Vorleben von Thomas. Die Spannung kommt von der unerwartet auftretenden Brutalität und der Tatsache, dass man nicht sicher ist, wie viel jeder der Akteure wirklich weiß. Die Huppert liefert aufgrund ihres Vorlebens noch einen zusätzlichen religiösen Hintergrund von philosophischem Format. Ihr plötzlicher Wandel zum lederbekleideten Racheengel mit Bohrmaschine als Pistole ist umwerfend. Sophie (Elina Löwensohn), eine renommierte Pornodarstellerin, ist die andere Frau an Thomas‘ Seite. Sie interpretiert ihre recht komplexe Rolle hervorragend und ist der Huppert wirklich ebenbürtig. Bevor das spannende Finale kommt erleben wir noch Patsy (Pamela Stewart) die mitfühlendste Polizistin der Filmgeschichte. Und dann: was für ein Schluss!? Im Koster! Die unschuldig schuldige Isabelle, wird vom Racheengel zum Todesengel. Gut, dass es noch solche großartigen Filme gibt. Die Macher sind wahrlich keine Amateure.

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