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Tagebuch einer Kammerzofe
40.0/100

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Tagebuch einer Kammerzofe

FILM • 1964 • 1 Std. 41 Min.


Regie:

Darsteller/-innen: Georges Géret, Jeanne Moreau, Daniel Ivernel, Michel Piccoli, Jean-Claude Carriere, Muni, Bernard Musson, Françoise Lugagne, Jean Ozenne, Dominique Sauvage, Claude Jaeger, Madeleine Damien, Geymond Vital, Jean Franval

Genre: Drama, Krimi



Die Kammerzofe Celestine, eine sorglose, leichtlebige Pariserin, kommt zur Gutsbesitzerfamilie Monteil in die Normandie, wo sie mehr als nur für gemachte Betten sorgt. Hinter der Maske bürgerlicher Wohlanständigkeit trifft sie auf ein Panoptikum der absonderlichsten Charakter: Madame ist frigide, ihr Mann ein Lüstling, der Schwiegervater besessen von seiner Vorliebe für Damenstiefelchen und der Hausdiener Joseph ein fanatischer Faschist. Celestine verrät Joseph und heiratet den reichen Nachbarn. Damit hat sie ihr Ziel erreicht: den gesellschaftlichen Aufstieg um jeden Preis.


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8martin

8martin


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23.11.13 - 18:03
Kein Regisseur hat den diskreten Charme der Bourgeoisie so gekonnt in ihrer Abartigkeit gegeißelt wie Luis Bunuel. Und in der Überzeichnung lag immer ein Körnchen Wahrheit. Doch von alle dem ist hier nichts zu sehen (wenn man mal von dem Highheels Stiletto Fetischisten Monsieur Rabour einmal absieht). Hier ergeht sich Bunuel nur in Andeutungen und vagen Unklarheiten.
Alle Männer sind hinter der Kammerzofe Célestine (Jeanne Moreau) her.
- ‘Wo kann ich sie denn mal…‘
- ‘Du Schwein!‘
Auch das ist eben so wenig ungewöhnlich wie die üblichen Animositäten unter den Dienstboten. Da überzeugt Michel Piccoli als hochnotgeiler Schwiegersohn M. Monteil schon eher. Das Vergehen an der Kleinen Claire wird nur halbherzig verfolgt und der Krieg der Nachbarn über die Gartenmauer hat Komödienstadl-Qualität. Sogar am Faschismus ist verbal kurz etwas auszusetzen. Dann läuft alles auf ein aufgesetztes Happy End hinaus. Unglaublich! Letzten Endes folgt Bunuel hier den bürgerlichen Spuren, die er sonst so genial bloßstellt. Es scheint wie eine Gebrauchsanweisung für den Weg in die Bürgerlichkeit.
Die guten Darsteller lindern den flachen ideellen Gehalt des Films. Dieses Tagebuch ist eine Gute Nacht Lektüre.

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