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1 Kommentar

Love Is the Devil: Study for a Portrait of Francis Bacon

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1998

Genre: Biographie, Drama

Spieldauer: ~ 90 Minuten

Regie: John Maybury

Cast: Derek Jacobi, Daniel Craig, Tilda Swinton, Anne Lambton, Adrian Scarborough, Karl Johnson, Annabel Brooks, Richard Newbould, Ariel de Ravenel, Tallulah, , David Kennedy, Gary Hume, Damian Dibben, Antony Cotton

Kurzbeschreibung: Swinging London, 1964: Der berühmte Künstler Francis Bacon überrascht den jungen Ganoven George Dyer, als dieser in sein Atelier einbricht. Bacon, erfolgreich und umstritten, ist Zentrum einer Boheme von Künstlern, Literaten, Modellen und Lustknaben, die ihn hofieren und um seine Aufmerksamkeit buhlen. Dyer wird zum Liebhaber und Modell des Malers; er inspiriert den Künstler zu einigen seiner besten und erfolgreichsten Porträts. Doch Bacon betrügt ihn nach Lust und Laune. Dyer betäubt seine Frustration durch immer exzessiveren Konsum von Alkohol und Drogen. Während Bacon bei der Vernissage einer triumphalen Retrospektive im Pariser Grand Palais 1971 als "der Größte unter den lebenden Künstlern" gefeiert wird, würgt sein Liebhaber im Hotelzimmer einen todbringenden Cocktail aus Alkohol und Tabletten hinunter.


Filmkommentare (1)


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8martin
23.11.13 - 18:01
Es ist ein filmischer Versuch einer Annäherung an den Maler Francis Bacon (Derek Jacobi). Dafür hat Regisseur Maybury eine eigenwillige Bildersprache gewählt: vieles ist verzerrt und unscharf, teilweise zerstückelt und deformiert. Wir sehen Einstellungen von schmerzhafter Schönheit. Nur von den Gemälden Bacons sehen wir nichts. Wer seine Gemälde kennt, kann das nachvollziehen.
Bacon bei der Arbeit kämpft mit der Leinwand. Es geht dem Regisseur offenbar nur um die Person und die Gemütsverfassung des Künstlers und da ist seine Homosexualität von enormer Bedeutung. Der Kriminelle George (Daniel Craig) fällt ihm quasi vom Himmel in sein Atelier. Ungewöhnlich offenherzig ist George hier unten total ohne. Bacon hält ihn aus. In loser Bilderfolge sehen wir den Lebensabschnitt der beiden zwischen Casino und Kneipe, zwischen Sadomaso und Suff.
Diese Studie für ein Portrait (s. Untertitel!) zeigt Bacon, wie er in seinem kreativen Destruktivismus durchs Leben taumelt. Seine Umgebung (Freunde) nimmt er als entstellte Fratzen wahr. Hier ist Tilda Swinton als lallende Säuferin kaum wiederzuerkennen. Andeutungsweise fallen Streiflichter auf den Antagonismus von Künstlern und Proleten.
Und so kann dieser Filmessay mit einem Zitat von Bacon zusammengefasst werden ‘Man existiert nur für die Lust eines anderen Mannes‘. Über Bacons Kunst sagt das nichts aus. Es ist nur ein Teilaspekt. Verstörend und gewagt.

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