Lord of War - Händler des Todes
78.6/100

Lord of War - Händler des Todes

FILM • 2005 • 1 Std. 57 Min.


Regie: Andrew Niccol

Darsteller/-innen: Ian Holm, Nicolas Cage, Jared Leto, Ethan Hawke, Bridget Moynahan, Jared Burke, Larissa Bond, Eamonn Walker

Genre: Drama, Krimi, Thriller



Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov ist darin der Beste. Nach bescheidenen Anfängen in New Yorks Stadtteil Little Odessa steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf. Unmenschliche Diktatoren und legitime Staatsoberhäupter - Yuri versorgt sie alle. Partei ergreift er nicht, so lange die Kasse stimmt. Da heftet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Interpol-Agent Jack Valentine an seine Fersen und Ehefrau Ava stellt ihn vor ein Ultimatum. Yuri will sich für die Familie entscheiden, doch seine Kunden sind ihm unangenehm treu ...


Filmkommentare (3)


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8martin
28.10.14 - 18:19
Ein großartiger, stets aktueller Film über den globalen Waffenhandel. Trotz seiner fast zwei Stunden ist er nie langweilig. In überaus anschaulicher realistischer Komplexität wird hier an einem Vertreter der Branche, Yuri Orlov (Nicholas Cage) demonstriert, wie das Geschäft so läuft. Zugegeben der Kapitalismus funktioniert auf diese Weise: Schulden sind für die Geschäfte förderlich. Aber hier kommt noch hinzu, dass es sich um eine todbringende Ware handelt, die hier an skrupellose Killer, die sich Anführer nennen, verhökert wird.
Auch die familiäre Seite von Yuri wird ausführlich dargestellt: die Eltern (russische Emigranten), sein Bruder Vitaly (Jared Leto), der drogenabhängige Loser der Familie und seine Frau Ava (Bridget Moynahan), die er durch Manipulationen heiratet, die ins Märchenhafte gehen. Und er wird auch nicht mit Brutalität gespart. Hier ist der Diktator André Baptiste (Eamonn Walker) stellvertretend zuständig für Willkür und Mord. Nach mehreren Sackgassen bieten sich immer wieder Fluchtwege an. Hier kommt Interpol mit Jack Valentine (Ethan Hawke) ins Spiel. Er hat ihn schon fast, doch Yuri entkommt eloquent und einfallsreich. Selbst als seine Frau Ava ihren Mann verrät, sein Bruder umkommt, bleibt Yuri auf freiem Fuß und ist unbeeindruckt. Frage ‘ Warum macht er das?‘ – ‘Wenn ich die Waffen nicht verkaufen würde, täten es andere.‘ Das wäre z.B. die Konkurrenz unter Simeon Weisz (Ian Holm) –‘Warum?‘- Antwort ‘Weil ich es einfach kann‘. So einfach ist das. Weisz zahlt mit seinem Leben.
Der größte Waffenhändler sind die USA und an ihrer Spitze steht der Präsident. Spätestens seit George W. Bushs Präsidentschaft weiß man ja von den Beziehungen zum Konzern Halliburton. Hier kann man inklusive Logistik eine Armee mitsamt Equipment bestellen. Ein wichtiger und auch mutiger Film, in dem auch noch spannende Unterhaltung geboten wird.

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Jason
12.06.09 - 21:32
Manchmal scheint es, als sei die Erde ein riesiger Kampfplatz. Überall wird geschossen, gemordet und gekämpft. Was für den Normalmenschen bedauernswert ist, erweist sich für Yuri aus Brooklyn als wahre Goldgrube - denn er ist Waffenhändler. Und der beste.

Er kauft Waffen von nahezu jedem, der sie loswerden will und verkauft sie jedem, der sie haben will. Was die Käufer mit ihnen anstellen interessiert ihn nicht besonders. Er mag es nur nicht, nicht bezahlt zu werden. So reist er durch Afrika, die USA, Russland und macht seine Geschäfte, während es ihm nach einer schier unerreichbaren Schönheit sehnt. Doch das erweist sich schnell als Kleinigkeit, als er Bekanntschaft mit einem jungen Agenten namens Jack Valentine machen muss, der ihm gewaltig ins Handwerk pfuschen will.

Die Handlung klingt spannend und das ist sie auch. Mit Yuri wird uns ein Protagonist vor die Linse gesetzt, der vollkommen kalt ist und den keine Leiche und kein Krieg aus der Ruhe bringt - außer, die Leiche wurde zur Leiche mit einer Kugel, die aus keiner seiner Waffen abgefeuert wurde und die Kriege hören auf. Leider dauert es etwas, bis Valentine effektiv in die Geschichte eingreift und so wird die Darstellung der von Yuri gepflegten Geschäftsbeziehungen zeitweise etwas langatmig.

Die wirkliche Stärke von Lord Of War ist nicht die Inszenierung des Geschehens, sondern die Kritik, die er übt. Dadurch, dass er aufzeigt, was passieren kann oder könnte, schlägt er seinem Publikum ins Gesicht. Er findet gekonnt den Spagat zwischen korrupten Politikern, Gesetzeslücken und der Kaltblütigkeit der Menschen. Das macht ihn interessant.

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Filmfreak
18.08.08 - 11:25
Dieses ich nenne es einmal ein Drama, zeigt dem Cineasten die Geschäfte internationaler Waffenhändler.
Nicolas Cage mal in einer etwas anderen Rolle,wobei wie ich finde machen beide Hauptdarsteller (Cage, Hawke) ihre Sache sehr gut in diesem Film. Der eine jagt den anderen und dieser kann sich immer wieder aus der Zwickmühle irgendwie herauswinden.
Während der Dreharbeiten erwies sich die glaubhafte Darstellung des Yuri Orlov als relativ schwierig, denn diese Person sollte märchenhaft, charmant und zugleich zynisch sein.
Ein Film wie ich finde der zum Nachdenken anregt und diese Thematik mit dem Krieg sowie den Waffen wieder in das Bewußtsein von uns Menschen in den Vordergrund rückt!
Ein Film mit dieser Thematik gab es bis dato noch nicht, dies ist der erste Film, der sich so intensiv mit diesem Thema beschäftigt.

Z.T.ist es doch sehr beängstigend was dieser Film dem Zuschauer zeigt und vermitteln möchte, hinzu kommt noch das dieser Streifen auf wahre Begebenheiten beruht!

Wer Nicolas Cage einmal anders sehen möchte, wie nur als den Actionhelden, dem kann ich diesen Film nur empfehlen sowie auch jedem anderen Filmfan natürlich!

Für mich in der Bewertung auf jeden Fall ein sehenswert und ein bisschen mehr!

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