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1 Kommentar

Tanguy - Der Nesthocker

DEINE MEINUNG?


2001

Genre: Komödie

Spieldauer: ~ 108 Minuten

Regie: Etienne Chatiliez

Cast: André Dussollier, Andre Wilms, Jean-Paul Rouve, Sabine Azema, Annelise Hesme, Roger van Hool, Jacques Boudet, Aurore Clément, Richard Guedj, Philippe Laudenbach, Helene Duc, Sachi Kawamata, Eric Berger, Delphine Serina, Nathalie Krebs

Kurzbeschreibung: Hinter der Fassade des weltgewandt-freundlichen Menschen ist Tanguy ein regelrechter Kotzbrocken. Während Freundin und Eine-Nacht-Liebschaften abhauen können, haben seine Eltern einen schweren Stand: Denn der 29-Jährige denkt gar nicht daran, von zu Hause abzuziehen - bis Mama und Papa dem missratenen Filius den Krieg erklären.


Filmkommentare (1)


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8martin
24.06.15 - 10:50
Als Regisseur Chatiliez 2001 den Nesthocker (‘Fils casanier‘) als lockere Komödie anging, ahnte er nicht, dass diese Situation heute gang und gebe ist: die erwachsenen Kinder bleiben im Hotel Mama. So werden hier leidgeprüfte Eltern vor Vergnügen laut aufjaulen, die Kids wegen ähnlich gemachter Erfahrung mit den Zähnen knirschen. Eine zeitlose Komödie mit drei grandiosen Hauptdarstellern. Vor allem Titelfigur Eric Berger scheint für die Rolle die Idealbesetzung zu sein, die man nicht mehr toppen kann. Er schafft den Spagat zwischen arroganter Unverschämtheit und liebendem Sohnemann. Aber auch die Eltern spielen die vielen Situationen wahnsinnig gut durch. Auch wenn Mutter Edith (Sabine Azéma) manchmal etwas überdrallert daherkommt, so wird sie vom Ehemann Paul (André Dussollier) immer wieder charmant auf den Boden der Tatsachen runtergeholt. Von Anfang an treffen die Dialoge einen ironischen Unterton nicht nur damit was gesagt wird, sondern auch jeweils wie sie es tun.
Das Vergnügen und die Spannung kommen vom Drehen an der Schmerzschraube der elterlichen Aktivitäten, um Tanguy zum Auszug zu bewegen: anfangs sind es nur Peanuts wie Stromausfall und Fischgeruch in seinem Zimmer. Doch dann kommen massivere Aktionen zum Einsatz: ein Tennisaufschlag von Paul schießt Tanguy krankenhausreif. Als das Liebesleben der Eltern leidet, selbst nachdem er ausgezogen ist, behandelt ihn Paul wie ein Kind, Mutter Edith macht ihn an der Uni lächerlich. Wie das zu einem amüsanten Ende geführt wird, ist schon genial, vor allem weil die Eltern in ihrer ganzen Hilflosigkeit fast zu tragischen Figuren mutieren. Und Oma Odile (Hélène Duc) begleitet alles mit realistischen Kommentaren. Ein zeitloser Spaß, dem der Ernst des Lebens im Nacken sitzt.

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