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1 Kritik   2 Kommentare

Venus im Pelz

DEINE MEINUNG?


2013

Genre: Drama

Spieldauer: ~ 96 Minuten

Regie: Roman Polanski

Cast: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner

Kurzbeschreibung: Nach einem langen Tag voller Castings ist der Pariser Theaterregisseur Thomas (Mathieu Amalric) kurz davor, alles hinzuwerfen. Keine der Schauspielerinnen, die sich ihm präsentieren, entspricht seinen Vorstellungen. Dann taucht Vanda (Emmanuelle Seigner) auf. Vanda scheint all das zu verkörpern, was Thomas zutiefst verabscheut: Sie ist naiv und einfältig, und würde vor nichts zurückschrecken, um die Rolle zu bekommen. Nur sehr widerwillig lässt er sie überhaupt vorsprechen. Während der Probe beginnt zwischen beiden ein intensives Spiel, das die heimlichsten Leidenschaften weckt…


Filmkommentare (2)


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kurenschaub
27.07.14 - 16:39
"der allmächtige Gott hat ihn bestraft und ihn in eines Weibes Hände gegeben" - kunstvolles und sarkastisches Kino von Meisterregieass Roman Polanski.
Mit einer Unmengen an Dialogen auch etwas anstrengend.
Die großartige Emmanuelle Seigner als Vanda bietet darstellerischen Hochgenuß und ist auch optisch noch immer eine Augenweide. Schließlich triumphiert sie in ihrer dominanten Art über den zu Beginn starken Widerpart des Pariser Theaterregisseurs Thomas (Mathieu Amalric).
Ein intellektuelles und brilliantes Duell der Geschlechter, wie im wirklichen Leben gehen die " Big Points" an die holde Weiblichkeit.
An die Venus im Pelz!

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8martin
08.01.14 - 10:32
Polanski hat wieder einmal bewiesen, dass er einer der größten lebenden Regisseure ist. Was er hier mit den beiden Hauptdarstellern Emmanuelle Seigner (Vanda) und Mathieu Amalric (Thomas) in diesem Kammerspiel sich vor der Kamera abspielen lässt, ist Arthouse at its best, ist ein Blick in menschliche Abgründe. Ausgehend von Regisseur und Vorsprechtussi schlüpfen beide probeweise in zwei Rollen eines historischen Theaterstücks, das zu einer Reise in ihr jeweiliges Innenleben wird. Hier glänzt vor allem die Seigner, die von jetzt auf gleich in Tonfall und Habitus von einer kaugummikauenden, plollhaften Nachwuchsschauspielerein zu einer mondänen Dame der Gesellschaft des vorigen Jahrhunderts mutiert. Blitzschnell wechseln die Realitäten der Akteure mit den Dialogen des Stückes, ganz persönliches mit dem üblichen Theaterdonner. Und indem Vanda sich zur Domina und Göttin steigert und Thomas zum servilen Hündchen und Füßeküsser wird deutlich, dass es neben dem Lustgewinn beim Sex vor allem um Macht geht. Das macht der Rollentausch der Geschlechter deutlich, die völlige Selbstaufgabe geht mit der Unterwerfung bis zur totalen Verleugnung der eigenen Existenz. Und das bei witzig spritzigen Dialogen. (‘Und abends schaust du Arte und gehst schlafen und stirbst…‘) oder es wird mehrfach ‘Ambivalenz‘ mit ‘Ambiguität‘ verwechselt. Klar ist, dass bei Polanski die Frau als Siegerin die Manege verlässt. Selten ist ein Abspann so interessant wie hier, nachdem sich die Kamera zurückzieht d.h. die Anfangssequenz rückwärts läuft. Ein Geniestreich ohne den das Kino etwas ärmer wäre.

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