HIDE
Augen ohne Gesicht
58.5/100

Augen ohne Gesicht

FILM • 1960 • 1 Std. 28 Min.


Regie: Georges Franju

Darsteller/-innen: Edith Scob, Juliette Mayniel, Alida Valli, Pierre Brasseur, Claude Brasseur, Rene Genin, Yvette Etievant, Marcel Pérès, François Guérin, Alexandre Rignault, Béatrice Altariba, Charles Blavette, Michel Etcheverry, Lucien Hubert

Genre: Horror



In einem Fluss wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Das Besondere daran ist, dass es so aussieht, als ob ihr Gesicht vollständig fehlt. Der Arzt Dr. Genessier identifiziert die Leiche als seine schon seit Tagen vermisste Tochter. In Wirklichkeit aber lebt seine Tochter Christiane noch, nur ist ihr Gesicht seit einem Unfall fürchterlich entstellt. Mit einer Transplantation des Gesichtes einer anderen Frau versucht Genessier das Aussehen seiner Tochter wieder herzustellen. Leider war dies bisher nicht von Erfolg gekrönt. Christiane muss immer mit einer Maske umherwandern und darf auch keinen Kontakt nach außen haben. Als Genessier eine weitere Frau entführen lässt und operiert, scheint Christiane endlich wieder ein normales Leben führen zu dürfen. Aber mit der Zeit verstößt ihr Organismus das Gewebe und die Polizei kommt langsam auf die Spuren des Doktors...


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8martin

8martin


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29.08.19 - 12:17
Hinter dem schrecklichen Titel verbirgt sich ein Film, mit dem man heute vielleicht noch Kinder erschrecken kann. Heute ist das nicht mehr Horror, nicht einmal ein Schocker. Das entstellte Gesicht, das man fast nie sieht, der Chirurgentochter Christiane (Édith Scob) soll durch Hauttransplantationen von jungen Frauen aufgemöbelt werden. Der Meister des Skalpells Dr. Rasanoff, Christianes Vater (Pierre Brasseur) und seine Assistentin Louise (Alida Valli) bringen Studentinnen in ihre Gewalt und entfernen ihnen die Gesichtshaut. Die Operation wird penibel genau gezeigt, misslingt aber. Was noch viel schlimmer ist, die Probandin – ein Lockvogel der Polizei - befreit sich unter tatkräftiger Mithilfe von Christianes Ex-Verlobten. Sie lässt die Versuchshunde frei und die weißen Tauben im Park, Louise wird erstochen. Über den Verbleib des Professors kann man nur spekulieren.
Die Idee an sich lässt einem die Gänsehaut den Rücken runterlaufen. Die s/w Aufnahmen tun ein Übriges für den Grusel und Alida kann so fürchterlich schauerlich gucken.
Ein Hauch von menschlicher Tragik schwirrt durch den Raum, wenn der Chirurg zwischen Forscherdrang und Vaterpflichten abwägen muss. Genau wie Louise, die als Frau Ersatzmutter für Christiane ist, als Rasanoffs Assistentin ihm verpflichtet ist und sich auch noch Hoffnungen auf das Glück mit dem Meister machen kann. Doch von alle dem sieht man nichts. Erst im Nachhinein kann man interpretatorische Experimente über das Gesehene machen. Was sonst? Wenn der Grusel sich verflüchtigt hat!? Da sind die 60er Jahre keine Entschuldigung. Da ging man mitunter viel härter auf das Publikum los in Sachen Horror. Allein die Augen ohne Gesicht, diese weiße Maske, prägt sich ein. Dabei hat Regisseur George Franju in der damaligen Zeit schon ein Dutzend Filme gedreht.

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