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1 Kommentar

Lauf Junge lauf

DEINE MEINUNG?


2013

Genre: Action, Drama, Krieg

Spieldauer: ~ 112 Minuten

Regie:

Cast: Rainer Bock, Adrian Topol, Jeanette Hain, Golo Euler, Itay Tiran, Grazyna Szapolowska, Sebastian Hülk, Izabela Kuna, Olgierd Lukaszewicz, Zbigniew Zamachowski, Grazyna Blecka-Kolska, Miroslaw Baka, Lech Dyblik, Kamil Tkacz, Przemyslaw Sadowski

Kurzbeschreibung: Srulik (Andrzej und Kamil Tkacz) ist knapp neun Jahre alt, als ihm gerade noch rechtzeitig die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt. Um den deutschen Soldaten zu entkommen, flieht er in das riesige, unwegsame Waldgebiet Kampinoski und muss dort lernen, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt in der Wildnis zu überleben. Wie man auf Bäumen schläft, Kleintiere jagt und sich von Beeren ernährt. Von einem unerschütterlichen Überlebensinstinkt getrieben, übersteht er die ersten Monate seiner Flucht. Doch die eisige Kälte des Winters und die unerträgliche Einsamkeit treiben den Jungen in die Zivilisation zurück. Wie kann er erkennen, wem er vertrauen kann und wem nicht? Nur wenige Menschen sind bereit, ihr Leben zu riskieren für einen kleinen fremden Jungen, der ein Jude sein könnte. Erst als er eines Tages an die Tür der alleinstehenden Bäuerin Magda Janczyk (Elisabeth Duda) klopft, deren Mann und Söhne sich den Partisanen angeschlossen haben, lernt Srulik die wohl wichtigste und zugleich schmerzlichste Lektion, um zu überleben: Magda bringt ihm bei, seine Religion und damit auch seine Identität zu verleugnen und sich fortan als katholischer Waisenjunge Jurek durchzuschlagen. Auf seiner dreijährigen Odyssee durch das besetzte Polen bleibt die Angst vor Entdeckung sein ständiger Begleiter. Er begegnet Menschen, die ihm helfen, aber auch solchen, die ihn verraten. Nur dadurch, dass Srulik immer stärker mit seiner falschen Identität verschmilzt und seine wahre Herkunft immer mehr verdrängt, gelingt ihm das Unmögliche: den Wahnsinn dieser Zeit zu überstehen.


Filmkommentare (1)


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8martin
05.11.18 - 13:11
Pepe Danquart, der alte ‘Schwarzfahrer‘ erzählt hier eine wahre Geschichte. Es ist die von Jurek (großartig verkörpert von Andrzej Tkacz und seinem Zwillingsbruder Kamil), ein jüdischer Junge aus Warschau, der während der letzten Kriegsjahre die Verfolgung durch die Nazis überlebt. Auf seiner Odyssee macht er mehrmals Halt bei Bauern, wo er für eine Mahlzeit arbeitet. Hier hilft ihm besonders die warmherzige Partisanenfrau Magda (Elisabeth Duda). Beide leiden unter Albträumen ihrer traumatischen Erinnerungen. Er lernt alles über die christliche Religion. Nur die Beschneidung kann er nicht rückgängig machen.
Bei der Arbeit für Gutsbesitzerin Herman (Jeanette Hain) verliert er die rechte Hand. Er wird später behaupten, es war Adolf Hitler. Beim Bauern Kowalski findet er eine dauerhafte Bleibe, bis ihn eine jüdische Organisation, die sich um Waisenkinder kümmert. ausfindig macht.
Jetzt muss Jurek eine folgenschwere Entscheidung treffen: jüdisches Waisenkind oder christlicher Stiefsohn?
Die Authentizität der Lebensgeschichte des Yoram Fridman wird in einem Epilog angehängt, der das weitere Leben dieser jüdischen Familie beinhaltet. Der Titel ist der lebensrettende Befehl von Jureks Vater, der sich für seinen Sohn selbst opfert.
Der Krieg und der Naziterror werden nur soweit erwähnt, wie es unbedingt nötig ist, um die Atmosphäre der Zeit zu beleuchten. Das Schicksal dieses Jungen steht im Mittelpunkt. Pepe Danquart erzählt es teils packend, teils anrührend und lässt auch schon mal lyrische Passagen mit einfließen. Und ganz dezent wird auch darauf hingewiesen, dass es von polnischer Seite nicht nur Widerstand gegen die Nazis gab.
Ein toller Film, gekonnt gemacht und immer noch wichtig. Und vor allen frei von jeglichem Hollywood Schmonzes.

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