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Who Am I - Kein System ist sicher
81.6/100

9 Bewertungen

Who Am I - Kein System ist sicher

FILM • 2014 • 1 Std. 45 Min.


Regie: Baran bo Odar

Darsteller/-innen: Antoine Monot Jr., Elyas M'Barek, Stephan Kampwirth, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Trine Dyrholm, Antonia Putiloff, Lena Dörrie, David Masterson, Katja Wagner, Rosa Schrehardt, Agnes Thi-Mai, Alica Hubiak, Wotan Wilke Möhring

Genre: Thriller



Benjamin (TOM SCHILLING) ist unsichtbar, ein Niemand. Dies ändert sich schlagartig, als er plötzlich den charismatischen Max (ELYAS M\'BAREK) kennenlernt. Auch wenn beide nach außen nicht unterschiedlicher sein könnten, so eint sie doch dasselbe Interesse: Hacken. Gemeinsam mit Max\' Freunden, dem impulsiven Stephan (WOTAN WILKE MÖHRING) und dem paranoiden Paul (ANTOINE MONOT), gründen sie die subversive Hackergruppe CLAY (CLOWNS LAUGHING @ YOU). CLAY provoziert mit Spaßaktionen und trifft den Nerv einer gesamten Generation. Zum ersten Mal in seinem Leben ist Benjamin ein Teil von etwas. Und sogar die attraktive Marie (HANNAH HERZSPRUNG) wird auf ihn aufmerksam. Doch aus Spaß wird plötzlich Ernst, als die Gruppe auf das Fahndungsraster von BKA und Europol gerät. Gejagt von der Cybercrime-Ermittlerin Hanne Lindberg (TRINE DYRHOLM), ist Benjamin jetzt kein Niemand mehr, sondern einer der meistgesuchten Hacker der Welt.


Filmkommentare (3)


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frscp

frscp


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6
23.12.17 - 21:22
Unglaublich gutes Ende, mit gleich mehreren Wendepunkten!!! Auch der restliche Film ist einwandfrei.

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28.12.17 - 21:05
Habe schon oft überlegt ob ich den Film schaue. Es scheint sich ja zu lohnen...

MarcosFilmblog

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21
07.10.14 - 17:56
Benjamin (Tom Schilling) hat sich gestellt. Für ihn ist es an der Zeit reinen Tisch zu machen, weswegen er Hanne Lindberg (Trine Dyrholm) aufgesucht hat. Die Koryphäe auf dem Gebiet der Bekämpfung von Cyberkriminalität ist zunächst skeptisch, aber Benjamin kann sie schon bald davon überzeugen, dass es sich bei ihm um den gesuchten Hacker “WhoamI” handelt. Aber wie ist er überhaupt in diese Lage gekommen? Benjamin war eigentlich der typische Aussenseiter. Mangelnde soziale Kompetenzen inklusive. Bei dem Versuch seinem Jugendschwarm Marie (Hannah Herzsprung) zu imponieren, indem er die Prüfungsfragen ihrer anstehenden Bachelorprüfung beschafft, wird er auf frischer Tat ertappt und zu zahlreichen Stunden Sozialarbeit verurteilt. Beim Säubern der Straße trifft er auf den charismatischen Max (Elyas M´Barek), der hellhörig wird, als er erfährt, dass Benjamin anscheinend über überdurchschnittliche Fähigkeiten im Hacken verfügt. Schon bald bekommt Benjamin seine Chance sich zu beweisen. Max stellt ihm Paul (Antoine Monot Jr.) und Stephan (Wotan Wilke Möhring) vor. Aus dem Trio wird ganz schnell ein zusammen operierendes Quartett. Die Hackergruppe CLAY (Clowns Laughing At You) ist geboren. Ihre Bekanntheit steigt rasant und nach einer spektakulären Aktion beim BND erregen sie die Aufmerksamkeit vom mysteriösen “MRX“, der unumstritten die Nummer 1 der Szene ist. Ehe es die jungen Männer merken, stecken sie im Sumpf des internationalen Verbrechens, wo auch der Tod keine Seltenheit ist…

Verbrechen im Netz gehören mittlerweile zum Alltag. Beinahe wöchentlich kann man in den Medien Geschichten von Großangriffen auf Firmenserver mitverfolgen und selbst großen Suchmaschinengiganten werden von Kritikern Eingriffe in die Privatsphäre vorgeworfen. In der Filmindustrie gibt es bisher wenig über die nebulösen Gestalten, die teilweise wie Popstars von Anhängern der etwas ungewöhnlichen Verwendung des heimischen Computers gefeiert werden, zu bestaunen. Das ändert sich ausgerechnet mit einem Film aus Deutschland, dessen Filmindustrie in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer mit Lobeshymnen überschüttet wird. Abseits der zahlreichen romantischen Komödien und Dramen hat es der relativ unbekannte Regisseur Baran bo Odar mit einem Thriller versucht. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Man kann zahlreiche Einflüsse von Ikonen wie David Fincher erkennen und man merkt, dass der Schweizer sich nicht zu knapp vom berühmten “Fight Club” inspirieren ließ. In einer Einstellung kann der aufmerksame Beobachter sogar ein Poster des Kultfilmes ausfindig machen. In Maßen wäre das auch vollkommen in Ordnung, aber spätestens mit dem komplizierten Endtwist wirkt die Cleverness, die hier an den Tag gelegt wird doch sehr arrogant und dem Zuschauer auf das geblendete Auge gedrückt. Es wird aber auch sehr vieles richtig gemacht. Die zahlreichen Zeitsprünge von den Erlebnissen Benjamins vor seinem Geständnis zum Verhör mit der dänischen Ermittlerin bremsen das Erzähltempo nicht aus, sondern bauen konsequent die Spannung weiter auf . An zahlreichen Stellen wird das Bild plötzlich eingefroren und Bejamin kommentiert die Ereignisse zynisch. Das ist nur ein Beispiel für den Einsatz des Unkonventionellen .Wie ist Benjamin dahin gekommen, wo er jetzt ist? Das ist die alles entscheidende Frage und die Neugierde auf die Antwort der Frage wird Stück für Stück gestärkt. Stark ist auch der Look des Thrillers. Man merkt, dass in die Produktion verhältnismäßig viel investiert wurde. Ob nächtliche Operationen der Hackertruppe, Abstecher in Diskotheken, in denen die Erfolge gefeiert werden oder aber die Darstellung der Dunkelzone des World Wide Webs, alles sieht extrem hochwertig aus und hat ohne Zweifel den sprichwörtlichen Coolnessfaktor. Besonders gelungen ist der Zug, in dem die Hacker maskiert ihre Unterhaltungen durchführen. Eine fabelhafte Methaper, die übrigens im durch im Synthesizer veränderten Englisch, in Erscheinung tritt. Eine bemerkenswerte und richtige Entscheidung, die die Atmosphäre in den Sequenzen, die Interaktionen der Hacker untereinander visualisieren , immens steigert. Das Gespann bestehend aus Tom Schilling und Shootingstar Elyas M´Barek ist eine ausgezeichnete Kombination, da sich der sehr talentierte Darsteller und der Teenieschwarm sehr gut ergänzen. Antoine Monot Jr. und Wotan Wilke Möhring haben beide ihre Momente, in denen sie beim Publikum Lacher abstauben können, die dem Thriller neben der Spannung auch eine Prise Humor bescheren. Die in zahlreichen Sequenzen verwendete Musik der Gruppen “Royal Blood” und “Boys Noize” passt hervorragend zu den Abläufen auf der Leinwand und sollte Freunde der elektronischen Musik äußert zufrieden stellen. Da der Film eher für die breite Masse ausgerichtet ist, wird die Materie des Hackens nur an der Oberfläche tangiert, aber spätestens seit “Matrix” wissen wir, dass Zahlen und Buchstaben , die in einem unglaublichen Tempo über einen Bildschirm flimmern, verdammt stylish sind. Der Film weiß, was er ist und versucht nicht eine pseudo-intellektuelle Show abzuliefern.

Fazit: Ein rasantes Spektakel, das zahlreiche Register zieht. Die Story erinnert an “Fight Club “, der Look ein bisschen an Christopher Nolan und auch die berüchtigte Snorricam, die Darren Aronofsky des Öfteren verwendet kommt zum Einsatz. Baran bo Odar greift gewissermaßen nach den Sternen und kann sogar ein bisschen Sternenstaub aufwirbeln. Wer diese Sternstunden nicht erlebt hat, sieht in “Who Am I” ein innovatives Meisterwerk. Wer gewisse Grundkenntnisse besitzt, erlebt einen handwerklich guten Thriller, der mit Sicherheit Furore an den deutschen Kinokassen auslösen wird.
◾Bewertung: 7/10
◾Genre: Thriller
◾FSK: Ab 12 Jahren
◾Laufzeit: 105 Minuten

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