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V wie Vendetta
76.6/100

V wie Vendetta

FILM • 2005 • 2 Std. 12 Min.


Regie: James McTeigue

Darsteller/-innen: Hugo Weaving, Natalie Portman, John Hurt, Stephen Rea, Stephen Fry, Eddie Marsan, Roger Allam, Sinead Cusack, John Standing, Rupert Graves, Emma Field-Rayner, Ben Miles, Tim Pigott-Smith, Clive Ashborn, Natasha Wightman

Genre: Action, Drama, Thriller



Wer ist der Mann, der sein entstelltes Gesicht hinter einer Maske verbirgt? Held oder Wahnsinniger? Befreier oder Tyrann? Wer ist V - und wer wird ihm beistehen im Kampf gegen das totalitäre System, das seine Bürger unterdrückt? Von den Machern der Matrix-Trilogie kommt V wie Vendetta: eine fesselnde und kompromisslose Vision der Zukunft, basierend auf dem wütend-anarchistischen Comic. Natalie Portman spielt Evey, eine junge Frau aus der Arbeiterklasse, die nicht weiß, ob ihr Held selbst zu dem wurde, was er eigentlich bekämpft. Hugo Weaving spielt V - den charismatischen, von Rachegelüsten besessenen Freiheitskämpfer, und Stephen Rea einen Inspector beim verzweifelten Versuch, den Unbekannten zu schnappen, bevor V die Revolution entfacht. Es steht viel auf dem Spiel, die Spannung steigt. Auf wessen Seite stehst du? V akzeptiert keine neutrale Position!


Filmkommentare (5)


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8martin

8martin


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14.06.18 - 19:50
Die Handlung setzt sich unter anderem aus verschiedenen bekannten Versatzstücken zusammen: da ist zum einen die Geschichte von Guy Fawkes, der das Parlament in die Luft sprengen wollte, dann ein bisschen vom Phantom in der Oper und eine kleine Prise vom Graf von Monte Christo plus etwas von 1984. Das Ganze wird etwas kryptisch gemischt und gerät sogar spannend. Es spielt in der Zukunft in einer faschistischen Diktatur. Irgendwie bricht der Film in zwei von der Machart her unterschiedliche Hälften: die Comic-Wurzeln mit ihren Ratz-Fatz-Szenen und dann die betuliche Polizeiarbeit, die dazwischen irgendwie fremd wirkt. Auch wenn am Ende die berühmte Maske nicht gelüftet wird, weil dahinter eine Idee steckt und letztendlich alle Bewohner Maskenträger sind, gibt es jede Menge blutige Action, die gute Unterhaltung bietet. Und wenn man auch nicht sieht, wer hinter der Maske steckt, so kann man sich doch wenigstens an Natalie Portman optisch erfreuen.

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Kiddow

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12.09.10 - 20:31
Meinen Vorrednern möchte ich gern ersteinmal absolut zustimmen! V wie Vendetta ist ein absolutes Meisterwerk! Was ich sehr fasszinierend finde ist das man V`s Gesicht nie wirklich zu sehen bekommt und dennoch könnte man sich glatt in ihn verlieben... Die Ausdrucksweise von Ihm ist atmeberaubend. Schnell und wohl formuliert verdeutlicht er seine Sichtweisen zum Leben. Lieblingszitate: "Gewissheit gibt es nicht. Nur Gelegenheit!
Zufälle gibt es nicht. Nur die Illusion des Zufalls! " Tja jedes Jahr am 5. November schau ich mir den Film an und bin jedesmal wieder auf`s neue begeistert.

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Filmosoph

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28.02.09 - 15:51
Wie Filmfreak gut beschrieben haben reiht sich dieser Film ein in die Reihe der sog. dystopischen Filme (ein anderer wäre etwa Matrix – genau hier gibt es auch Ähnlichkeiten – die Regisseure von Matrix, die Wachovskis sind hier Drehbuchautoren) und ist noch dazu einer der sehr guten Filme dieses fast schon Genres.
Auch wenn dieser Film sicher als Comic-Verfilmung definiert ist, so findet man gar nicht so viel Comic, wie man dachte. Denn allein die (wenigen) Kampfszenen sind diese Definition wert (und der »Schlusskampf« erinnert schon sehr an den Kampf in der U-Bahn von Matrix Teil 1). Wie Filmfreak auch richtig bemerkt, macht gerade das Unbekannte diesen Film aus – nämlich die Maske von »V« oder eben Hugo Weaving. Hätte man die Maske gelichtet, wäre wohl viel im Film verloren gegangen.
Besonders hervorzuheben sind die Szenen über »das neugeschaffene Amt des Großkanzlers«; prägnant und knapp durchleuchtet der Film die faschistischen Mechanismen – Angstmache gefolgt von Heilsversprechen und hat man die Herrschaft einmal gesichert, Repression. Ich meine, wem läuft es nicht kalt über den Rücken wenn er hört: »Wir haben die zufälligen Telefonüberwachungen verdoppelt« – soll heißen: Völlig willkürliche Überwachung und Eindringen in die Privatsphäre eines jeden Bürgers, und das »zu ihrem Schutz und Sicherheit«. So kann man wohl wirklich von einer kaputten Welt sprechen.
Das Gefangenenlager im Film erinnern nicht zufällig an Konzentrationslager des »Dritten Reiches« – auch hier sieht man die menschenverachtende Haltung faschistischen Gedankenguts: Der Zweck heiligt alle Mittel, auch wenn es vielleicht gar keinen Zweck gibt. Und die verantwortliche Doktorin wird als »ganz normale Frau« dargestellt, eine Thematik, wie sie ja auch nicht von sehr weit hergeholt ist. Mit »V« hat man einen Protagonist, der die Gesellschaft mit voller Schärfe zu durschauen scheint, auch wenn er ein Martyrium (oder gerade deshalb) hinter sich hat.
Der Regisseur entschied sich, den Film zwar prinzipiell universal anzulegen, aber doch einige Einzelschicksale zu beleuchten. Da hat man etwa das immer wiederkehrende Mädchen mit der Brille, den Fernseher im Altersheim und eine »normale Familie«. Mit diesen Einzelbeispielen wird eine gute Verbindung zum Zuschauer erreicht – würde man dauernd die »anonyme Masse« zeigen, hätte das wohl nicht diese erschreckende Wirkung, die ja erwünscht war.
Trotz aller Brutalität scheint mir der Film ein Plädoyer der Menschlichkeit und Liebe zu sein, bei dem trotzdem die schlimmen Szenen nicht ausgeblendet werden, und das ist gut so.
Der Film ist für mich ein Meisterwerk, da er ein sehr intelligenter, aus filmtechnischer Sicht sehr spannender und gut gemachter Film ist. Regt unbedingt zum Nachdenken an, was ich V wie Vendetta sehr hoch anrechne.

Fußnote: Es wird im Film nicht ganz klar, wie es genau zu diesem faschistischen System gekommen ist. Im Keller des TV-Stars sieht man eine Fahne mit einem Hakenkreuz auf einer vereinigten Flagge von Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Man könnte es so interpretieren, dass (1) Nazi-Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hat und die Welt unterworfen hat, so auch England; oder – viel naheliegender – (2) in England ist es selbst zu einer faschistischen Revolution gekommen, wo »der Ruf nach dem starken Mann« einsetzte. Es wird ja auch von der »ehemaligen Kolonie« USA gesprochen. Insofern ist auch ein »Unentschieden« nach dem Krieg im Film möglich, mit souveränen Staaten, die allesamt faschistisch sind.

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Jason

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26.02.09 - 11:31
„V wie Vendetta“ nimmt sich grundsätzlich denselben Fragen und denselben Thematiken an, mit denen wir uns heute auch konfrontiert sehen: Überwachung, Recht und Unrecht, Justiz und Selbstjustiz. Doch der Film führt direkt zur Eskalation, zum Nullpunkt – da, wo es zu spät ist, wo Demonstrationen nichts mehr bringen und stellt dann leise die Frage, welche Mittel legitim sind, um menschliche Ziele wie Freiheit und Selbstverwirklichung zu erreichen. Und diese beantwortet er laut: Mit Anschlägen, durchgeführt von einem sympathischen, wahnsinnigen Intellektuellen, der sich erst gar nicht fragt, was er darf und was nicht. Von der ersten Spielminute ist der Bösewicht offensichtlich und V kämpft unmittelbar gegen ihn – mit Witz, Charme und ein bisschen Wahnsinn. Schauspielerisch top, die Handlung sowieso, die Actionszenen sind solala – aber insgesamt unterhaltsam, interessant und absolut sehenswert (und das nicht nur wegen Natalie Portman, aber auch ).

Was übrigens oftmals vergessen wird ist, dass die Geschichte gar nicht so weit hergeholt ist. 1605 versuchte Guy Fawkes (auf den die Maske zurückgeht, die "V" trägt) das englische Parlament in die Luft zu sprengen, scheiterte allerdings, da er vorher entdeckt wurde.

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Filmfreak

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25.02.09 - 14:14
Dabei handelt es sich um die gleichnamige Verfilmung des DC Comics von Alan More & David Lloyd.Diese Verfilmung spielt im dystopischen London,dabei geht es um die Geschichte des V,einen maskierten Freiheitskämpfer,der eben im Kampf gegen den autoritären Staat seine "Vendetta" (Blutrache) verfolgte für das was man ihm vor vielen Jahren angetan hatte und gleichzeitig einen gesellschaftlichen sowie politischen Umsturz vorbereitete.Warum autoritärer Staat?
In diesem gezeigten totalitär geführten Großbritannien herrschen Unterdrückung von Dissidenten und Homosexuellen,faschistisches Gedankengut sowie Zensur,sowie eben jene totale Kontrolle der Medien gegenüber der Bürger,dabei bedienen sich die Medien einer religiösen Inszenierung.Der Großkanzler in diesem Film wird als autokratischer Führer dargestellt.Der Zuschauer sollte sich praktisch mit dieser Person V beschäftigen,ist man nun auf dessen Seite? Ist er ein ein sog."Guter"? Diese ganzen Fragen werden sehr schön im weiteren Verlauf des Filmes für den Zuschauer durch dessen Handlung beantwortet.Die spannende Frage für mich als ich diesen Film zum ersten mal gesehen habe:"Wer ist dieser V?","Wer verbirgt sich hinter dieser Maske?" Praktisch was auch die Darsteller im Film beschäftigte,worauf diese sowie der Zuschauer aber im Film keine Antwort bekam und das ist auch gut so,so kann sich jeder einzelne Zuschauer selbst ein Bild machen über V und wie dieser wohl aussieht.Der Regisseur zeigt in diesem Film sehr schön das es auch sog."düstere & dunkle" Helden in der Filmgeschichte gibt von denen man die Identität nicht kennt und genau das macht auch dann den Reiz eines solchen Filmes aus.Setzt man sich als Zuschauer im realen Leben ein wenig mit der Politik auseinander,dann ist es erschreckend was hier der Zuschauer zu Gesicht bekommt und die Idee ist gar nicht einmal so weit dahergeholt.Der Film zeigt sehr schön das Aufstände,Gerechtigkeit,Freiheit mehr als nur Worte sind,es handelt sich hierbei um Perspektiven.
Natalie Portman füllte auch ihre Rolle sehr gut und glaubhaft aus,vor alllem als diese in "Gefangenschaft" sich befand.
Welche Szene mir immer noch recht prägnant im Kopf ist,ist diese als Dr.Delia Surridge von V aufgesucht wird und die daraufhin folgende Szene am Bett,einfach sehr gut vom Regisseur in Szene gesetzt,der Dialog und die Handlung davor,das hat auf jeden Fall was auf der einen Seite was sehr humanes aber auch eben jene Vollstreckung.Es wird eben auch sehr schön und nachdenklich (für den Zuschauer) die Situation des Kanzlers gezeigt:Je mehr Macht er bekommen hatte um so größer wurde sein Fanatismus und die totale Vor-und Volksherrschaft.Mir persönlich hatten die klassischen Musikeinlagen im Film während der Sprengungen auch sehr gut gefallen,dabei handelt es sich um Auszüge der Ouvertüre 1812 von Tschaikowski,es passt wie ich finde einfach zu diesem Film sowie zu der Person V.Die Figur des V nimmt jene Motive des englischen Attentäters Guy Fawkes auf.
Der Film zeigt sehr deutlich und schonungslos die Angst vor dem faschistischen Regime,die Angst vor der Zukunft,die Angst vor dem weiteren Leben.Die daraus sehr dunkel resultierende Zukunft ist vielschichtig und zeigt eben jene Ergebnisse der verschiedenen Probleme wie z.B.Überwachungsstaat,Kieg,biologische Waffen und der Faschismus mit denen wir uns auch aktuell auseinandersetzen müssen.
Dieser Film hat für mich eine ungemeine Detailtreue und vor allem sehr niveauvolle Dialoge von V,welche ich gar schon als "dialektische Klugheit" bezeichnen möchte.Ja liebe Filmfreunde auch in einer Comiverfilmung kann man mit solchen Sätzen aufwarten,dieser Film hier ist der beste Beweis dafür.
Auch wenn es nur eine Comicverfilmung ist,aber aufgrund seiner Thematik regte der Film bei mir sehr viele Gedanken an und brachte mich wieder einmal zum nachdenken über die Staatspolitik und dessen etwaige Auswirkungen,was wie schon weiter oben beschrieben gar nicht so weit dahergeholt ist.Bei dieser Comicverfilung stimmte für mich auch wieder einmal alles und ich kann diesen Film nur jedem ans Herz legen,nicht nur wer auf dunkle und düstere Comicverfilmungen steht,sondern auch auf eine ganz brisante Thematik in meinen Augen.
Daher von mir ein klares "Meisterwerk".

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