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Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
75.9/100

7 Bewertungen

Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

FILM • 2014 • 1 Std. 59 Min.


Regie: Alejandro Gonzalez Inarritu

Darsteller/-innen: Naomi Watts, Edward Norton, Damian Young, Michael Keaton, Emma Stone, Amy Ryan, Zach Galifianakis, Merritt Wever, Natalie Gold, Andrea Riseborough, Jeremy Shamos, Kenny Chin, Jamahl Garrison-Lowe, Katherine O´Sullivan, Keenan Shimizu, Akira Ito

Genre: Drama, Komödie




Copyright: 2014 Twentieth Century Fox

In Alejandro G. Iñárritus Tragikomödie BIRDMAN erhofft sich Riggan Thomson (Michael Keaton) durch seine Inszenierung eines ambitionierten neuen Theaterstücks am Broadway, neben anderen Dingen, vor allem eine Wiederbelebung seiner dahin siechenden Karriere. Zwar handelt es sich um ein ausgesprochen tollkühnes Unterfangen – doch der frühere Kino-Superheld hegt größte Hoffnungen, dass dieses kreative Wagnis ihn als Künstler legitimiert und jedermann, auch ihm selbst, beweist, dass er kein abgehalfterter Hollywood-Star ist. Doch während die Premiere des Stücks unaufhaltsam näher rückt, wird Riggans Hauptdarsteller durch einen verrückten Unfall bei den Proben verletzt und muss schnell ersetzt werden. Auf den Vorschlag von Hauptdarstellerin Lesley (Naomi Watts) und auf das Drängen seines besten Freundes und Produzenten Jake (Zach Galifianakis) hin engagiert Riggan widerwillig Mike Shiner (Edward Norton) – ein unberechenbarer Typ, aber eine Garantie für viele Ticketverkäufe und begeisterte Kritiken. Bei der Vorbereitung auf sein Bühnendebüt muss er sich nicht nur mit seiner Freundin, Co-Star Laura (Andrea Riseborough), und seiner frisch aus der Entzugsklinik kommenden Tochter und Assistentin Sam (Emma Stone) auseinandersetzen, sondern auch mit seiner Ex-Gattin Sylvia (Amy Ryan), die gelegentlich vorbeischaut, um die Dinge in ihrem Sinn zu richten.



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8martin

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08.04.15 - 12:43
Wenn man bereit ist, dem Regisseur Inarritu zu folgen, kann man in diesem Film ins Land der Fantasie gelangen, wo alles möglich ist – auch wie ein Vogel fliegen.
Wenn man das ist, wird man den Film für groben Unfug halten. Eine Reihe von durchgeknallten Typen arbeiten sich aneinander ab, bis sich der Hauptdarsteller (ganz großartig Michael Keaton, das muss jeder zugeben) die Nasenspitze wegschießt.
Und falls man glaubt, den Film verstanden zu haben, sollte man sich gedanklich mit seinem Untertitel beschäftigen. Ahnungslosigkeit kann eine Tugend sein, wenn man wie Riggan Schauspieler aus dem Bauch heraus ist. Da wiegen dann die menschlichen Schwächen nicht allzu schwer. Und wenn die Glanzzeit vorüber ist, redet der Bruder Innerlich immer noch mit Birdman und steuert seine Handlungsweise. Dazu kann auch fliegen gehören. Zuvor haben wir schon gesehen, dass Birdman Riggan ‘Möbel rücken‘ kann, geschieden ist, seine Tochter Sam (Emma Stone) vernachlässigt hat und hinter jedem Rock (hier vor allem Andrea Riseborough) her ist, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Allein seine Ex Sylvia (Amy Ryan) versteht ihn – und hält sich deshalb auch phasenweise von ihm fern. Sein Kollege Mike (ebenso grandios Edward Norton) profiliert sich als Birdmans Alter Ego und würde Kollegin Lesley (Noami Watts) am liebsten auf der Bühne vernaschen.
Zwischen diesen ganzen Turbulenzen ragt nur eine Szene heraus, die man so für sich genommen verstehen kann. Riggan/Birdmans Gespräch mit der Rezensentin der Times Tabitha (Lindsey Duncan). Gnadenlos, unerbittlich vernichtend.
Bleibt die Frage nach dem offenen Schluss: Ist Birdman geflogen oder nicht? Sam schaut aus dem Fenster und lächelt…Anspruchsvoll!

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