World4You - Internet Services GmbH
 

2 Kommentare

Annabelle

DEINE MEINUNG?

Dazu passend:
0
Annabelle 2, 2017

2014

Genre: Horror

Spieldauer: ~ 95 Minuten

Regie: John R. Leonetti

Cast: Annabelle Wallis, Alfre Woodard, Eric Ladin, Tony Amendola, Michelle Romano, Ward Horton, Shiloh Nelson, Paige Diaz, Brian Howe, Gabriel Bateman, Morganna May, Tree O'Toole, Camden Singer, Keira Daniels, Trampas Thompson

Kurzbeschreibung: John Form findet das perfekte Geschenk für seine schwangere Frau Mia: eine wunderschöne, sehr seltene historische Puppe in einem strahlend weißen Hochzeitskleid. Doch Mia freut sich nicht lange an Annabelle.In einer schrecklichen Nacht dringen Sektenmitglieder eines Satanskults in das Haus des Paares ein und überfallen es brutal. Doch mit dem vergossenen Blut ist das Grauen noch nicht ausgestanden. Denn die Kultgemeinde hat ein Wesen beschworen, gegen dessen Heimtücke die bisherigen Verbrechen verblassen: Durch Annabelle ergibt sich jetzt eine direkte Verbindung ins Reich der Verdammten.


Filmkommentare (2)


Beitrag schreiben


kurenschaub
01.08.17 - 14:46
nettes Püppchen, welches für wohlige kleine Schauer sorgt. Nichts besonders tolles, aber immerhin - zum Ansehen lohnt es sich und die Story inkl. Hauptdarsteller passen auch. Annabelle Walis spielt ihren Part sogar noch echt gut und kommt auch optisch tip top rüber. Der Horror hat was solides, ordentliches und ist nicht übel gemacht.

Antwort abgeben

MarcosFilmblog
28.10.14 - 11:24
John (Ward Horton) und seine Frau Mia Form (Annabelle Wallis) erwarten ihr erstes Kind. Das Ehepaar besucht jeden Sonntag die Kirche, hat ein schönes Haus und genießt ein Leben in der amerikanischen Mittelklasse der 60er Jahre. Eines Abends vernimmt Mia im Nachbarhaus seltsame Geräusche, die Anlass zur Sorge liefern. Ihre Sorge erweist sich schnell als berechtigt, denn Annabelle (Tree O’Toole), die Tochter der Nachbarsfamilie Higgins, ist zurückgekehrt und stattet ihren Eltern einen tödlichen Besuch ab. Zusammen mit einem nicht minder verrückten Mann schlachtet sie ihre Erzeuger bestialisch ab. Nach den ersten Morden will das Duo sich John und Mia widmen, allerdings schaffen es die beiden die Angreifer in Schach zu halten, bis die Polizei eintrifft. Der männliche Angreifer wird von den herbeieilenden Ordnungshütern erschossen und Annabelle richtet sich selbst im zukünftigen Kinderzimmer der Forms. Während sie stirbt, hält sie einer der Puppen von Mia, die eine Leidenschaft für das Sammeln der Spielzeuge hat, im Arm. Schon bald häufen sich mysteriöse Vorfälle im Haus der Forms, die besonders Mia in Angst und Schrecken versetzen…

Letztes Jahr lieferte Horrorspezialist James Wan mit “The Conjuring” ein famoses Stück des klassischen Gruselkinos, das Anhänger des blutleeren Grauens in Euphorie versetzte. In Erinnerung geblieben ist vielen Zuschauern die Puppe “Annabelle”, die bereits in der Geschichte über die Geisterjäger Ed und Lorraine Warren für atmosphärische Höhepunkte sorgte. Das Potential für einen eigenen Ableger, der sich mit der Vorgeschichte rund um den dämonischen Spielzeugartikel befasst lag auf der Hand und pünktlich zu Halloween gibt es mit “Annabelle” einen Horrorfilm, der an den Erfolg des Genrehighlights aus dem Vorjahr anknüpfen soll. James Wan lässt als Produzent diesmal aber Regie führen und gibt John R. Leonetti, der in der Vergangenheit eher als Kameramann aktiv war, den Staffelstab in die Hände. Die Übergabe der Fackel ist nicht wirklich spürbar, da sich der 58-jährige in seiner Inszenierung doch sehr stark am routinierten Australier orientiert. Sehr oft wartet man vergeblich auf Schockmomente, die man an prädestinierten Stellen eigentlich erwarten würde, nur um dann plötzlich ein paar Mal von fiesen Jumpscares in den Kinositz gepresst zu werden. Der Spannungsaufbau zerrt nicht so stark an den Nerven, wie es bei der Heimsuchung von 2013 der Fall war. Verwackelte Kamerafahrten, die oftmals von Schreien untermalte Abläufe vor der Kamera, einfangen häufen sich gegen Ende stark, sodass eine zu Beginn gut gelungene Komposition von Atmosphäre nicht die verdiente Krönung mit einem schaurigen Finale bekommt. Eine Nähmaschine näht von alleine, Herdplatten entwickeln ein Eigenleben und ab und zu sieht man eine wandelnde Leiche Annabelle kehrt aus dem Reich der Toten zurück, um Mia das Leben zur Hölle zu machen. Aber was ist eigentlich mit der titelgebenden Puppenvariante des Sektenmitglieds? Oft wird das befremdliche Keramikgesicht in Großaufnahmen dem Betrachter aufs Auge gedrückt. Das ist aber auch so ziemlich die einzige Aufgabe, die von der Titelheldin hier übernommen wird. In Bezug auf den Horrorfaktor laufen verstörende Kinderzeichnungen und Teufelserscheinungen dem eigentlichen Star den Rang ab. Kreative Einfälle sind rar, aber dafür umso besser, wenn sie denn endlich in Aktion treten. Ein Plattenspieler und Fahrstuhl sollten an dieser Stelle als Stichworte genügen. Ist bei vielen Horrorfilmen am Ende ein für das Auge anstrengendes Finale, das auch hier nicht als furios bezeichnet werden kann, mit von der Partie, ist der Lichteinsatz während einer Hetzjagd durch ein Treppenhaus im Stande einen epileptischen Anfall auszulösen. Viel zu inflationär wird ein Feuerwerk des blitzenden Lichtes angezündet, dass die Sequenz zu einer Tortur werden lässt, die einfach nur von nervender Natur ist. Ein Priester, der im Stil eines Mannes, der ein besessenes Mädchen retten musste, über das Bildfeld huscht, übernimmt ebenfalls eine Rolle während der harmlosen Geiserfahrt und ältere Zuschauer werden Anspielungen auf das Baby einer Frau namens Rosemary entdecken. Babygeschrei kann wirklich Horror erzeugen! Weshalb der Film trotz verkanteter Kamera und Nostalgiefaktor in den Einheitsbrei versinkt, liegt auch am schwer nachvollziehbarem Skript, das besonders in Bezug auf Erklärungsansätze sehr an die neuesten Teile der “Paranormal Activity”-Reihe erinnert. “Es gibt da eben so ein Ritual und jetzt sucht euch ein Dämon heim, dann schauen wir mal in einem okkulten Buch mit geschwungenen Schriftzügen nach!” Klingt nach einem bekannten Muster! Bloß fehlt an vielen Stellen der naive Humor, der beim Kollegen für diese Blauäugigkeit zu entschädigen weis. Eine Puppe die vorher noch ohne mit der Wimper zu zucken entsorgt wurde, wird verdreckt wieder in das Inventar aufgenommen und macht es sich auf dem Schaukelstuhl bequem. Die Bewegungskünste, die der Kleider tragende, im Endeffekt zahme, Alptraum an den Tag legt, sind dabei trotz dämonischer Superkraft sehr abstrus in Szene gesetzt. Am Ende gibt es noch eine Texteinblendung, die uns einmal mehr vor Augen führt, dass “Annabelle” jeden Tag zweimal gesegnet wird, um die dunklen Mächte in Schach zu halten. Warum das der Fall ist, ist nicht ersichtlich, denn eigentlich hat das hässliche Sammlerstück ja überhaupt nichts gemacht, was Grund zur Sorge liefern könnte.

Fazit: Handwerklich gut gemachter Schauerfilm, der unter dem erzwungen wirkenden Zurschaustellung einer Puppe leidet, die mit Ihrer bloßen Präsenz für Erfolg sorgen soll, dabei aber Akzente missen lässt und sich eher auf Klischees aus vergleichbaren Produktionen verlässt. Seiner Existenzberechtigung bleibt der Film schuldig, bietet aber zumindest an einigen Stellen gute Beispiele für gelungenes Retrokino aus dem Horrorbereich.

Bewertung: 5/10
Genre: Horror
Laufzeit: 99 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren

Antwort abgeben