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Rampage 2 Capital Punishment

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2014

Genre: Action, Krimi, Thriller

Spieldauer: ~ 90 Minuten

Regie: Uwe Boll

Cast: Mike Dopud, Lochlyn Munro, Brendan Fletcher, John Sampson, Michaela Ross, Bruce Blain, Dan Zachary

Kurzbeschreibung: Drei Jahre nach dem verheerenden Amoklauf in einer Kleinstadt sind die Behörden weiterhin auf der fieberhaften Suche nach dem Schützen Bill Williamson. Dieser verbreitet online über Clips und Videos sein radikales Weltbild und findet viele Befürworter. Nun ist die Zeit reif für einen neuen Paukenschlag: Ausgestattet mit automatischen Waffen, richtet Bill in einem lokalen TV-Sender ein Blutbad an und verbarrikadiert sich samt Geiseln im Keller. Dass dies nur der Auftakt von Bills perfidem Plan war, kann die Polizei nur ahnen. Eins ist allerdings glasklar: Für seine Ansichten ist Bill sowohl bereit zu töten – als auch zu sterben …


Filmkommentare (1)


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MarcosFilmblog
05.08.14 - 19:35
Bill Williamson (Brendan Fletcher) ist nach seinem Amoklauf, der über 100 Menschen das Leben gekostet hat, in einem einfachen Haus einer typischen amerikanischen Vorstadt abgetaucht. Hin und wieder meldet er sich über die sozialen Medien, in denen ein regelrechter Kult um seine Person entbrannt ist, um dem Globus seine eigenen Vorstellungen einer gerechteren Welt mitzuteilen. Für ihn ist allerdings klar, dass sein Werk noch nicht vollendet ist, denn noch erreicht er nicht genügend Leute, die seine Botschaft auch in die Tat umsetzen können. Womit er diesen Umstand ändern kann, ist ein erneuter Ausflug in seinem Kampfanzug und diesmal verschlägt es ihn in die Zentrale eines großen amerikanischen Senders, wo Bill eine Revolution ausrufen möchte…

“Rampage” aus dem Jahr 2009 ist für viele Leute das wohl beste Werk des Mannes, der in der Presse oft als die “deutsche Antwort auf Ed Wood” deklariert wird. Das hohe Maß an Brutalität und die Kaltblütigkeit des psychotischen Protagonisten Bill Williamson wusste einige Fans dieser Filmart zu begeistern. In Deutschland dürfte eine Veröffentlichung dieses Sequels wohl einige uninformierte Zuschauer verblüffen, da Brendan Fletchers Figur von der FSK doch glatt zum Tode verurteilt wurde und eigentlich gar nicht mehr sein Unwesen treiben dürfte. Uwe Boll war es laut eigener Aussage aber sehr wichtig ein weiteres Kapitel im Buch über den jungen Massenmörder zu schreiben, da ihn der Charakter einfach nicht loslassen wollte. Der Film ist für den Norddeutschen auch ein politisches Statement, das er an die Welt abgeben möchte. Mit einem Budget von ungefähr 1,5 Millionen Dollar wurde also die Filmografie des kontrovers diskutierten Filmemachers um ein weiteres Kapitel erweitert und herausgekommen ist zugegebenermaßen nicht einer der schlechtesten Filme aller Zeiten, was vor allem am authentischen Hauptdarsteller Brendan Flechter, der dem Amokläufer Williamson Leben einhaucht, liegt. Der Rest des nicht unbedingt prominenten Cast verblasst neben der guten Performance des Kanadiers, der hauptsächlich kleinere Rollen in bekannteren Serien übernommen hat. Der Rest ist filmisch gesehen eine Strapaze für den Zuschauer, da die Kamera fast durchgängig wie von einem Erdbeben erfasst scheint, zahlreiche Unschärfen, die wahllos auftauchen, den Seheindruck stören und vereinzelte Unregelmäßigkeiten in der Blickrichtung der Figuren auftauchen. Boll argumentiert damit, dass die Welt, die er zeigt, aus der Perspektive ihres Protagonisten, der auffallende psychische Probleme aufweist, erzählt wird und deswegen solche inszenatorischen Kniffe eben unverzichtbar seien, aber manchmal ist weniger eben doch mehr. Auch passiert über eine lange Zeitspanne nach der Eroberung des Fernsehgebäudes beinahe überhaupt nichts, was für die Erzählung von Bedeutung wäre und Bill philosophiert beispielsweise über die Bedeutung des Yogas im Leben einer amerikanischen Hausfrau. Komödiantische Einlagen wie diese, die Boll auch höchstpersönlich als geldgieriger Fernsehproduzent abliefert, sind mit den ernsten Botschaften, die mit “Rampage 2-Capital Punishment” vermittelt werden sollen einfach unvereinbar und sprechen der Thematik jede Ernsthaftigkeit ab. In der Gestaltung hat Boll echte Fernsehaufnahmen eingestreut, die dem Geschehen mehr Authentizität verleihen sollen, aber bereits das ärmliche Setting und schlechte Spezialeffekte holen den Thriller schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Auch ist der Film nicht annähernd so schockierend, wie der erste Teil, aber ob man das jetzt als Plus- oder Minuspunkt auslegt, soll jeder für sich entscheiden.

Fazit: Mit etwas mehr Geld und einer ernsthafteren Gangart hätte aus dem “Bollbuster” ein interessanter reißerischer Exploitationfilm werden können, aber so bleibt es bei einigen guten Ansätzen, die unter einer Vielzahl an Fehlern untergehen. Lediglich Brendan Fletcher ist es wert mit etwas Aufmerksamkeit bedacht zu werden.

Bewertung: 2/10
Genre: Thriller, Action
FSK: Unbekannt
Laufzeit: Endgültige Fassung nicht bekannt
Anmerkung: Erscheint in Deutschland im September diesen Jahres. Der Film wurde bei einem vom Regisseur privat ausgerichtetem Screening gesichtet.

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