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Clouds of Sils Maria

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2014

Genre: Drama

Spieldauer: ~ 124 Minuten

Regie: Olivier Assayas

Cast: Kristen Stewart, Chloë Grace Moretz, Juliette Binoche, Brady Corbet, Hanns Zischler, Angela Winkler, Nora von Waldstätten, Lars Eidinger, Aljoscha Stadelmann, Johnny Flynn, Claire Tran, Ricardia Bramley, Stuart Manashil, Peter Farkas, Ben Posener

Kurzbeschreibung: Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erhält die international gefeierte Schauspielerin Maria Enders (Juliette Binoche) das Angebot, in der Wiederaufführung eines Theaterstücks zu spielen, mit dem ihr vor 20 Jahren der Durchbruch gelang. Damals hatte sie die Rolle der Sigrid übernommen, eine verführerische junge Frau, die auf ihre Vorgesetzte Helena eine ganz besondere Faszination ausübt und sie schließlich in den Selbstmord treibt. Anders als vor 20 Jahren soll Maria Enders diesmal jedoch nicht Sigrid sondern die ältere Helena spielen, so der Wunsch von Regisseur Klaus Diesterweg (Lars Eidinger). Gemeinsam mit ihrer Assistentin Valentine (Kristen Stewart) fährt sie nach Sils Maria, um dort, in der Abgeschiedenheit der Alpen, das Stück zu proben. Als Sigrid ist Jo-Ann Ellis (Chloë Grace Moretz) vorgesehen, ein junges Starlet aus Hollywood mit Neigung zum Skandal. Eine charmante, aber nicht ganz durchsichtige junge Frau - und ein beunruhigendes Spiegelbild ihrer selbst, dem sich Maria nun gegenüber sieht.


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MarcosFilmblog
25.12.14 - 18:08
Maria Enders (Juliette Binoche) ist eine in die Jahre gekommene Schauspielerin, die einst ihren Durchbruch mit dem Theaterstück und der entsprechenden Film-Adaption „Maloja Snake“ hatte, in welchem sie eine junge Frau names Sigrid spielt, die ihre 20 Jahre ältere Chefin Helena verführt und möglicherweise in den Selbstmord treibt. Nun soll das Stück erneut aufgeführt werden. Maria soll dieses Mal jedoch nicht die Rolle der Sigrid übernehmen – sondern die der Helena. Sigrid soll hingegen vom skandalösen aber talentierten Hollywood-Starlet Jo-Ann Ellis (Chloe Grace Moretz) gespielt werden. Zusammen mit ihrer jungen Assistentin Valentine (Kristen Stewart) fährt Maria nach Sils Maria in die Alpen, dem Entstehungsort von „Maloja Snake“, um zu proben. Dabei wird Maria unweigerlich mit ihrer Vergangenheit und einer modernen Welt konfrontiert, in der sie sich nicht zurechtzufinden scheint. Die Beziehung zu Valentine hält ihr immer mehr den Spiegel ihrer Rolle vor, während Jo-Ann die Aufmerksamkeit genießt, die Maria verzweifelt beizubehalten versucht. Letztendlich muss Maria akzeptieren, dass das Leben aus Veränderungen besteht – und diese nicht nur schlecht sind.
Regisseur Olivier Assayas drehte mit „Die Wolken von Sils Maria“ ein Drama, welches sich mit essentiellen Themen wie der Vergänglichkeit und der Sehnsucht nach Jugend auseinandersetzt. Durch die gekonnte Verknüpfung von Schauspieler und Rolle innerhalb der Diegese schafft es der Franzose, aus der Beziehung der Protagonistinnen eine Art Doppelgängereffekt à la Ingmar Bergmans „Persona“ zu inszenieren, während Selbstreflexion auch für den Film als Medium wie für das Theater eine Rolle spielt. Ein Spiegel der modernen Filmindustrie verpackt als großes Schauspielkino und geballter Frauenpower! Der Bogen zwischen Jung und Alt wird vor der Kamera von der Französin Juliette Binoche und den internationalen Jungstars Kristen Stewart und Chloe Grace Moretz gespannt. Wer Kristen Stewart noch als das ausdruckslose „Twilight“-Dummchen in Erinnerung hat, wird hier eine starke Darstellerin finden, die den Stempel des Teenie-Stars mit dieser Performance wohl endgültig abzulegen scheint. Wenn Valentine allerdings in einigen Szenen das moderne Hollywood-Kino verteidigt, entwischt einem unweigerlich noch das ein oder andere Schmunzeln.
Bildgewaltige Panorama-Aufnahmen der wolkenverhangenen Schweizer Alpen, untermalt von klassischer Musik, treffen auf durch Schärfentiefe geprägte Bilder der Enge, die nicht nur im räumlichen sondern auch in der Emotionalität der Protagonistinnen vertreten sind. Durch die vielen Abblenden hat man das Gefühl man befinde sich im Theater und nach jeder Szene wird der Vorhang kurz geschlossen. Denn nicht nur „Maloja Snake“, auch „Die Wolken von Sils Maria“ würde auf der Bühne funktionieren.
Zusammenfassend legt Assayas ein Werk vor, das sich zurecht im diesjährigen Wettbewerb für die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes wiedergefunden hat. Zwar verliert sich der Franzose zwischendurch etwas in den Dialogen und die Handlung scheint ihm teilweise zu entrinnen, durch die Kraft der beiden Protagonistinnen wird dieses Manko aber schnell Wett gemacht. Starkes Schauspielkino über die Veränderungen und Sehnsüchte des Lebens, das nicht altklug wirkt, sondern durch ständige Selbstreflexion glänzt!

Regie: Olivier Assayas
Darsteller: Juliette Binoche, Kristen Stewart, Chloe Grace Moretz u.a.
Genre: Drama
Laufzeit: 124 Minuten FSK
6 Bewertung:
7/10 Sichtung: 20.12.2014
Joana Müller

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