World4You - Internet Services GmbH
 

1 Kommentar

5 Zimmer Küche Sarg

DEINE MEINUNG?


2014

Genre: Komödie

Spieldauer: ~ 86 Minuten

Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi

Cast: Jemaine Clement, Taika Waititi, Jonathan Brugh, Cori Gonzalez-Macuer, Stuart Rutherford, Ben Fransham, Jackie van Beek, Elena Stejko, Jason Hoyte, Karen O'Leary, Mike Minogue, Chelsie Preston Crayford, Ian Harcourt, Ethel Robinson, Brad Harding

Kurzbeschreibung: Die Vampire Viago, Deacon, Vladislav und Petyr teilen sich eine Villa in Wellington. Abgesehen vom fehlenden Spiegelbild, einseitiger Ernährung und gelegentlichen Auseinandersetzungen mit Werwölfen unterscheidet sich ihr Alltag kaum von dem einer ganz normalen WG: Streitereien um den Abwasch und gemeinsame Partynächte stehen täglich auf dem Programm. Als der 8000-jährige Petyr den coolen Mittzwanziger Nick zum Vampir macht, müssen die anderen Verantwortung für den impulsiven Frischling übernehmen und ihm die Grundregeln des ewigen Lebens beibringen. Im Gegenzug erklärt ihnen Nick die technischen Errungenschaften der modernen Gesellschaft. Als er aber seinen menschlichen Freund Stu anschleppt, gerät das beschauliche Leben der Vampir-Veteranen völlig aus den Fugen.


Filmkommentare (1)


Beitrag schreiben


MarcosFilmblog
30.10.14 - 17:47
Viago (Taika Waititi), Deacon (Jonathan Brugh, Vladislav (Jemaine Clement) und Petyr (Ben Fransham) sind zusammen mehrere 1000 Jahre alt. Bei den vier Männern handelt es sich um Vampire, die im beschaulichen Neuseeland eine Wohngemeinschaft gebildet haben. Auch in solch einer untoten Form des Zusammenlebens müssen die Herausforderungen, die der Alltag den Bewohnern stellt, gemeistert werden! Neben dem Organisieren von Opfern im Nachtleben muss auch der lästige Abwasch erledigt werden. Die Gruppe wird um einen weiteren Eckzahn ergänzt, als der Möchtegernmacho Nick (Cori Gonzalez-Macuer) vom Vampirältesten Petyr ebenfalls in einen Blutsauger verwandelt wird. Durch Nick kommen die etwas anderen Könige des neuseeländischen Nachtlebens sogar mit einem Menschen, der nicht nur die Funktion eines niederen Dieners erfüllen wird, in Berührung. Ein Filmteam hat diese und weitere Episoden aus dem Leben der Blutsauger festgehalten, die jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden…

Was ist nur aus den gefürchteten Blutsaugern geworden? In den letzten Jahren hat das Image von Vampiren mächtig gelitten. Statt Menschen wird in einer bekannteren Filmreihe, die vornehmlich weibliche Teenager in ihren Bann gezogen hat, Tieren der rote Lebenssaft abgezapft und mit der Angst haben wir es schon lange nicht mehr zu tun, wenn Brüder des dunklen Fürsten Dracula ihre Schwingen ausbreiten. Weshalb sollte man nicht neue Wege beschreiten und aus der derzeitigen Entwicklung das Beste machen, indem man Stereotypen, die der Vampirkosmos mittlerweile aufgebaut hat, zusammenführt, um eine Komödie zu kreieren, die es so nicht gegeben hat? Diese Frage haben sich wahrscheinlich Jemaine Clement und Taika Waititi gestellt, bevor ihnen die Idee für ein hitverdächtiges Konzept in den Kopf gekommen ist. Eine Mockumentary, die nicht unbedingt ein gut durchdachtes Storykonzept benötigt und auch verhältnismäßig leicht zu finanzieren ist, hat schließlich einige Geldgeber überzeugt und der Mut, der hier an den Tag gelegt wurde, hat sich gelohnt. “What We Do in the Shadows” erweist sich als ein faszinierendes Stück Komödie, das es so mit Sicherheit noch nicht gegeben hat. Die Figuren stellen jeweils eine charakteristische Vorstellung einer Vampirvariation dar, die es im Laufe der Zeit in die Vorstellung der Menschen geschafft haben. Petyr erinnert an ein groteskes, dämonisches Wesen aus dem Mittelalter und ist dabei gleichzeitig eine Hommage am altehrwürdigen “Nosferatu”, der Anhängern des Vampirismus vertraut sein sollte, Vladislav verkörpert den tyrannischen Osteuropäer, der einst mit allerhand dunkler Magie ein ganzes Volk unter seiner Fittiche hatte, ein rumänischer Adliger, der seinen Teil zum Aufbau des Vampirmythos geleistet hat, lässt grüßen. Bei Viago handelt es sich um den romantische Gentleman, der seinen unfreiwilligen Blutspendern selbst in der Stunde des Todes ein angenehmes Ambiente garantieren möchte, Deacon ist der Normalo der Truppe, der in die Experimente der Nazis eingebunden wurde und Nick spiegelt in überzeichneter Art und Weise all das dar, was wir an den heutigen Vampiren hassen! Unter der scheinbar einfachen Fassade versteckt sich trotz des episodenhaften Aufbaus, der in Tradition von Sketchen steht, ein gut durchdachtes Konzept der Figurenkonstellation und der Charakterzeichnung. Die Qualität schwankt zwischen den einzelnen Abschnitten jedoch und nicht immer entfachen die Gags ein Feuer des Humors, wie es das Sonnenlicht mit der Haut der Protagonisten anstellen würde. Ein weiterer Störfaktor ist das abrupte Ende der vermeintlichen Dokumentation, aber ohne einen genauen Leitfaden ist es vollkommen nachvollziehbar, dass ein runder Abschluss immer schwierig zu realisieren ist, zumal nach einer schicksalhaften Begegnung mit Werwölfen, die für unterhaltsame Einschübe und Wortspiele, die in der deutschen Sprache wohl nicht zur Geltung kommen werden, sorgen, alles wieder ins vergnügliche Lot gebracht werden muss. Da es sich immer noch um eine Mockumentary handelt, muss das Auge des Betrachters immer mal wieder kurze Sequenzen des Wackelns über sich ergehen lassen, aber dieser Look tritt nicht überwiegend auf und es handelt sich keinesfalls um eine Achterbahnfahrt, wie es bei “Cloverfield” der Fall war. Oft nehmen Viago und Co. eine Position direkt vor der Kamera ein und wenden sich dabei direkt an den Zuschauer. Besonders in der Exposition werden zahlreiche Dokumente und Holzschnitte einmontiert, was den authentischsten dokumentarischen Anteil liefert. Man kann erahnen, dass das gesamte Team beim Dreh eine tolle Zeit verbracht hat, das wirkt sich auch auf das Timing des Humors aus, was größtenteils dank der motivierten Darsteller passt, wie ein Holzpfahl ins Herz. Außerdem gibt es ebenfalls blutige Abschnitte, die zeigen, wie Splattereffekte eine Komödie bereichern können.

Fazit: Gelungene Horrorkomödie, die Leben in die Welt der Totgesagten bringt. Durch sympathische Charaktere und auf Klischees basierten Pointen ist ein lustiger Zeitvertreib garantiert. Wer an rauen Herbsttagen die Nacht mit Lachen erfüllen möchte, ist mit “What We Do in the Shadows” bestens beraten. Abnutzung? Gibt es, aber erst im letzten Drittel. Der gute Gesamteindruck verschwindet aber nicht im Spiegel, wie das Ebenbild eines gewissen Teetrinkers im Film.

Bewertung: 7/10
Genre: Mockumentary, Horrorkomödie
Laufzeit: 86 Minuten
FSK: Ab 16 Jahren

Antwort abgeben