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Serena
70.3/100

4 Bewertungen

Serena

FILM • 2014 • 1 Std. 50 Min.


Regie: Susanne Bier

Darsteller/-innen: Rhys Ifans, Kim Bodnia, Bradley Cooper, Ned Dennehy, Blake Ritson, Toby Jones, Michael Ryan, Sean Harris, David Dencik, Jennifer Lawrence, Ana Ularu, Sam Reid, Charity Wakefield, Jim High

Genre: Drama




Copyright: Studiocanal GmbH

1929 lassen sich George (Bradley Cooper), Spross einer alten Holzfällerdynastie und seine Frau Serena (Jennifer Lawrence) in den endlosen Wäldern von North Carolina nieder. Hier wollen die frisch Verheirateten reich werden und ihr eigenes Imperium aufbauen. Bald schon zeigt sich die junge Serena ihrem Mann ebenbürtig: Sie übernimmt das Kommando über die Holzfäller und verdient sich in der rauen Wildnis bald deren Respekt. Beflügelt von ihrer Leidenschaft und der Macht, die sie bald haben, gehen Serena und George ihren Weg ohne Rücksicht auf Verluste. Doch als Serena erfährt, dass George ein Kind mit einer anderen Frau hat, lässt sie der Gedanke daran nicht mehr los. Von Eifersucht getrieben schmiedet sie einen mörderischen Plan…



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8martin

8martin


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18.12.14 - 21:39
Diesmal hat Susanne Bier einen echten Abenteuerfilm gemacht und nicht mit Blut gespart. Sie hat hochwertige Ingredienzen verwendet. Lange Zeit sah es nach einem Liebesfilm aus, so heftig wurde geliebt. Dann entstand eine Machtfrage: ist die Titelheldin (Jennifer Lawrence) ihrem Ehemann George Pemberton (Bradley Cooper) gleichberechtigt oder sogar überlegen? Wird sie sich in der Wildnis von North Carolina unter den Holzfällern behaupten? Galloway (Rhys Ifans) bringt etwas transzendentale Metaphorik ins Spiel. Erst zeigt er George wo der Puma umherstreift, dann sieht er sich als Serenas Gehilfe. Ein Zwischenkapitel über Ökologie oder Gewinnstreben dient nur als Vorspiel für das Finale. Jetzt kommt Korruption hinzu und schließlich der erste Mord. Alles Peanuts bisher! Ein Fehltritt aus der Vergangenheit belastet George. Gerade die durch eine Fehlgeburt traumatisierte Serena steigert die Spannung weiterhin. Hier läuft Jennifer Lawrence zur Höchstform auf. Aus überbordender Liebe wird Hass und Todessehnsucht, eine Rachegöttin von shakespeareschem Ausmaß. Eine Prophezeiung beschert ihr sogar noch Galloway, einen Killer, während George ein fatales Treffen mit seinem Puma hat.
Die Natur steht stumm und dient als optischer Kommentar. Hier hat Susanne Bier etwas aufgerüstet, Anfangs in goldenen Farben des Indian Summer, später düster mit wolkenverhangenem Mond. Alles spielt sich in einem engen, dichtbewaldeten Tal ab. Eine eigene Welt, aus der weder George noch Serena entkommen können.
Gelegentlich stört das Pathos ein wenig und der deutsche Dialog wirkt bisweilen etwas abgegriffen. Aber sonst: genug Spannung, kein Happy End, dafür aber packend.

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17.12.14 - 23:11
George Pemperton (Bradley Cooper) ist in der Holzindustrie tätig. Der Industrielle ist im Jahre 1929 Schirmherr eines Projektes, das in den Wäldern des Staates Carolina den Weg für eine Eisenbahnstrecke frei machen soll, verantwortlich und hat es dabei unter anderem mit dem lokalen Sheriff McDowell, der zusammen mit einigen anderen Befürwortern des Erhalts des Walds als Naturschutzgebiet eine Initiative gegen die Abholzung der Wälder ins Leben gerufen hat, zu tun. Während eines kurzen Besuches bei Verwandten verliebt er sich auf den ersten Blick in die schöne Serena (Jennifer Lawrence), die ebenfalls mit dem Holzgewerbe verwurzelt ist. Ihr Vater besaß zahlreiche Grundstücke, die einen erfolgreichen Holzhandel garantierten, in Colorado, allerdings starben er und der Rest von Serenas Familie, als diese noch ein Kind war, bei einem verheerendem Feuer. Geroge und Serena scheinen wie füreinander geschaffen zu sein und heiraten noch während der Abwesenheit Geroges von dem Großprojekt. Als frisch vermähltes Paar reisen sie zusammen in die Smoky Mountains, wo neben dem skeptischen Partner Geroges, Buchanan (David Dencik), noch zahlreiche weitere Hürden, die von den Pempertons gemeistert werden müssen, warten. Zunächst scheinen die Seelenverwandten die Herausforderungen mit Bravour zu meistern, allerdings werden sie bald von der harten Geschäftswelt, die ihre Opfer fordert, eingeholt…

Paare auf der Leinwand, die mehr als einmal ihre romantischen Beziehungen im Kino ausleben, sind doch eher selten. Jennifer Lawerence und Bradley Cooper wagen es in Susanne Biers Literaturverfilmung nach “Silver Linings” ein zweites Mal und die Produzenten setzten dabei ganz auf das etablierte Pärchen, das für einige Zuschauer wohl Anreiz genug sein wird, um sich das Drama auch tatsächlich anzuschauen. Die Inszenierung, die Oscarpreisträgerin Susanne Bier gewählt hat, erscheint chaotisch und lässt dabei zusätzlich noch vielversprechende Aspekte, die weiter ausgebaut hätten werden müssen, wie unbrauchbare Baumstämme im Unterholz verrotten. Alleine die erste Begegnung von Geroge und Serena ist ein Beispiel für die Oberflächlichkeit, die hier an den Tag gelegt wurde. In einer verlangsamten Aufnahme erblicken wir die blonde Jennifer Lawerence und bereits wenige Minuten später, in denen es eine handvoll Dialoge gibt, ist das traute Paar vermählt und die Ungläubigkeit über die Reaktion über diese Ehe, die Geroges Assistent Buchanan verspürt, kann durchaus auf Erwiderung stoßen. Da die Grundlage der Beziehung im Blitzverfahren abgespult wird, fehlt den Figuren im weiteren Verlauf der Handlung jegliche Basis für eine erfolgreiche Emotionalisierung beim Zuschauer, daran können auch äußert anschaulich beleuchtete und gut komponierte Ruhephasen in den Gemächern des Ehepaare nichts ändern. Ein Grund, weshalb die Geschichte ebenfalls ohne Höhepunkte im Raum steht, sind mehrere Konfliktpotentiale, die insgesamt kurz touchiert werden, aber nie auf eine angemessene Relevanz gehoben werden. Eine Teilschuld liegt hier auch beim Editing der Szenen. Wenn ein Film aus Kapiteln besteht, die man stellenweise in einer komplett anderen Reihenfolge hätte anordnen können und diese Änderung keine Irritation hervorrufen würde, fehlt das Gespür eine Erzählung strukturiert aufzubauen, beziehungsweise einen roten Faden, der durch den Film führt, zusammenhängend in das Sujet einzuspannen. Natürlich ist es möglich, das sich sehr an die Romanvorlage gehalten wurde, jedoch sollte es das Ziel sein, dass die Struktur des Buches für eine Verfilmung dementsprechend angepasst wird, damit die bewegten Bilder sich nicht in Oberflächlichkeiten verlaufen. Die kinematografischen Akzente werden durch die Zurschaustellung der Natur gesetzt, die aber auf einige wenige Stationen reduziert ist. Die Figuren pendeln hauptsächlich zwischen der Arbeitersiedlung und Arbeitsflächen hin und her. Ein Gefühl der malerischen Landschaften entsteht zu keinem Zeitpunkt, weil die Wege von den Fixpunkten nicht einmal durch kurze Sequenzen ausgebaut werden. Lediglich ein paar Szenen, die Geroge und den mysteriösen Galloway (Rhys Ifans), der im Verlauf des Films eine Prophezeiung aus dem Hut zaubert, die erneut das Stichwort der Oberflächlichkeit als springendes Kaninchen als Zusatzprodukt im Kopf erscheinen lässt, bei der Jagd auf einen umherstreunenden Puma zeigt, lässt erahnen, inwieweit man sich noch fernab der Großstadt befindet. Der Gipfel des Unfassbaren ist eine schöne Totale der schneebedeckten Baumwipfel, die alleine zur Verdeutlichung der verrinnenden Zeit dient. Womit sich die Holzfäller während der eisigen Witterung konfrontiert sehen? Wir werden es nie erfahren. Was Darsteller aus einer unterdurchschnittlichen Produktion herausholen können, ist wohlbekannt. Jennifer Lawrence “Serena” ist auf der einen Seite eine Person, die sich in einer von Männern dominierten Welt ihren Respekt erkämpfen muss, was sie mit einem Adler, der mit Klapperschlangen kurzen Prozess macht, erreicht, in zwei Szenen ist dieses Vorhaben aber schon geglückt und kann guten Gewissens vernachlässigt werden, und hat mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen. Ein doppelter Boden, der von ihr nicht ausgefüllt werden kann. Insbesondere die dramatischen Einschnitte in das Leben der Waise wirken aufgrund schaler Grimassen unfreiwillig komisch. Das maskuline Gegenstück in Form von Bradley Cooper hinterlässt insgesamt einen besseren Gesamteindruck, aber letztendlich bleibt die Erkenntnis, dass nur geschicktes Marketing der Grund für eine Besetzung des blauäugigen Amerikaners gewesen sein kann. Seine Figur bewegt sich am Ende in einen Abgrund, der die Belohnung für sinnlose und aufgrund von mangelnder Intelligenz entstandener dramatischer Handlungen ist.

Fazit: “Serena” ist ein Kapitel, das alle Beteiligten aus der persönlichen Filmographie in naher Zukunft streichen möchten. Unverständnis auslösende Charaktere, kaltlassende Performances, mangelnde erzählerische Struktur und eine Umgebung, die ebenso in einem Studio hätte erzeugt werden können, da sie schlicht und einfach nicht ausreichend zum Einsatz kommt, machen das Drama zu einer Katastrophe, die lediglich wegen der stellenweise hohen Qualität der Aufnahmen und detailreicher Kostüme nicht in die Kategorie des zerstörerischen Blattschusses fällt.

Bewertung: 3/10
Genre: Drama, Romanze
FSK: Ab 12 Jahren
Laufzeit: 109 Minuten
Marco Busselmaier

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