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Big Eyes
74.4/100

5 Bewertungen

Big Eyes

FILM • 2014 • 1 Std. 45 Min.


Regie: Tim Burton

Darsteller/-innen: Terence Stamp, James Saito, Jason Schwartzman, Jon Polito, Danny Huston, Amy Adams, Christoph Waltz, Krysten Ritter, Heather Doerksen, Vanessa Ross, Jill Morrison, Stephanie Bennett, Elisabetta Fantone, Emily Fonda, David Milchard

Genre: Biographie, Drama




Copyright: 2014 Studiocanal GmbH

San Francisco in den 60er Jahren: Margaret (Amy Adams), geschieden und alleinerziehend, lernt bei einer Kunstausstellung Walter Keane (Christoph Waltz) kennen und lieben. Mit dem charmanten, eloquenten Mann erhofft sie sich endlich das schöne Leben, von dem sie bislang nur geträumt hat. Überzeugt vom künstlerischen Talent seiner Frau, versucht Walter ihre Bilder zu Geld zu machen. Nur leider will keine Galerie die Gemälde von Kindern mit großen, traurigen Augen ausstellen. Kurzerhand verkauft Walter die Bilder selbst und gibt sich als Urheber der „Big Eyes“ aus. Schon bald macht der brillante Geschäftsmann mit dem Verkauf von Postkarten, Postern und Drucken Millionen – zu tausenden finden die „Big Eyes“ ihren Weg in die Wohnzimmer Amerikas. Unter der führenden Hand von Walter hütet auch Margaret das Geheimnis, wer die Bilder erschaffen hat. Doch bald kann sie nicht länger mit der Lüge leben…



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Christoph Waltz im deutschen Trailer zu "Big Eyes" von Regisseur Tim Burton

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Die talentierte, schüchterne Malerin Margaret (Amy Adams) hat zunächst wenig Erfolg mit ihren Werken von Kindern mit großen Augen. Doch als sie den charmanten Walter (Christoph Waltz) kennenlernt, ändert sich das schlagartig. Die beiden erlangen rasch Ruhm und ...
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Filmkommentare (2)


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8martin

8martin


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24.04.15 - 11:39
Die Preise für dieses Biopic sind voll gerechtfertigt. Tim Burton hat nicht nur über ein hervorragendes Drehbuch verfügen können, sondern er hatte auch noch zwei grandiose Darsteller vor der Kamera.
Die Lebenswege des Malerehepaares Walter (Christoph Waltz) und Margaret Keane (Amy Adams) werden äußerst sensibel dargestellt. Wie sie durch Betrug und Selbstbetrug reich werden. Dabei geht es Walter nur ums Geld (und da ist er ein echtes Verkaufsgenie) und Margaret neben der Selbstverleugnung als Künstlerin auch um ihre neue Rolle als emanzipierte Frau. Wir sind in den 50er Jahren, als Ehefrauen ohne die Zustimmung ihres Mannes nicht voll geschäftsfähig waren.
Amy Adams zeigt eine Frau zwischen Angst und Unsicherheit, zwischen dem damals herkömmlichen Rollenverständnis der Frau mit allem damit verbundenem Unterordnungszwang und der Notwendigkeit ihre künstlerische Neigung zu verleugnen.
Dabei liebt sie diesen Walter doch…
Der Kampf tobt in ihr und sie kommt allmählich dazu auch gegen Walter zu kämpfen. Der überrollt sie lange Zeit mit seiner Eloquenz und Machtposition. Obwohl man weiß, dass er die Bilder nicht gemalt hat, bleibt es weiterhin spannend. Der kommerzielle Erfolg treibt immer weitere Blüten (Poster, Postkarten) und auch die Kritiker rühren sich. Ein wahres Actionhighlight ist die Auseinandersetzung zwischen Walter und dem gaaanz coolen John Canaday (Terence Stamp), der eine Gabel als Angriffswaffe zwei Zentimeter vor seinem Auge stoppt. Christoph Waltz gibt Walters Weg in den Wahnsinn (Schizophrenie) grandios wieder - und bleibt bis zum Schluss doch ein Charmeur.
Dabei gerät es fast außer Acht, dass die Kinderbilder mit den übergroßen Augen manchem den ästhetischen Magen umdrehen. Die Gerichtsszenen sind der absolute Höhepunkt des Films. Und die Lösung, mit der öffentlich dokumentiert wird, dass Margaret die Bilder gemalt hat, ist wahrlich genial.
Beste Unterhaltung die bewegt und beide Arten von Tränen provoziert.

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MarcosFilmblog

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21
23.04.15 - 15:37
Nachdem Margaret (Amy Adams) ihren Mann verlässt, zieht sie mit ihrer Tochter nach San Francisco. Dort hofft sie ihre Bilder verkaufen zu können, welche stets Straßenkinder mit weit geöffneten dunklen Augen zeigen. Der Erfolg bleibt jedoch aus, bis sie den exzentrischen Maler Walter Keane (Christoph Waltz) kennenlernt. Die beiden heiraten Hals über Kopf und versuchen nun gemeinsam ihre Kunst unters Volk zu bringen. Walter gelingt es die Werke beider in einem Nachtclub auszuhängen – und wird schlagartig berühmt, als er dem Clubbesitzer eins mit eines von Margarets Bildern über den Kopf zieht. Das Interesse von Schaulustigen und Journalisten ist geweckt, jeder will die „Big Eyes“ sehen, für die sich eine Nachtclubprügelei lohnt. Doch ein Fehler schleicht sich ein: Aus einem Missverständnis heraus gibt sich Walter als Künstler der Bilder aus und hält weiter an der Notlüge fest, sogar als er sämtlichen Ruhm einheimst und Margaret in seinem Schatten verschwindet. Eine eigene Galerie und die erste Million sind nicht weit entfernt, ebenso wenig wie die Lebenslüge, die langsam aber sicher die Familienidylle der Keanes überschattet und Margaret von Innen auffrisst…

Das erste Mal seit 2003 und „Big Fish“ verzichtet Außenseiter-Regisseur Tim Burton auf seine Stammbesetzung von Johnny Depp und Helena Bonham Carter und setzt stattdessen auf die beiden aktuellen Hollywood-Größen Amy Adams und Christoph Waltz. Ein neuer Anstrich erschien vor allem nach dem Flop von „Dark Shadows“ (2012) passend und auch der kommerzielle Erfolg von „Alice im Wunderland“ (2010) wurde von der Kritik verrissen. Somit zieht sich Burton aus dem gesamten Fantasy-Genre zurück und widmet sich in „Big Eyes“ einer Künstlerbiografie des Keane-Ehepaars, die in der Kunstgeschichte nur am Rande Erwähnung fand. Damit beweist Burton einmal mehr seine Vorliebe für Außenseiterfiguren, ebenso passend scheint die Thematik Kunst für Burtons Handschrift, die stets künstlerisch, skurril und düster geprägt ist. Der Grusel-Look wird hier allerdings durch kontrastreiche Pastellfarben und 50er Jahre Mode ersetzt, welche nur in Margarets dunklem Atelier verschwinden und damit wiederum einen Kontrast zur Außenwelt bilden. Kontraste scheinen damit bedeutungsstrak für den gesamten Film: Das Mauerblümchen und der Exzentriker, der Schein eines perfekten Familienlebens und der heimlichen Lüge. Doch auch in Bezug auf das Genre wirft Burton hier Gegensätze durcheinander. Komödie, Drama und Thriller geben sich in „Big Eyes“ die Klinke in die Hand. Leider wird man dabei das Gefühl nicht los, Burton wisse nicht so ganz wohin mit seinen vielen Ideen. Trotz knalliger Farben und Margarets Bildern, die einem Charakter aus Burtons früheren Streifen hätten entsprungen sein können, lässt sich doch herzlich wenig des typischen Burton-Stils finden. Danny Elfman schrieb wie üblich den Soundtrack, doch diesem gelingt es hier kaum, sich einen Platz im Gedächtnis zu verschaffen – im Gegensatz zu den beiden Songs, die Lana Del Rey zum Soundtrack beigesteuert hat und die an passenden Stellen die Handlung unterstreichen.

Christoph Waltz scheint in seinem Element zu sein. Erneut gibt er „the man you love to hate“ und lässt den echten Walter Keane, der wohlbemerkt 2000 verstorben ist und sich nicht mehr wehren kann, einen moralisch fragwürdigen, posthumen Rufmord erreichen. Overacting ist das Stichwort: Waltz schneidet Grimassen, grinst schelmisch und hält charmante Reden, bei denen nicht viel dahinter steckt. Ein gescheiterter Künstler auf der Suche nach Ruhm scheint Keane allemal gewesen zu sein, dennoch erfährt man ungenügend wenig von Walters Sichtweise, auch gelingt es Waltz nicht seinem Charakter Tiefe zu verleihen. Fast schon lächerlich vorhersehbar endet der Film im Gerichtssaal, wobei Waltz den ein oder anderen Lacher auf seiner Seite weiß, sich jedoch am schmalen Grad zur Schmerzgrenze bewegt. Zu einem Tarantino oder Polanski passt das sicherlich sehr gut, hier kann Waltz allerdings nur mit subtiler Ermüdung punkten. Amy Adams gelingt es dagegen ganz hervorragend Margarets Emotionen zu transportieren, ebenso werden sowohl Beweggründe als auch Verzweiflung sichtbar. Zurecht wurde sie für ihre Leistung mit dem Golden Globe geehrt.

„Big Eyes“ ist ein ungewöhnlicher Tim Burton Film. Abseits von einem verpeilten Johnny Depp und absurd-gefühlvoller Fantasy beschränkt sich der Regisseur hier eher auf die Gefühlsschiene und lässt
seine skurrile Handschrift nur unterschwellig durchschimmern. Schön anzusehen ist das Endprodukt allemal, dennoch verschwindet die Frage nach Kunst zu oft im Ehe-Drama und hinterlässt beim Zuschauer trotz eines Lächelns einen leicht bitteren Nachgeschmack.

Bewertung: 7/10
Genre: Biopic, Tragikomödie
Laufzeit: 105 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Joana Müller

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