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Wild Tales - Jeder dreht mal durch!
69.5/100

4 Bewertungen

Wild Tales - Jeder dreht mal durch!

FILM • 2014 • 2 Std. 2 Min.


Regie: Damián Szifrón

Darsteller/-innen: Alan Daicz, Liliana Ackerman, Luis Manuel Altamirano García, Alejandro Angelini, Damián Benítez, Cristina Blanco, Gustavo Bonfigli, César Bordón, Pablo Bricker, María Laura Caccamo, Camila Sofía Casas, Pablo Chao, Juan Pablo Colombo, Rita Cortese, Gustavo Curchio

Genre: Drama, Komödie, Thriller



Jeder kennt das Gefühl: die Wut über die Unzulänglichkeiten des Lebens. Ein harmloser Moment bringt das Fass zum Überlaufen und ruft eine Kettenreaktion hervor. Manche bleiben ruhig. Andere explodieren. WILD TALES ist ein Film über Menschen, die explodieren.


Filmkommentare (2)


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Chev

Chev


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2.222
20.02.16 - 22:47
Kleine Episoden mit schwarzem Humor. Gezeigt wird eine jeweilige Alltagssituation die dann unerwartete Wendungen nimmt und am Ende in einer Eskalation mündet.
Die einzelnen kleinen Stories sind zwar irgendwie schon sehenswert, aber lustig nicht wirklich. Man mag vielleicht etwas schmunzeln, aufgrund der abstrusen Situationen - aber das war es dann auch schon.
Die Dialoge sind obskur und nur peripher relevant. Die Geschichten zu kurz und teilweise nicht einmal sehr gut. Beispielsweise fand ich die zweite Episode mit dem Rattengift völlig uninspiriert, die darauffolgende mit den beiden Autofahrern dann nicht schlecht und am Ende sogar ein bisschen gut, wenn sich die Streithähne als Skelette quasi im Arm liegen.
Nichts desto trotz bleibt nichts davon im Gedächtnis und wirkt für und auf mich als hätten hier argentinische Filmstudenten Kurzfilme für die Abschlussarbeit produziert, die dann zusammengefasst als ein Film gepresst wurden.

Fazit:
Einmal anschauen, ein wenig schmunzeln ob der Skurrilität... und gut ist.

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MarcosFilmblog

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21
11.01.15 - 16:16
Wild Tales ist ein argentinischer Episodenilm, laut Trailer der erfolgreichste in seinem Heimatland aller Zeiten, der in Cannes lief und die offizielle Oscareinreichung von Argentinien für die Oscars 2015 ist. Regie führte Damián Szifrón. Produziert wurde u.A. von Pedro Almodóvar, den Szifrón als größtes Vorbild bezeichnet, was man dem Film definitiv auch ansehen kann.

Der Film zeigt nacheinander 6 Kurzfilme, deren Länge zwischen unter fünf bis über 20 Minuten variiert. Inhaltlich unverknüpft, weisen diese Episoden stets das selbe Muster im Aufbau sowie thematische Gemeinsamkeiten auf. Fast jeder dieser Kurzfilme beginnt in einer alltäglichen Situation und steigert sich dann kontinuierlich in einen Zustand des totalen Chaos und der Eskalation. In der Auflösung dieser geschaffenen Zustände variieren alle Kurzfilme stark und fast ausschließlich auf äußerst kreative und sehenswerte Weise. Meist sind die für das Chaos verantwortlichen die Sympathieträger der Szenerien. Es sind Menschen, die in irgend einer Weise Ungerechtigkeit erfahren haben, z.B. soziale Ungerechtigkeit. Der Film zeigt, wie diese Menschen aktiv werden. Oft sind es Rachephantasien, die jeder von uns hin und wieder hat. Der Film zeigt Möglichkeiten, was passieren könnte wenn wir diese in die Tat umsetzen würden.

Diese Rachephantasien sind zum Teil voller Gewalt, aber nie gewalttätig, denn der Film ist vor Allem eine schwarze Komödie, wodurch die explizit gezeigte Gewalt entschärft wird. Es bleibt so auch immer das Bewusstsein, dass uns als Zuschauer hier Gedankenspiele präsentiert werden, die keinen Wirklichkeitsanspruch geltend machen. Das Ergebnis ist, was ich in meiner Überschrift als die Reinigung bezeichnet habe. Für den Zuschauer bleibt entweder die amüsante Pointe oder die Befriedigung der gelungenen Selbstjustiz und befreit ihn damit von dem, was schon Aristoteles als eleos und phobos bezeichnete und gemeinhin als Jammern und Schaudern übersetzt wird.

Ohne die Situation in Argentinien zu kennen, scheint der Film politisch zu sein und von dem Unbehagen einer ganzen Gesellschaft her zu rühren. Er funktioniert aber auch in anderen Ländern ohne den politischen Zusammenhang, da er allgemeinmenschliche Wertesysteme thematisiert.

Ich habe den Film am Montag, den 05.01. in Spanisch mit deutschen Untertiteln im Kapitol in Mainz gesehen. Die für Montagabend ungewöhnlich gut besuchte Vorstellung kam sehr gut beim Publikum an, es gab sogar Applaus am Filmende.

Für mich persönlich waren die einzelnen Episoden zu autonom. Gerade hatte man sich auf eine Geschichte eingelassen, da war diese vorbei und man musste diese Bindung direkt wieder auflösen um sein ganzes Interesse einer komplett neuen Situation widmen zu können. Von der neuen Episode weiß man schon: Es wird ums Durchdrehen gehen und die Situation wird eskalieren, aber sie ist ansonsten nicht mit dem vorherig präsentierten verknüpfbar. Paris je t’aime ist genauso, aber weniger repetitiv. Es ist meine ganz persönliche Einstellung zu Film an sich, dass ich eine einheitliche Geschichte präsentiert haben möchte. Das kann dann auch ruhig ein Episodenfilm sein. Selbst Night on Earth von Jim Jarmusch hat eine einheitlichere Handlung durch die zeitliche und räumliche (nicht der Ort, das Taxi!) Korrespondenz der Episoden.

Das schöne ist, dass für jeden von uns Film etwas anderes bedeuten kann, denn nichtsdestotrotz sind alle diese Episoden gutes Filmemachen mit interessanten Spannungsbögen, gutem Humor und einfallsreichen Wendungen.

-Sehenswert 7/10.

Philipp Baumann

Abschließend eine formlose Zusammenstellung einiger meiner Lieblingsepisodenfilme, die mir gerade einfallen:

2001:Odyssee im Weltraum, 2046, Yi Yi, Leben!, Pulp Fiction, Nashville, Forrest Gump, The Tree of Life, Hero, Magnolia, Short Cuts, Tatsächlich … Liebe, Der Zufall möglicherweise

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